Ejob Solomun gewinnt locker in Attendorn

Das junge eritreeische Ehepaar Ejob Solomun und Mealat Yemene überzeugte als Kreismeister und mit Sympathie - die Triathleten überzeugen für die gute Sache.
Das junge eritreeische Ehepaar Ejob Solomun und Mealat Yemene überzeugte als Kreismeister und mit Sympathie - die Triathleten überzeugen für die gute Sache.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
„Diese Atmosphäre euphorisiert geradezu“, machte Ramona Wied von der SG Wenden, die Deutsche Meisterin der W40 im Halbmarathon, nach dem Citylauf in Attendorn deutlich.

Attendorn..  Sie wusste, wovon sie sprach: „In den Vorjahren habe ich schon mal überzogen.“ Sie hat aus diesen Fehlern gelernt und sicherte sich bei der Kreismeisterschaft über 10 Kilometer hinter ihrer Vereinskollegin Mealat Yemene Platz 2.

Vorangegangen waren die Wettbewerbe über 1500 Meter aller jugendlichen Altersklassen bis hin zum Bambinilauf. Die Nachfrage gerade bei den Jüngsten war derart groß, dass in zwei Klassen gestartet wurde: Schulkinder und Kindergartenkinder separat.

Väter und Mütter waren vielfach dabei, begleiteten die ersten Wettkampfschritte ihres Nachwuchses. Sie mussten nach Stürzen trösten, hoben ihre Sprössling wieder auf und trugen sie manchmal sogar auf dem Arm ins Ziel. Es war ein tolles Familienfest.

Taekwondo-Ass siegt bei Mädchen

Bei den Jugendläufen ging es nicht um Kreismeisterehren, da war oft die Gemeinschaft gefordert, aber kurz vor dem Ziel wurde zuweilen auch noch mal richtig losgelegt. „Schon wieder ein spannendes Finale, ja, St. Ursula gegen Rivius. Und da laufen zwei Hand in Hand zum Ziel.“ Moderator Uli Selter war immer auf der Höhe des Geschehens. Kaum ein Teilnehmer entging ihm, und manche dankten es ihm mit Zuwinken oder einem Lächeln trotz der Anstrengungen.

Der Moderator überschlägt sich: „Als Erste bei den Mädels Carolin Jäschke, ein Taekwondo-Ass.“ Oder: „Auf der Zielgerade Maike Pagon, das Funkenmariechen der Prinzengarde Ennest.“ Andere haben einen völlig anderen Hintergrund. Da ist ein junger Mann von der Werthmann-Werkstatt. Und Tom Kleine, Pressesprecher der Stadt, begleitet Andre Hoberg mit dem Handbike.

Auf der anderen Seite dann aber waren doch hoch ambitionierte Läufer wie der nationale U23-Titelträger über 10 000 Meter, Ejob Solomun, die Deutsche Polizei-Meisterin Carmen Otto, die Ultra-Athletin Kristina Tölle. „Die zehn Kilometer sind für Kristina nur ein Sprint“, bemerkte Uli Selter.

Bei beiden langen Distanzen machten sich ganze Familien auf den Weg. Und dann waren es Gruppen, die das Bild bestimmten: Mubea, Viega, Rivius und St. Ursula Gymnasium, Pink Lady und viele andere mehr.

Schließlich war auch der erste Diener seiner Stadt, Bürgermeister Christian Pospischil am Start. Unter 20 Minuten sei er schon gelaufen, „aber die beste Zeit ist vorbei. Nächstes Jahr nehme ich den Kinderwagen mit“, verriet er. Und jetzt: 21:22 Minuten, Platz 13 unter 65 Läufern.

Nicht am Start, aber dennoch sehr präsent, waren die Triathleten aus Attendorn und Olpe. Entweder in die Organisation eingebunden oder am eigenen Info-Stand machten sie auf ihre laufende Spendenaktion für drei caritative Einrichtungen in Olpe und Attendorn aufmerksam.

Dicker Guss von oben

Ach ja, auch die Herren kürten einen Kreismeister über zehn Kilometer. Ejob Solomun von der SG Wenden siegte vor Lothar Fischer vom TV Attendorn. Uli Selter versuchte immer wieder, den jungen Eritreer zum Streckenrekord zu treiben. Aber der hatte nach Wochen der Dauerbelastung bei hochkarätigen Meisterschaften die Worte seines Trainers Egon Bröcher im Ohr: „Ein lockerer Trainingslauf.“

Und der reichte dann ja auch, um mit einer guten 34er-Zeit dem Lauf seinen Stempel aufzudrücken und rechtzeitig noch im Trockenen durchs Ziel zu laufen, bevor der dicke Guss von oben kam. Doch am Ende schien allen wieder die Sonne. Und das passte auch zu dieser gelungenen Veranstaltung.