Ein Signal der Lautstärke 10

Olpes Amir Tahiri (rechts) eilt Jan Schultealbert davon.
Olpes Amir Tahiri (rechts) eilt Jan Schultealbert davon.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Als es 9:0 stand, bot sich an, einmal unter den Olper Schlachtenbummlern im Stadion „Große Wiese“ nach einem vergleichbaren Ergebnis zu fragen.

Hüsten/Olpe..  Doch selbst erfahrene Begleiter konnten sich nicht auf Anhieb an einen derart hohen Punktspiel-Sieg der SpVg Olpe erinnern.

An ein 10:0, das in diesem Moment fiel, logischerweise auch nicht. Mit diesem Ergebnis ließen die Olper Landesligafußballer den bedauernswerten SV Hüsten 09 zurück.

Bredebachs früher Doppelschlag

Die Kreuzberg-Elf gab mit diesem Brachial-Ergebnis ein „Signal“ ab, wie Trainer Ottmar Griffel es nachher formulierte. Ein Signal, bei dem der Lautstärkeregler bis zum Anschlag hochgedreht war. Stufe 10, wenn man so will. Griffel hatte im Vorfeld vor dem Gegner gewarnt angesichts dessen knapper Ergebnisse. Konsequenterweise hätte er total überrascht sein müssen, wie klar, wie erdrückend überlegen die Hürde Hüsten genommen wurde. „Sie haben uns am Anfang voll in die Karten gespielt, sie standen nicht geordnet,“ führte Griffel die Torflut auch auf den Fabelstart seiner Mannschaft zurück.

Nach nur elf Minuten führten die Kreuzberger mit 2:0, Philipp Bredebach hatte erst Torwart Tobias Johnke mit einen Flachschuss überwunden, dann die Kugel zum 2:0 über ihn hinweg gelupft. Schöne Tore, genau wie das 3:0 von Thomas Rath in der 32. Minute.

Unbändiger Torhunger

Aber es gehören immer zwei dazu: „Es ist zu einfach, gegen uns Tore zu schießen,“ sagte Hüsten-Trainer Torsten Garbe.

Ihr begeisterndes Spiel, ihr 4:0-Halbzeitstand, waren das eine, was die Olper auszeichnete. Das andere war ihr unbändiger Hunger nach immer mehr. Die mitgereisten Fans wurden für ihre Tour über die Kurven des Hohen Lenscheid üppig entschädigt, denn: In keiner Phase des Spiels nahm die Mannschaft in Weiß den Fuß vom Gaspedal. Sie griff an, als gelte es, im Europapokal ein 0:4 aus dem Hinspiel aufzuholen.

Ein Auftrag, der - um beim Bild zu bleiben - in der 52. Minute mit dem 5:0 durch David Ohm auch schon erledigt war. Dann durfte der Kapitän ran, Denis Huckestein drückte eine Ecke am langen Pfosten aus kurzer Entfernung über die Linie zum halben Dutzend. Ein Tor, das so nie fallen darf, das aber zeigte, in welcher Auflösung die Hüstener Defensive war.

Jannik Buchens 7:0 in der 67. Minute, wunderbar per Kopf aufgelegt von Marius Reiher, war lange noch nicht der Schlusspunkt. Das lag auch daran, dass Hüsten nun auch zu zwei elfmeterreifen Abwehraktionen griff. Fabian Fischer brachte Jannik Buchen nach dessen Körpertäuschung zu Fall (69.), Dirk Mikolajczak riss Buchen um (84.). Beide Male kam der Pfiff und der verwandelte Elfer zum 0:8 durch David Ohm und zum 0:10 durch Marius Reiher. Das 0:9 war Philipp Bredebachs 24. Saisontor.

Und es war der Anlass für die anfangs erwähnte Frage nach einem vergleichbaren Olper Sieg. Die blieb - noch - unbeantwortet. Doch lag Griffel sicher nicht daneben, als er von einem „historischen Auswärtssieg“ der SpVg Olpe sprach.