Huckestein „im Schlepptau“ des Weltbesten auf Platz fünf

Simon Huckestein und Trainer Egon Bröcher.
Simon Huckestein und Trainer Egon Bröcher.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
„Es hat einfach nur Spaß gemacht, mit dem derzeit Weltbesten zu laufen“.

Karlsruhe..  So beschrieb Simon Huckestein (SG Wenden) sein Glücksgefühl über Platz 5 nach den 1500 Metern bei den Deutschen Hallen-Leichtathletik-Meisterschaften in Karlsruhe.

Der Weltbeste: Das ist derzeit Homiyu Tesfaye von der LG Eintracht Frankfurt, der vor Wochenfrist mit 3:34,13 Minuten in Stockholm Jahresweltbestzeit lief.

Keine Vorläufe mangels Masse

Klar, das ist eine für den Vorzeigeathleten aus Wenden nicht erreichbare Zeit, aber mit Tesfaye im Endlauf zu stehen, das „ist schon ein Privileg“ (Huckestein).

Der knapp 30-Jährige wollte am Samstag nach dem Vorlauf nicht nach Hause fahren, verriet er vorher über seine Zielsetzung. Doch sowie die Dinge vor Ort liefen, hätte er auch erst am Samstag anreisen brauchen: die Vorläufe entfielen mangels Masse. 19 Läufer hatten gemeldet, einige davon mit Doppelmeldungen für die 800 oder 3000 Meter. Am Ende blieben dann genau zwölf Athleten übrig mit dem Resultat: kein Vorlauf am Samstag, alle direkt im Endlauf am Sonntag.

Doch das kann die Leistung von Simon Huckestein nicht schmälern. Und bevor überhaupt so ein Gedanke aufkommen konnte, wollte er nicht die Platzierungen der beiden Vorjahre (jeweils Rang 9) wiederholen. Und so stieg bei seinen Fans die Spannung, die den Lauf im Lifeticker bei Leichtathletik.de verfolgen wollten.

Er hielt sich, wie so oft schon in den Vorjahren bei Meisterschaftsrennen, zunächst weit hinten auf, nur noch – ausgerechnet – Tesfaye hinter ihm. Als der alte und neue Deutsche Meister sich nach vorne arbeitete, begann auch für Simon Huckestein das Verfolgungsrennen. Klar, den Frankfurter musste er ziehen lassen, und weit vorne war der spätere Vizemeister Florian Orth cchon enteilt. „Der läuft in einer anderen Liga“ (Huckestein).

Gegner brechen am Schluss ein

Und dann begann Huckestein von Position 11 aus seine Konkurrenten abzuzählen, fing auf den beiden letzten Runden immer mehr aus dem Feld ein. „Da hatte ich richtig gute Beine, während einige regelrecht eingebrochen sind“, schilderte Huckestein die Endphase eines Rennens, das er nicht so schnell vergessen wird, auch wenn es nicht sein größter Erfolg wurde. „Das war vor vier Jahren, da wurde ich Vierter.“

Seine Renneinteilung war auch vom Verlauf bestimmt. Die ersten tausend Meter wurden bei 2:37 Minuten passiert, nicht allzu schnell. „Ich hatte ja zuvor kaum in der Halle trainiert, und während der ersten zwei, drei Runden war es für mich nicht leicht zu laufen. Umso mehr war ich überrascht, wie weit es für mich plötzlich nach vorne ging. Noch fünfzig Meter weiter, und ich hätte noch ein, zwei Läufer eingefangen.“ Als die Uhr für ihn bei 3:49,84 Minuten stehenblieb, staunte er fast ebenso wie der Sprecher im Liveticker, der die Siegerzeit von Tesfaye (3:41,68 Minuten) als „gar nicht so schlecht nach dem Anfangstempo“ einstufte. In einem unwiderstehlichen Spurt fing der Mann mit dem Eintracht-Adler auf der Brust den Regensburger Orth auf der Zielgeraden gerade noch ab. „Für mich hat sich das harte Crosstraining für Spanien offenbar bezahlt gemacht“, blickte der Fünfte der Hallen-DM von 2015 noch einmal auf die letzten Monate zurück und freut sich schon jetzt auf die DM-Cross in Bayern.