„Eisenmänner“ peilen 60 000 Euro Spenden an

Christian Begemann, Peter Dornseifer, Ernst Klein, Thomas Tippmann, Christian Klein, Uli Gabriel, Andreas Berndt und Wolfgang Rohe
Christian Begemann, Peter Dornseifer, Ernst Klein, Thomas Tippmann, Christian Klein, Uli Gabriel, Andreas Berndt und Wolfgang Rohe
Foto: WP
Was wir bereits wissen
„Tri für 3“ nennt sich das große soziale, aber auch sportliche Projekt, das der 45-jährige Sportlehrer Andreas Berndt angestoßen hat.

Olpe..  Im Nu konnte er sieben weitere „Eisenmänner“ vom TV Attendorn TriTime und Skiclub Olpe für seine geplante Spendenaktion gewinnen.

„Ich war direkt von der Idee begeistert, als mich Andy Berndt darauf angesprochen hatte“, war die erste Reaktion des mit Abstand erfahrensten Triathleten des Kreises Olpe, Christian Begemann aus Attendorn, der sich bereits 14 Mal einer Herausforderung stellte, die seinesgleichen im Wettkampfsport sucht.

Zwischen den rund acht Stunden für die Top-Elite und den 12 bis 16 Stunden, je nach Leistungsstand, liegt beim Ironman nur der Kampf gegen sich selbst, die Überwindung des inneren Schweinehundes.3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und dann noch ein ganz „normaler“ Marathonlauf zum krönenden Abschluss: für Otto Normalverbraucher ist schon jede einzelne Disziplin fast jenseits aller Vorstellung.

Projekt „Tri für 3“

Bis zum Sommer wollen die „glorreichen Acht“ Einblick in ihre Trainingsumfänge geben, und basierend auf ihren Kilometer-Angaben erhoffen sie sich jede Menge Spenden.

Spenden, die den drei caritativen Einrichtungen Josefshaus (GfO Kinderhilfe), Kinderhospizverein und Camino (Sterbehilfe zu Hause) durch Schwimmen, Radfahren und Laufen zukommen werden. Sie haben sich allesamt ein hohes Ziel gesetzt: Rund 60000 Euro sollen durch Spenden in die Kassen der drei Einrichtungen fließen.

„Auslöser war für mich die Autobiographie von dem Weltklassetriathleten Chris McCormack, der Spenden für die Forschung im Bereich von Brustkrebs sammelte. Seine Mutter starb an dieser Krankheit. Ich war bewegt von seinem Engagement und dachte, dass ich ihm in kleinerer Weise nacheifern könnte“, schildert Andreas Berndt seine Faszination von dieser Idee, die ihn seitdem nicht mehr losließ.

Hohe Motivation

Die sportliche Motivation ist unglaublich hoch, auch die Motivation, die finanziellen Ziele zu erreichen. Spender müssen vor allem von den Athleten geworben werden. Wieviel Cent oder Euro pro Kilometer (in Training und Wettkampf) spielt keine Rolle, Hauptsache: Spenden. „Das Kilometerreißen im Training wird nun noch mehr Spaß machen“, spornt sich Peter Dornseifer an. Und Uli Gabriel ergänzt: „Bei Wind und Wetter gibt es nun keine Ausreden mehr.“

Diese Aussage von Wolfgang Rohe (Attendorn) gilt stellvertretend für das gesamte Oktett: „Mit dem Bewusstsein, dass ich gesund meinen Sport betreiben darf und kann, möchte ich denen helfen, die das nicht können.“

Die Bekanntgabe des Projekts findet natürlich bei den betroffenen Einrichtungen begeisternde Resonanz. „Eine tolle Sache, da zählt jeder Euro eigentlich für 2 - Sie bewegen sich und bewegen andere.“ So die Reaktion von Corinna Schleifenbaum (Pressesprecherin Deutscher Kinderhospizverein).

Katharina Becker kommentierte als Koordinatorin vom Camino-Hospizdient der Caritas: „Ein tolles Neujahrsgeschenk. Nur durch solche Aktionen können wir vor Ort die Versorgung der Menschen sichern, die sie benötigen.“

Vom Förderverein des Josefshauses liegen den Organisatoren gleich zwei Statements vor. Carmen Erwes, 1. Vorsitzende des Fördervereins: „Die Aktion ist großartig, zumal mich große sportliche Herausforderungen selbst enorm reizen“.

„Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie solidarisch einzelne Menschen und Gruppen sich für Kinder und Jugendliche einsetzen und engagieren, die schon früh die Schattenseiten des Lebens kennenlernen musste“, sagte Reinhard Geuecke, Einrichtungsleiter des Josefshauses.