Ejob Solomun Deutscher Meister der U23

Wenden/Husum..  Die erste Handy-Verbindung mit Erfolgstrainer Egon Bröcher von der SG Wenden war problematisch - er war gerade auf der Rückfahrt von Husum abgetaucht, unter den Elbtunnel.

Doch zum Abtauchen dazu hatten er und seine Erfolgstruppe überhaupt keinen Grund. Und als sie das Tageslicht wieder sahen, konnte das Strahlen der Sonne an diesem Tag nicht größer sein als die zahlreichen Medaillen. „Ich kann mir das alles noch gar nicht richtig vorstellen, ich bin einfach nur überglücklich“, stammelte Bröcher kurz nach dem Elbtunnel ins Mobiltelefon.

Acht Medaillen

Die Deutschen Meisterschaften im Halbmarathon waren für die ohnehin schon erfolgsverwöhnten Athleten von der SG Wenden eine wahre Fundgrube für Edelmetall. Top-Acht-Platzierungen hatte Egon Bröcher im Vorfeld avisiert – und acht Läuferinnen und Läufer konnten medaillengeschmückt die Heimreise antreten. Einzig Nils Schäfer stand ein wenig traurig abseits, er allein blieb ohne Medaille. „Nils hatte etwas Pech, aber Husum brachte weitere wichtige Erfahrungen für sein noch langes Läuferleben“, tröstete Bröcher den talentierten Westerwälder, der mit 1:11:21 Stunden eine großartige Bestzeit lief, die aber „nur“ zu Rang 4 in der internen SGW-Wertung reichte. Für die Mannschaftswertung wurden die Zeiten der besten Drei addiert, und damit blieb für Nils Schäfer das Podium verwehrt.

Als zweitstärkster Verein etablierte sich die SG Wenden. Platz 2 – und das war für Egon Bröcher die eigentliche Sensation – das Frauentrio mit Christl Dörschl, Ramona Wied und Steffi Bröcher. Zum fünften Mal in Folge bei einer Halbmarathon-DM auf dem Treppchen, dieses Mal Rang 3, die Männermannschaft mit EjobSolomun, Tim Arne Sidenstein und Sven Christian.

Christel Dörschl Schnellste im Team

„Mit Nachdruck auf sich aufmerksam gemacht hat Ejob Solomun. Der 22-Jährige von der SG Wenden war dem Spitzenduo lange ebenbürtig und holte am Ende neben Platz drei im Gesamtklassement auch den Meistertitel in der U23. Und das in beachtlichen 64:58 Minuten.“ So steht es aktuell auf der Homepage des DLV.

Seit dem 1. Januar ist der junge Eritreer für die SG Wenden auch bei nationalen Meisterschaften startberechtigt und hat sich sofort in die DLV-Elite katapultiert.

Doch der hagere Athlet im roten Dress wurde noch getoppt von Ramona Wied (W45), die gleich mit drei Medaillen im Gepäck die Rückfahrt antreten konnte.

Zweimal Gold mit der Mannschaft W35/45 (mit Christl Dörschlund Mara Lückert) sowie Einzel-W45 und Silber mit der Mannschaft (Hauptklasse).Hinter Ramona Wied holte Mara Lückert noch Silber in der Einzelwertung W45.

Die Schnellste im SGW-Team, Christl Dörschl, kämpfte gegen massive Seitenstiche: „Ich habe mich durchgequält bis ins Ziel. Ich hatte immer die Mannschaftswertung im Blick.“