Friedel Ludwig dient RW Lennestadt 43 Jahre lang

RWL-Vorsitzender Ulrich Selbach (rechts) verabschiedet Friedel Ludwig, links Klaus Schneider, Friedel Ludwigs Trainer in den Sechszigern und langjähriger Mitstreiter im Vorstand.
RWL-Vorsitzender Ulrich Selbach (rechts) verabschiedet Friedel Ludwig, links Klaus Schneider, Friedel Ludwigs Trainer in den Sechszigern und langjähriger Mitstreiter im Vorstand.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Es war eigentlich wie immer bei der Generalversammlung von Rot-Weiß Lennestadt. Aber nur fast.

Grevenbrück..  Denn für das Grevenbrücker-Fußball-Urgestein Friedel Ludwig war es der letzte Auftritt nach sage und schreibe 43 Jahren Vorstandsarbeit. „Ich werde in zwei Jahren Siebzig. Da wird es Zeit,“ sagte Friedel Ludwig zum Abschied.

Es geht eine wirklich treue Seele, wie man sie heute nur noch selten findet. Ein Mann, der sich seit Jahrzehnten mit seiner Aufgabe, mit seinem Verein und der Verantwortung für RWL identifiziert. Aber: „Ich möchte nicht mehr an vorderster Front tätig sein, nicht mehr den Kopf hinhalten. Ich fordere die jungen Leute auf, Verantwortung zu übernehmen.“

„Bitte keine Laudatio“

Vor einem halben Jahr hatte Friedel Ludwig den 1. Vorsitzenden Ulrich Selbach informiert. „Friedel hat mich gebeten keine großartige Laudatio zu halten, 2005 hatte er bereits die Goldene Ehrennadel des FLVW, aus den Hände von Leo Stickeler erhalten“, berichtete Ulrich Selbach, „ein Dankeschön mit einem Präsent muss aber sein.“

An seiner Habuche hat Friedel Ludwig alle Höhen und Tiefen in verschiedenen Funktionen mit erlebt, zuletzt als 2. Vorsitzender.

Auf die Frage nach den Höhepunkten seiner Amtszeit antwortet er, ohne lange zu überlegen: „Die Entscheidungsspiele zum Oberliga-Aufstieg gegen TSG Dülmen in Hamm und gegen BW Welwer in Bockum-Hövel.“ 1994 war es, als RWL unter Trainer Jörg Rokitte Fußballgeschichte schrieb und als erster und bis heute einziger Verein aus dem Kreis Olpe die Oberliga erreichte.

Friedel Ludwigs ehrenamtliche Vita ist beeindruckend. Eine unglaubliche Epoche von 1967 bis 2004 war er Geschäftsführer bei RWL, zuletzt als 2. Vorsitzender. 15 Jahre war er als Schiedsrichter für seinen Verein tätig.

Kein Nachfolger

Auf der Versammlung konnte kein Nachfolger für Friedel Ludwig gefunden werden. „Wir haben viele Gespräche mit potenziellen Kandidaten geführt, aber ohne Ergebnis. Vielleicht fällt ja in der Versammlung einer vom Himmel“, stellte Friedel Ludwig fest und hatte die Lacher auf seiner Seite. Obwohl das Thema ernst ist, und Friedel Ludwig es auch illusionsfrei sieht: „Die Rahmenbedingungen für Amateurvereine sind äußerst schwierig geworden. Sie werden total im Stich gelassen.“

Dennoch stehe Rot-Weiß Lennestadt gut da. „Mit einem guten Vorstand und einer Habuche, die bestens in Schuss ist,“ weiß Friedel Ludwig. Auch das Engagement drumherum stimme. Beispiel Flirt Shower. Friedel Ludwig: „Da haben wir 50 Leute im Einsatz.“

Sachlich wie gewohnt hatte Friedel Ludwig zuvor über das abgelaufene Jahr Bericht erstattet. „Sicherlich ist es sportlich nicht nach Wunsch gelaufen, aber so ist es nun einmal im Sport“, sagte Friedel Ludwig. Die sportliche Entwicklung nach oben fahren auf Kosten einer Neuverschuldung, „das gibt es bei uns nicht mehr,“ versichert er.

Vollständig zurückziehen wird sich Friedel Ludwig nicht. „Das Projekt neuer Kunstrasenplatz an der Habuche werde ich täglich noch begleiten und an Ort und Stelle nach dem Rechten sehen“, gab er zu verstehen. Er wolle sich „ganz auf den Posten des Hausmeisters, den Klaus Schneider und Siegfried Kindler an der Habuche inne haben, konzentrieren.“

Friedel Ludwig: „Wir treffen uns jeden morgen um 10 Uhr und halten den Platz in Ordnung.“