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SG Finnentrop/Bamenohl

Es weht ein anderer Wind

28.08.2011 | 21:11 Uhr

Gernsdorf.Neuland ist nicht immer gelobtes Land. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte überhaupt spielte die SG Finnentrop/Bamenohl im Siegerland um Punkte - und kehrte ohne heim. 1:3 (1:1) hieß es beim TSV Weißtal. Verdientermaßen.

Noch nie hat Mathias Kremer in Weißtal in seiner langen Fußball-Laufbahn etwas geholt, weder als Spieler noch als Trainer. Trotzdem müsste der Coach der Finnentrop/Bamenohler gestern den Siegerländern sogar ein bisschen dankbar sein. Denn die lieferten ihm beste Schützenhilfe für seine Warnung, wonach in der neuen Klasse ein ganz anderer Wind weht. Und dass der 8:1-Startsieg gegen Erndtebrück II keineswegs der Normalfall war, sondern die Ausnahme.

„Wir sind in der Landesliga angekommen,“ stellte Kremer fest, während die Weißtal-Fans den Erfolg und den 6-Punkte-Saisonstart ihrer Elf feierten. Zugleich fasste Kremer die Vorstellung des TSV mit einem Wort zusammen: „Beeindruckend“.

Das war sie in der Tat. Aggressiv und gallig gingen die Siegerländer, angefeuert von 280 Zuschauern, zu Werke. Sie kauften den Gästen von der Lenne den Schneid ab.

Im Mittelfeld hatten die Grünhemden nahezu immer eine Überzahl. Die gefürchteten Offensivleute der SG, Tobias Kleppel sowie Mike und Tim Schrage, wie auch Michael Hennes ganz vorn, wurden hart bekämpft und waren bis auf wenige Ausnahmen völlig aus dem Spiel. Kremer: „Das war extrem gutes Pressing.“

Selbst das Bamenohler Führungstor brachte die Weißtaler nicht aus dem Konzept - wohl auch, weil sie es sehr schnell als Betriebsunfall abhakten, was es aus TSV-Sicht auch war.

Denn einen Freistoß-Hereingabe von Mike Schrage gedachte Weißtals Joel Kalambay zum Torwart zurückzuköpfen. Nur stand der nicht mehr dort wo vermutet und die Kugel landete im eigenen Tor zum 0:1.

Die Löcher im Finnentrop/Bamenohler Mittelfeld konnte eine gut stehende Abwehr zumindest bis zur Pause noch ausgleichen, lediglich das 1:1 ließ sie zu, auch, weil ihm eine wunderbare und blitzschnelle Weißtaler Kombination vorausging: Muharrem Shabanaj steckte durch zu Alexander Völkel, der hämmerte die Kugel unhaltbar für Marcel Grajewski ins lange Eck.

Als die Finnentrop/Bamenohler auch bis Mitte der zweiten Halbzeit keinen wesentlichen Anstieg ihrer Spielanteile verbuchen konnte, stellte Kremer um. Peter Bauerdick ging nun in die Innenverteidigung, Baris Altinsoy übernahm für ihn die rechte Abwehrseite und damit die undankbare Aufgabe, den Weißtaler Sandor Karolyi zu bewachen.

„Der Schuss ging nach hinten los,“ musste Mathes Kremer nachher eingestehen. Wohl wahr, denn die beiden entscheidenden Tore fielen nach dem gleichen Strickmuster: Vorlage Karolyi, Vollstrecker Bayram Basyigit.

Lothar Linke

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