Favoritensiege bei Deutschen Meisterschaften

Die Deutschen Meister:  Manuel Fumic und Helen Grobert
Die Deutschen Meister: Manuel Fumic und Helen Grobert
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Was wir bereits wissen
Helen Grobert und Manuel Fumic sind die großen Triumphatoren der Deutschen Mountainbike-Meisterschaften in Saalhausen.

Saalhausen..  Für ein Jahr dürfen die beiden nun das Trikot mit dem Schwarz-Rot-Goldenen Brustring des Deutschen Meisters tragen.

Helen Grobert vom Team Ghost Factory Racing gewann gestern das Elite-Rennen über die rund 29 Kilometer lange Strecke. Das sind sechs Runden über 4,8 Kilometer mit 180 Höhenmetern in 1:37:29,5 Stunden. Helden Grobert siegte klar vor Hanna Klein (1:42:12,2) und Titelverteidigerin Adelheid Morath (beide BH-Sr Suntour-KMC; 1:42:56,2).

Gut zwei Stunden später fuhr Manuel Fumic vom Team Cannondale Factory Racing als Sieger des Herren-Elite-Rennens über die Ziellinie. Für Fumic war es der dritte DM-Titel. Den letzten gab es 2012. Dem Vize-Weltmeister von 2013 gelang auf der rund 34 Kilometer langen Strecke (7 Runden) ein Start-Ziel-Sieg vor Titelverteidiger Markus Schulte-Lünzum (Focus XC Team; 1:34:09,2) und Moritz Milatz (Koch Engineering-Müsing Racing Team; 1:35:30,0).

Spitz’ Ziel: Bei der WM aufs Podium

Beides waren Favoritensiege, denn sowohl Manuel Fumic als auch Helen Grobert waren die besten deutschen Fahrer im bisherigen Saisonverlauf. Helen Grobert ging sofort in Führung und profitierte auch vom Pech von Sabine Spitz, der Olympiasiegerin von 2008, Olympiazweiten von 2012 und Bronzemedaillengewinnerin von 2004. Sie hatte zwei Mal Probleme mit den Reifen und wurde nach dem Rennen sogar disqualifiziert, weil sie von einem nicht lizenzierten Betreuer während des Wettkampfes betreut wurde.

„Nach der ersten Reifenpanne habe ich versucht, das Problem mit einer CO2-Patrone zu lösen. Aber das ging mehr schlecht als recht. Die Karkasse war zu sehr beschädigt. Nach der zweiten Panne hatte ich keine CO2-Patronen mehr und da gab es nur noch Schadensbegrenzung“, sagte Sabine Spitz, die hofft, dass es bei der Marathon-WM am nächsten Wochenende besser klappt. „Da will ich aufs Podium. Ist doch klar“, sagte die Olympiasiegerin von 2008.

So war der Weg frei für Helen Grobert, die nach dem Sieg über das ganze Gesicht strahlte. „Ich bin so froh, dass ich hier gewonnen habe. Für mich sind die Meisterschaften immer die Highlights der Saison. Ich bin so stolz, dass ich jetzt ein Jahr mit dem Trikot der Deutschen Meisterin fahren darf“, so Helen Grobert.

Schwierige Auf- und Abstiege

Die Deutsche Meisterin, die am Dienstag mit der Nationalmannschaft ins Trainingslager für den Weltcup nächste Woche in Lenzerheide geht, hatte auch ein Sonderlob für die Organisatoren im Gepäck: „Die Strecke hat sich gegenüber meinem letzten Start hier extrem geändert. Ein großes Lob an die Erbauer der Strecke und die Organisatoren. Die Strecke ist absolut Meisterschafts-würdig.“

Dem schloss sich auch Manuel Fumic an. „Es sind nicht so sehr die technischen Schwierigkeiten, die die Strecke schwer machen, sondern die vielen Auf- und Abstiege Das geht schon schwer an die Kondition“, sagte der strahlende neue Deutsche Meister.

Regen bringt kurz Spannung

Manuel Fumic war klar der überlegene Mann. Erst, als drei Runden vor Schluss der große Regen einsetzte, schien es kurz so, als sollte Titelverteidiger Markus Schulte-Lünzum eine Chance haben, noch einmal aufzuschießen.

Aber in den letzten Runden zog Fumic wieder an und gewann mit 36 Sekunden Vorsprung. Dritter wurde Moritz Milatz, der unter anderem bei der Hitzeschlacht 2013 in Saalhausen gewinnen konnte. Diesmal hatte er aber Pech, als er in der vierten Runde an einem Absatz aus dem Sattel flog.

„Ich bin happy über den Titel. Sicher habe ich auch Moritz auf der Rechnung gehabt, weil er hier schon oft gewonnen hat und die Strecke gut kennt. Ich habe versucht, meinen Rhythmus zu fahren. Das war der Schlüssel zum Erfolg. Nur als es anfing zu regnen und die Strecke rutschig wurde, bekam ich kurz ein paar Probleme. Das Deutsche-Meister-Trikot wird mir Selbstvertrauen für das Weltcuprennen in Lenzerheide geben. Ich hoffe, auch dort aufs Podium zu kommen.“