Endgültiger Ritterschlag nach exakt 20 Jahren

Ehrung für Thorsten Kathol
Ehrung für Thorsten Kathol
Foto: WP
Was wir bereits wissen
„Das war der Ritterschlag“, freute sich Gerd Engelbertz, Pressesprecher von Shark Attack Saalhausen, über den Zuschlag für und die tolle Stimmung bei den Deutschen Meisterschaften im Mountainbike.

Saalhausen..  Inzwischen sind die vielen Sportler und Funktionäre, wie Udo Sprenger (Vizepräsident des Bundes deutscher Radfahrer, Foto links) und Toni Kirsch (Präsident des Radsportverbandes NRW, Foto rechts) längst wieder abgereist.

Viele Sportler haben schon wieder erfolgreich an anderen Wettkämpfen teilgenommen. Das gilt vor allem für Olympiasiegerin von 2008 in Peking, Sabine Spitz, die in Saalhausen zwei Reifenpannen hatte und am Schluss sogar disqualifiziert wurde. Die amtierende Marathon-Europameisterin wurde am Samstag Dritte in dieser Disziplin bei den Weltmeisterschaften in Val Gardena und holte dabei ihre 15. internationale Medaille.

Erstes Treffen in der Dorfschenke

So viel zur Aktualität, ein Blick in die Historie von Shark Attack Saalhausen muss unbedingt sein.

Vor genau 20 Jahren ging es los mit dem Mountainbike in Saalhausen. Gerd Engelbertz erinnert sich: „Hugo Rameil und ich haben 1995 über die Presse alle interessierten Mountainbiker in die Dorfschenke eingeladen, um das Interesse an der Gründung eines Mountainbike Vereins zu eruieren bereits bei dieser ersten Infoveranstaltung waren etliche Radsportler gekommen.“

Daraufhin wurde der damalige Vorsitzende des TSV Saalhausen, Paul Rameil, gefragt, ob eine Radsportabteilung beim TSV angliedern könne. „Die rechtlichen Voraussetzungen wurden in der Mitgliederversammlung des TSV Saalhausen im Jahre 1996 geschaffen“, so Engelbertz weiter.

Schon im ersten Jahr fand mit dem 1. Rothaar Cup ein Mountainbike-Event statt. Bereits im zweiten Jahr zählte Shark Attack zu den Ausrichtern des NRW-Cups und wenige Jahre später folgte mit dem Bike & Fun-Festival der Einstieg in die internationale MTB-Bundesliga.

Engelbertz: „Shark Attack hatte sich nun endgültig nicht nur auf Bundesebene, sondern auch international einen Top-Ruf erarbeitet.“ Gleichzeitig war Shark Attack mit dem Team auf etlichen Cross Country und Marathon-Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus, wie zum Beispiel dem legendären Grand-Raid Christalp in der Schweiz, einem der härtesten Marathons überhaupt, erfolgreich vertreten.

Mit der Deutschen Meisterschaft in diesem Jahr haben die Radsportler rund um ihren Vorsitzenden Thorsten Kathol nun den, so Engelbertz, „endgültigen Ritterschlag erhalten.“ Der Zuschlag erfolgte bereits vor rund zwei Jahren und damit begannen auch schon die Vorbereitungen. „Die verschiedenen Strecken mussten geplant und mit dem Bund Deutscher Radfahrer abgestimmt werden“, berichtet Gerd Engelbertz.

Kein Neuland

Um den Zuschlag zu einer DM muss man sich bewerben. Den Zuschlag erhält letztendlich nur der Verein, der sich über Jahre qualifiziert und etliche top organisierte Veranstaltungen durchgeführt hat.

Engelbertz: „Saalhausen hat sich letztendlich über viele Jahre mit der internationalen MTB-Bundesliga einen Namen gemacht und bewiesen, dass derartige Veranstaltungen kein Neuland für uns sind. Bereits im vergangenen Jahr haben wir die Deutschen Meisterschaften auf den Sprintstrecken erfolgreich ausgerichtet und die Generalprobe mit Bravur bestanden“

Unumgänglich sind die Sponsorengelder, um ein derartiges Event zu finanzieren. Engelbertz: „Sponsoren zu finden ist selbst in unserer wirtschaftlich top aufgestellten Region nicht immer einfach. Das ist jedoch umso erstaunlicher, da genau dieses Event etliche Besucher ins Sauerland lockt, die ansonsten den Weg hierher nie gefunden hätten. Das MTB-Klientel hat in der Regel eine Top-Ausbildung oder Studium und könnte auf diesem Weg vielleicht sogar für unsere Region als zukünftige Fachkraft gewonnen werden, da es sich hier sehr gut leben lässt.“

Mit der sogenannten heißen Phase vor rund einem halben Jahr begannen die Feinarbeiten. Diese wurden vom Organisationsteam rund um den Vorsitzenden Thorsten Kathol koordiniert.

Bereits frühzeitig fanden sich die ersten Teams in Saalhausen ein, um die Strecken zu testen. So war zum Beispiel der NRW-Landesverband mehrmals in Saalhausen, um für das sportliche Highlight des Jahres zu trainieren.

Drei Wochen vor dem Renntermin starteten die Feinarbeiten. Die Strecken wurden präpariert. Dazu gehörten Freischneidearbeiten an der Strecke. Die Marathon- und DM-Strecken mussten abgeflattert und Hindernisse entfernen werden. Dazu wurden die Tribünen und Brückenbauwerke als Streckenquerungen ebenso errichtet wie mehrere hundert Meter Streckenabsperrungen und Sicherungszäune.

Kommt Marathon-DM 2016?

Um die Strecke nochmals attraktiver zu gestalten, wurde der Start-/Zielbereich sowie der Sparkassen-Downhill umgestaltet. Im Sparkassen-Downhill wurde verschiedene Northshore Element integriert und im Start-/Zielbereich die Strecke nochmals zuschauerfreundlicher umgestaltet. Engelbertz: „Jetzt sind die Sportler mehrmals zu sehen, um die Spannung insbesondere in der entscheidenden Schlussphase zu steigern.“

Rund 200 Helfer waren im Einsatz. Die Feuerwehr sorgte für Sicherungsmaßnahmen, das Rote Kreuz sowie mehrere Ärzte sorgen für die Gesundheit der Teilnehmer ebenso für die Dopingkontrollen. Engelbertz: „BdR-Vizepräsiden Udo Sprenger und die übrigen Funktionäre waren derart begeistert dass sie nochmals darum baten, dass Shark Attack Saalhausen im kommenden Jahr auch die Deutschen Meisterschaften der Marathonisti ausführt.“

„Glänzen durch Abwesenheit“

Aber bei aller Freude: Engelbertz war über eine Sache sehr enttäuscht. Bei den ersten Deutschen Meisterschaften in einer olympischen Disziplin im Kreis Olpe sei kein entscheidender politischer Vertreter zu sehen gewesen. Sowohl Landrat als auch Bürgermeister hätten, so Engelbertz, „bei diesem herausragenden und einmaligen Ereignis durch Abwesenheit geglänzt.“

Ebenso sei von den touristischen Entscheidungsträgern keiner zu sehen gewesen. „Das ist eine Missachtung des sportlichen Highlights des Jahres im Kreis Olpe, im Grunde genommen Missachtung einer Veranstaltung, an der Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet teilnehmen, die bei keiner anderen Veranstaltung im Südsauerland hätten rekrutiert werden können. Noch trauriger ist die Tatsache, dass die Lennestädter Touristiker noch nicht einmal wissen, welche Radangebote in unserer Region existieren“, ärgert sich Engelbertz.

Werbung für Kreis Olpe insgesamt

Zu den Anwesenden in Saalhausen gehörte auf jeden Fall Franz Rotter, der Stadtsportverbandsvorsitzende von Lennestadt. Von ihm gab es ein dickes Lob für den ausrichtenenden Verein und die Bürger von Saalhausen insgesamt.

Rotter: „Das ist Werbung nicht nur für Saalhausen und den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft, sondern für ganz Lennestadt und den Sport im Kreis Olpe insgesamt. Das zeigt, dass es im Kreis Olpe nicht nur Fußball gibt, sondern dass solche Großveranstaltungen hier ausgerichtet werden können. Dazu zähle ich auch die Inline-WM letztes Jahr in Oberhundem.“