Irfan Buz: „Das ist ein Riesentraum“

Entspannt in Meinerzhagen: Irfan Buz nutzte eine dreitägige Pause zu einem Abstecher in seine Heimatstadt, bevor es nach Belek ging, wo sein Klub Genclerbirligi Ankara ein Trainingslager aufgeschlagen hat.
Entspannt in Meinerzhagen: Irfan Buz nutzte eine dreitägige Pause zu einem Abstecher in seine Heimatstadt, bevor es nach Belek ging, wo sein Klub Genclerbirligi Ankara ein Trainingslager aufgeschlagen hat.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Irfan Buz ist Trainer des türkischen Fußball-Erstligisten Genclerbirligi Ankara.

Olpe/Istanbul..  Der 47-Jährige, der die Spielvereinigung Olpe und den FC Iserlohn betreute, schaffte vor eineinhalb Jahren den Sprung ins Profi-Geschäft. Bei einem Besuch in seiner Heimatstadt Meinerzhagen stellte er sich den Fragen unserer Zeitung.

Frage: Herr Buz, während die türkische Liga Pause macht, sind sie nach Meinzerhagen gereist. Verbringen Sie hier Ihren Urlaub?

Urlaub ist es nicht, denn ich habe nur drei Tage Zeit, bevor es ins Trainingslager geht. Ich habe hier einiges zu erledigen. Aber ich komme auch gerne nach Meinerzhagen, um ein paar Freunde zu besuchen. Das tut mir ganz gut.

Was heißt das genau? Was können Sie in drei Tagen erledigen?

Ich möchte ein paar bürokratische Dinge erledigen, meine alte Firma und ehemalige Arbeitskollegen besuchen. Ich treffe meine Freunde, ehemalige Trainerkollegen und Journalisten, mit denen ich gerne einen Kaffee trinke.

Ihr Klub Genclerbirligi Ankara belegt in der Süper Lig nach 16 Spielen mit 22 Punkten Platz acht. Sind sie damit zufrieden?

Ich bin sehr zufrieden, weil wir zu Saisonbeginn als Abstiegskandidat gegolten haben. Ich habe die Mannschaft mit vier Punkten übernommen. Wir haben danach 18 Punkte geholt und sind auch im Pokal erfolgreich.

Was hat Sie am meisten beeindruckt und überrascht?

Überraschend war für mich, dass, wenn es gegen die großen Istanbuler Vereine geht, die Schiedsrichter unter Druck stehen. Das hat man im Fernsehen von außen nicht so mitbekommen, aber wenn man das am eigenen Leib erlebt, dann überrascht das schon.

Vor 18 Monaten trainierten Sie noch die Spielvereinigung Olpe, jetzt einen Profi-Klub in der türkischen ersten Liga. Ist das der Stoff aus dem Träume entstehen?

Ja, meiner schon. Das ist ein Riesentraum.

Was war entscheidend, dass Sie es geschafft haben?

Das Entscheidende war das Angebot von Bursa, der Kontakt zu Christoph Daum, der von unserem Gespräch beeindruckt war, und dass ich mit ihm in die Türkei gegangen bin.

Haben Sie noch Kontakt zu Christoph Daum, dessen Nachfolger sie als Cheftrainer in Bursa wurden?

Ja, das habe ich.

Inwiefern?

Wir scheiben uns regelmäßig und telefonieren.

Holen Sie sich bei ihm auch einen Rat, wenn sie einen brauchen?

Ja, wenn ich einen Rat brauche, frage ich ihn.

Sie haben in 18 Monaten einen unglaublichen Senkrechtstart hingelegt. Was raten Sie talentierten Trainern?

Sie sollten ehrgeizig, akribisch sein und ihren Job lieben. Wenn Sie merken, dass es eine Berufung ist, Trainer zu sein, sollten sie es der Mannschaft 1:1 rüberbringen – egal ob im Amateur- oder Profibereich. Im Amateurbereich müssen nur andere Prioritäten gesetzt werden.

Sie sind jetzt in der türkischen Süper Lig zu Hause. Was sagt Ihnen noch die deutsche Landesliga 2?

Ich weiß, dass Olpe souveräner Tabellenführer ist und dass ich mich riesig darüber freue.

Kann die Spielvereinigung den Aufstieg noch verspielen?

Nein, mit den Jungs nicht.

Drücken Sie Ihnen die Daumen?

Auf jeden Fall. Da gehören die Jungs hin und werden dort auch ein Wörtchen mitreden.

Ihre aktuelle Mannschaft trägt ihr nächstes Spiel am 26. Januar aus – ein Heimspiel gegen Besiktas Istanbul. Welchen Stellenwert hat es für Genclerbirligi und was ist in dieser Saison noch möglich?

Besiktas ist ein Top-Verein, der um die Meisterschaft mitspielt. Dort zählt auch nur die Meisterschaft. Wir wollen schnell über die 40-Punkte-Marke kommen, damit wir in Ruhe weiterarbeiten können.

Der Klassenerhalt bleibt das Ziel…

Auf jeden Fall. Wir setzen den Klassenerhalt in den Vordergrund und schauen, wie weit wir kommen, wenn das Maximale geleistet wird.

Ihr Vertrag läuft am 31. Mai aus. Was kommt danach?

Das kann ich nicht sagen. Für mich ist wichtig, dass wir Woche für Woche punkten. Im Profibereich ist das Geschäft sehr, sehr kurzlebig. Von daher muss man jedes Spiel als Endspiel nehmen. Jeder Sieg, jeder Punkt wird mich als Trainer weiterbringen. Und am Ende der Saison wird man sehen, wohin die Reise geht.