„Eine Herzensangelegenheit für mich“

Kreis Olpe..  Klaus Kraß hat alles durchlaufen im Handball. Spieler, Schiedsrichter, Trainer, Organisator. Ein Tausendsassa und Hans Dampf in allen Gassen. Jetzt ist er auch noch Kreis-Vorsitzender.

Er löst Fritz Korte ab, der die letzten sechs Jahre dieses Amt inne gehabt hat. Der Südsiegerländer war insgesamt 42 Jahre im Vorstand des Handballkreises Siegen-Wittgenstein und anschließend im Handballkreis Lennesieg in der Verantwortung. Wir konfrontierten Klaus Kraß mit Stichworten:

Neue Aufgaben

Zunächst einmal bedanke ich mich ganz herzlich für das Vertrauen. Hiermit geht für mich ein Wechsel von der operativen Ebene zur Funktionärsebene einher. Während ich bisher Spieler coachen und zu Leistungen motivierte, freue ich mich nun, mit einem Team von Fachleuten zu kooperieren. Ich freue mich auf diese neue Herausforderung!

Beruf und Ehrenamt

Die neue Aufgabe ist neben meinem Beruf sicherlich eine Herausforderung, der ich mich gerne stelle. Ich werde das Amt mit Freude und ausüben. Zeitliche Engpässe wird es sicherlich immer einmal geben, allerdings hoffe ich die Zeit, die mir zur Verfügung steht, so gut wie möglich im Sinne des Handballs verwenden zu können.

Emotionen

Handball ist eine reine Herzensangelegenheit für mich. Es geht nur mit Freude und Spaß am Umgang mit Menschen. Als Vorsitzender eines Handballkreises muss man seine Gefühle schon gut im Griff haben. Hier kommt es eher auf Ruhe, Besonnenheit und Abgeklärtheit an.

Strukturreform

Reformen gibt es seit Menschengedenken. Wichtig ist, dass man ein starkes Team bildet und offen und ehrlich anstehende Veränderungen angeht, analysiert und gemeinsam Verbesserungen auf den Weg bringt, wobei die Reformen im Schiedsrichterwesen sicherlich ein Schwerpunkte darstellt.

Elektronischer Spielbericht

Der wird sicherlich in alle Spielklassen Einzug halten. Die endgültige Umsetzung in alle Spielklassen wird voraussichtlich noch zwei Jahre in Anspruch nehmen. In den Fußballvereinen hat sich die elektronische Spielberichterstattung ja bereits seit Jahren bewährt.

Schiedsrichter

Ein wichtiger Punkt ist hier die Nachwuchsförderung, zu der unser neuer Schiedsrichterwart Andre Krause bereits neue Konzepte vorstellte. Da ich selbst auch Schiedsrichter bin, finde ich es sehr wichtig, junge Schiedsrichter - die anfangen zu pfeifen - bestmöglich zu fördern und zu unterstützen.

Nachwuchs

Gerade Kinder und Jugendliche liegen mir sehr am Herzen. Auch ich selbst habe von dieser Sportart profitiert und sie hat mir immer großen Spaß gemacht. Besonders die vielen netten Begegnungen mit anderen Sportlern haben mir in meinem weiteren Leben geholfen, ein gutes soziales und freundschaftliches Netzwerk aufzubauen. Der neue Lehrwart Markus Schürhof hat auf dem Handball-Kreistag in Schalksmühle schon einige Punkte angesprochen, wie eine Förderung für den Jugendbereich aussehen könnte. Hier gilt es, zu überlegen, wie man zum Kindern und Jugendlichen Freude am Handball vermittelt und zum Anderen auch die Auswahlmannschaften des Kreises mit gut ausgebildeten Trainern besetz. Hierbei sollen auch Referenten aus anderen Kreisen unsere heimischen Trainer unterstützen.

Großer Handballkreis

Der Handballkreis Lenne-Sieg setzt sich zusammen aus den Kreisen Siegen und Olpe, dem Märkischen Kreis und Teilen des Hochsauerlandkreises. Aufgrund der ländlichen Strukturen sind die Entfernungen zwischen den Vereinen groß und damit die Fahrten weit. Eine Lösung könnte sein, im Rahmen der Jugendausbildung Stützpunkte im Nord- und Südbereich zu bilden, um auf diesem Wege kürzere Anfahrtswege zu ermöglichen.

Lenne-Sieg-Pokal

Der Lenne-Sieg-Pokal sollte auf jeden Fall jährlich Bestandteil einer Handballsaison sein. Das Final-Four Ende April wurde zu einem riesengroßen Erfolg. Die heimische HSG Siegen richtete dieses Turnier vorbildlich aus.

Zukunft

Ich hoffe und wünsche mir von ganzem Herzen, dass diese Sportart trotz schwieriger Verhältnisse, wie zum Beispiel die demografische Kurve, ein bleibender Bestandteil unserer Gesellschaft bleibt und die unterschiedlichsten Menschen miteinander verbindet. Als Vorsitzender bin ich nur so gut mein Team. Ich weiß, dass ich auf den Positionen sehr gute Fachleute habe. Dies sind die Arbeiter im Weinberg, auf die ich stolz bin.

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