Isabel Schneiders goldene Wochen

Isabel Schneider.
Isabel Schneider.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Auf europäischer Ebene sind sie derzeit der Hit und kaum zu bremsen: Isabel Schneider aus Ottfingen und Teresa Mersmann aus Ostbevern.

Ottfingen/Vaduz..  Sie scheiterten in den Alpen zwar knapp am Einzug in das FIVB open der Weltserie in Gstaad, doch gegen starke europäische Konkurrenz in Vaduz erkämpften sie sich das zweite Gold bei einem CEV Satellite innerhalb weniger Wochen.

An Drei gesetzt

„Da kam auch etwas Frust auf“, kommentierte Beach-Trainer Kersten Holthausen das unglückliche Ausscheiden für das höchstrangige Turnier in Gstaad, „wir waren mit den Chinesinnen absolut auf Augenhöhe, aber es sollte nicht sein.“ Um dann hinzuzufügen: „Natürlich sind wir jetzt überglücklich Drei Goldmedaillen in wenigen Wochen kommt ja nicht so oft vor.“

Mersmann/Schneider, selbst an Drei gesetzt, ließen zum Auftakt der deutschen Konkurrenz Anna Behlen / Katharina Culav (SC Strande/Hamburger SV) beim 2:0 keine Chance.

Etwas enger wurde es gegen das lettische Duo Lece und Ozolina, das ebenfalls mit 2:0 bezwungen werden konnte. Dann kam noch einmal Lettland mit Tina Graudino und Inese Jursone, und das gleich zwei Mal. In Runde 3 setzten sich Isabel Schneider und Teresa Mersmann noch mit 2:0 recht sicher durch, bevor sie im Finale noch einmal auf sie trafen.

Dazwischen lag das Halbfinale gegen das französische Paar Longuet/Jupiter, die dem Westfalen-Duo mit 2:0 (21:17, 21:18) den Vortritt lassen mussten. „Die beiden Deutschen lieferten eine Demonstration ihrer Konstanz ab und drückten der Partie den Stempel ihrer Klasse auf“, steht auf der Homepage des Europäischen Volleyball-Verbandes (CEV) zu diesem Halbfinale.

Das konnte Holthausen bestätigen: „Die waren echt gut. Ich habe mir aber am Vorabend drei Videos der Französinnen angesehen, ihre Laufwege und taktischen Varianten studiert. Das trug Früchte.“ Ein weiterer Belegt dafür, wie wichtig die Anwesenheit des Trainers ist, das war ja in den vorangegangenen Jahren so nicht der Fall.

Internationale Qualität

Dann also das Finale, erneut gegen das ungleiche und doch so starke Team aus dem Baltikum. Die 33-jährige Jursone brachte die Empfehlung einer Europameisterin von 2009 in Sotschi mit, die gerademal 17 Jahre alte Graudino holte im Vorjahr Bronze bei der U17-WM in Acapulco.

Da hatten es die beiden Deutschen mit hoher internationaler Qualität zu tun. „Die spielten im Finale noch einmal zwei Klassen besser als zuvor“, war auch Kersten Holthausen überrascht. „Sie waren die Underdogs, und das hat sie auch stark gemacht. Gerade unbekannte Teams können leicht zum Stolperstein werden.“

Und sie ließen sich im ersten Durchgang mit 18:21 überraschen, konterten aber mit demselben Resultat im zweiten Satz. Spannung dann im Tie-Break. Zunächst 3:5 gegen Germany, dann 9:8 und schließlich nach dem erlösenden 15:11 großer Jubel am Abend auf dem lichtdurchfluteten Rathausplatz von Vaduz. „Das haben die Mädels klasse gemacht. Das starke Service von Isa brachte die Wende, und dann haben sie kaltschnäuzig zu Ende gespielt, auch ohne phänomenale Punkte zu erzielen“, so Holthausen abschließend.

Isa und Teresa zollten vor allem der jungen Tina Graudino viel Lob: „Sie hat unglaublich stark gespielt. Wir sind froh, dass wir das Spiel noch drehen konnten und das Gold mit nach Deutschland nehmen können.“