FC Lennestadt stürzt Titelverteidiger Finnentrop/Bamenohl

Masters-Sieger 2015: FC Lennestadt
Masters-Sieger 2015: FC Lennestadt
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Das Publikum zählte die letzten Sekunden, und von den Spielern und Offiziellen des FC Lennestadt saß niemand mehr.

Olpe..  Diese Szenen der Anspannung zeugten von einem hochdramatischen Endspiel, die anschließende Jubel-Explosion ebenfalls. Mit einem hauchdünnen 4:3 gegen den Vorjahressieger SG Finnentrop/Bamenohl holte sich der FC Lennestadt den Titel des Hallen-Kreismasters.

Als die Sirene dem Endspiel-Treiben ein Ende machte, feierten die Spieler in Dunkelblau ihren Triumph überschwänglich, tanzten auf dem Parkett der Realschulhalle Olpe, rutschten zu ihren Fans Richtung Tribüne und genossen dieses Erfolgserlebnis in vollen Zügen.

Wenn man so will, sprang der FC Lennestadt von Null auf Eins. Im letzten Jahr hatte er sich nicht qualifiziert für das Kreisturnier. Diesmal schien der Rückkehrer alles nachholen zu wollen, was er damals verpasst hatte, und knackte gleich den Jackpot. „Deswegen sind wir ja hierhin gefahren,“ lachte Jürgen Winkel. Der ist erst seit wenigen Wochen Trainer der „Ersten“ und freute sich „für die Jungs“.

Fulminantes Aus der SpVg Olpe

Das Finale war eine würdige Krönung eines insgesamt guten Turniers. „Die beiden besten Mannschaften stehen im Endspiel,“ analysierte Ottmar Griffel schon nach dem Halbfinale.

Der Trainer der SpVg Olpe musste es wissen, denn seine Mannschaft bekam die Wucht des späteren Siegers FC Lennestadt auf bittere Weise zu spüren. Mit 0:6 hatte die Kreuzberg-Elf ein Halbfinal-Erlebnis der brasilianischen Art, wurde aber am Ende noch Dritter im Neunmeterschießen gegen den SC Drolshagen.

Der FC Lennestadt stürmte ins Endspiel - eben wie Deutschland bei der WM im Sommer. Das halbfinale 6:0 der Elf von Jürgen Winkel war nicht nur der Höhepunkt des gesamten Turniers, es war auch der Gipfelpunkt einer Aufwärtsfahrt von Jürgen Winkels Truppe: „Wir haben uns von Spiel zu Spiel weiter entwickelt.“

Das ging so weit, dass die ebenfalls als Titelfavorit eingeschätzten Olper nicht nur aussichtslos ins Hintertreffen gerieten, sondern mit fortschreitendem Halbfinalspiel vorgeführt wurden von Florian Friedrichs, Samed Baser, Sebastian Kaufmann und Co.

SC Drolshagen erreicht Halbfinale

Ein solches Desaster war selbst dem klassentieferen SC Drolshagen im anderen Halbfinale nicht widerfahren. Der Bezirksligist lag zwar gegen Finnentrop/Bamenohl auch schon mit 0:7 hinten. Doch das wollte der Gastgeber dann doch nicht auf sich beruhen lassen, und kam auf 4:7 heran. Endstand 4:8. „In der zweiten Halbzeit haben wir uns gut verkauft,“ hob SCD-Trainer Oliver Kalisch das Positive hervor. Das Ziel der Buscheid-Elf sei gewesen, „die Gruppenphase zu überstehen,“ so Kalisch. Was ihr auch gelang, indem sie mit dem SV 04 Attendorn immerhin einen Landesligisten hinter sich ließ. Gegen den Noch-Titelträger Finnentrop/Bamenohl war dann Endstation für die wackere SCD-Mannschaft, für die übrigens Christopher Thomassen sein Debüt feierte und seine höherklassige Erfahrung aufblitzen ließ. „Hat Spaß gemacht mit den Jungs,“ so Thomassens Fazit.

Die Drolshagener Halbfinal-Niederlage war wenig überraschend - in Anbetracht der Darbietungen der SG Finnentrop/Bamenohl bis dahin. Die Mannschaft von Frank Rottstock spielte ein überragendes Turnier. Mit dem 11:0 gegen den A-Kreisligisten Serkenrode/Fretter schoss sie gleich zu Beginn des Tages eine grelle Leuchtrakete ab - und bewies fortan eindrucksvoll, dass das nicht nur ein Signal war, sondern erst der Anfang.

Auch mit dem Hochadel des Teilnehmerfeldes sprang die SG Finnentrop/Bamenohl wenig zimperlich um: 8:5 gegen die SpVg Olpe, 7:3 gegen RW Hünsborn. Ab da war der Titelträger auch wieder Titelfavorit, und zwar haushoher.

Kontinuierlich gesteigert

Dass es letztlich nicht zum großen Wurf reichte, führte SG-Trainer Frank Rottstock auf mangelnde Treffsicherheit im Finale zurück. Und das, obwohl mit Tim Schrage einer seiner Spieler Torschützenkönig wurde und dafür mit 30 Liter Krombacher Pils belohnt wurde. Ein Preis, der ihm gelegen gekommen sein dürfte, denn er hatte gestern Geburtstag.

3:4 - dennoch mochte Frank Rottstock nicht hadern: „Der FC Lennestadt hat sich kontinuierlich gesteigert. Beide Finalisten wären würdige Turniersieger gewesen. Aber wir haben die Dinger halt nicht ‘reingemacht.“

Nur Zuschauer im Halbfinale waren zwei der fünf Landesligisten: Neben dem SV 04 Attendorn auch RW Hünsborn. Die Rot-Weißen hatte man natürlich unter den letzten Vier erwartet. Zumal der Wendsche Masters-Vertreter schon allein deshalb ein Mitfavorit ist, weil er sich über das anspruchsvollste Gemeindeturnier des Kreises qualifizieren muss. „Wir waren heute nicht in bester Verfassung,“ bilanzierte Trainer Andreas Waffenschmidt. Das „Aus“ zeichnete sich bereits im ersten Spiel gegen Olpe (1:3) ab, denn in der zweiten Partie gegen Finnentrop/Bamenohl hatte Rot-Weiß, wie Waffenschmidt einsah, „keine Chance“.

Und Albaum? Der erste C-Kreisligist, der jemals bei einem Masters dabei war, hat sich, wie sein Trainer Thomas Stemmer lobte, „gut verkauft und einige gelungene Aktionen gezeigt.“ Stemmer: „Ich hatte Disziplin gefordert, das hat die Mannschaft prima umgesetzt.“ Letztlich seien die großen Klassenunterschiede ausschlaggebend gewesen. Dennoch, so Stemmer: „Es hat Spaß gemacht.“ Und das ist schließlich die Hauptsache...