FC Lennestadt legt furiosen Endspurt hin

Dominik Allebrodt, Steffen Hebbeker und Marius Friiedrichs jubeln über den 3:1-Sieg über den SSV Meschede.
Dominik Allebrodt, Steffen Hebbeker und Marius Friiedrichs jubeln über den 3:1-Sieg über den SSV Meschede.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Äußerungen zum Thema Platz zwei der Fußball-Landesliga mied man beim FC Lennestadt gestern tunlichst.

Lennestadt..  Warum eigentlich? Solche Gedanken dürfen schon erlaubt sein, wenn eine Mannschaft sechs Siege in Folge geholt hat. Die jetzt nur noch fünf Punkte hinter diesem zweiten Platz steht, und am Sonntag gegen den SSV Meschede beim 3:1 (1:1)-Sieg eine begeisternde Schlussphase hingelegt hat.

Im direkten Vergleich mit dem bis dahin Zweitplatzierten übrigens.

Doch FCL-Trainer Jürgen Winkel wehrte jede Ambitionen ab: „Uninteressant. Wir gucken nicht, wohin es geht.“ Trotzdem lässt die gestrige Vorstellung den Schluss zu, dass der FCL inzwischen auf Augenhöhe mit den direkten Olpe-Verfolgern angelangt ist. Was Trainer Jürgen Winkel auch mächtig freut: „Wir sind auf Platz 12, 13 gestartet,“ stellte er klar.

Als er das sagte, lag die Partie schon einige Minuten zurück. Dagegen ging es nach dem Spiel für Jürgen Winkel zu allererst in die Kabine. „Ich muss erstmal runterfahren,“ pustete er.

Nachvollziehbar. Denn der FC Lennestadt und der SSV Meschede lieferten sich vor 300 Zuschauern nicht nur ein Spiel auf hohem Landesliga-Niveau, sondern auch von enormer Dramatik. Hinzu kam ein Tor, das für mächtig Diskussionsstoff sorgte, das Lennestädter 2:1.

Unter großem Druck

Als Florian Friedrichs, der später wegen Rückenproblemen ausschied, mit dem Pausenpfiff das 1:0 für den FC Lennestadt markierte, war dies vollauf verdient. Denn der erste Durchgang ging an den FCL, der noch Chancen liegen ließ, sich aber auch in der dritten Minute bei seinem Torwart Steffen Dicke bedanken konnte, als dieser einen Kopfball von Emre Pürselim reaktionsschnell über die Torlatte hob.

Ein ganz anderes Bild bot die zweite Hälfte. Nachdem in der 58. Minute Bilal Yavuz den Ausgleich für Meschede erzielt hatte, leitete dies eine Phase ein, in der die FCL-Anhänger sich um ihre Mannschaft sorgen mussten. Burak Yavuz ging nun von Außen auf die Zehnerposition und bildete mit seinem Bruder Bilal ein Duett, das kaum noch in den Griff zu bekommen war.

2:1 erhitzt Mescheder Gemüter

Da hielt FCL-Torwart Steffen Dicke seine Mannschaft im Spiel, vereitelte ein ganzes Paket an Hochkarätern. Den größten sicherlich in der 71. Minute, als Bilal Yavuz querlegte und Emre Pürselim völlig blank abzog, aber Steffen Dicke noch dran war. „Da hatten wir Glück,“ sagte Jürgen Winkel, „und einen sehr guten Torwart.“ Was ihm aber noch mehr imponierte, war, wie sich die FCL-Truppe aus diesem Schwitzkasten befreite. Welche Moral sie an den Tag legte. Winkel: „Ich ziehe den Hut vor der Mannschaft, dass sie nach diesem Druck nochmal so Gas gibt.“

Dennoch: Das Tor zur 2:1-Führung in der 85. Minute erhitzte die Gemüter auf Mescheder Seite. Steffen Hebbeker führte einen Freistoß aus, ein Pfiff war zu hören und laut SSV-Trainer Heiko Hoffmann blieben „sechs, sieben“ Mescheder stehen.

Doch das Spiel lief weiter, Fabian Baumhoff legte zurück auf Samed Baser, der donnerte den Ball aus 20 Meter mit einem überragenden Schuss in die Mescheder Maschen. „Da muss ein Schiedsrichter das Rückgrat haben, das zurückzupfeifen,“ zürnte Hoffmann.

Es ändert nicht daran, dass es ein herrliches Tor war und der Schwenk auf die Siegerstraße. Die machte Dominik Allebrodt perfekt, als er zwei Minuten vor Schluss mit einem Schrägschuss zum 3:1 traf.