Ist einmal Paris 193 Mal Prag?

Heute in einem Jahr ist die Europameisterschaft fast schon wieder vorbei. Das Turnier in unserem Nachbarland Frankreich ist das bedeutendste Fußball-Ereignis des kommenden Sommers.

Und ein entsprechend teures für den Fan. Seit ein paar Wochen besteht die Möglichkeit, auf der Homepage der Europäischen Fußballunion (UEFA) Karten für das kontinentale Wetteifern zu bestellen. Der Fußballfreund klickt sich durch die Informationen. Und er erfährt, dass die Kartenpreise für die Gruppenspiele und die Achtelfinals bei 25 Euro beginnen. Klingt noch harmlos. Doch für Kategorie 1 blättert man schon 145 Euro hin.

Das Ganze steigert sich dann wie erwartet bis zum Endspiel. Wer sich das Finale im Stadion von Paris anschauen will, muss 85 Euro in der niedrigsten Kategorie aufbringen. Die Top-Plätze schlagen mit bis zu 895 Euro zu Buche.

Soeben, ein Jahr vor dem Mega-Ereignis in Frankreich, ist eine andere Fußball-EM zu Ende gegangen. Der kleine Bruder, wenn man so will. Die Euro der U21-Kicker. In einem mitreißenden Endspiel mit Verlängerung und Elfmeterschießen, vor einer stimmungsvollen Kulisse im vollen 20 000 Mann-Stadion in Prag. Schweden siegte gegen Portugal. Gefeiert von tausenden Fans in Gelb. Ein schönes Fußball-Erlebnis.

Fazit: Gutes muss nicht teuer sein. Für die Tribünen-Karte beim Endspiel in Prag zahlte man 125 Tschechische Kronen. Das sind umgerechnet 4,62 Euro.

Okay, der Vergleich hinkt. Das Finale in Paris wird ein ganz anderes Kaliber. Vor über 80 000 Zuschauern. Gespickt mit Weltstars. Aber ist es wirklich 193 Mal soviel wert wie das in Prag? Lothar Linke