DFB-Präsident Theo Zwanziger besucht 2011 den Fußball-Kreis Olpe
29.12.2011 | 12:22 Uhr 2011-12-29T12:22:00+0100
Kreis Olpe.Die Fußballer im Kreis Olpe können auf ein ereignisreiches Jahr 2011 zurückblicken. Dabei floss so manche Träne - vor Freude, aber auch vor bitterer Enttäuschung. Mit dem FLVW-Kreisvorsitzenden Joachim Schlüter lässt die WAZ-Mediengruppe einige Ereignisse Revue passieren.
Bereits Im ersten Monat 2011 gab es ein absolutes Highlight. Am 24. Januar besuchte mit Dr. Theo Zwanziger erstmals ein amtierender DFB-Präsident den Fußballkreis Olpe .
Offizieller Anlass des Besuchs des Präsidenten des größten Sportverbandes der Welt war die öffentliche Rehabilitierung von Schiedsrichter Thorben Siewer aus Schreibershof, der im Dezember 2009 ohne Schuld in den Strudel des Wettskandals geriet und mit einer mehrmonatigen „Schutzsperre“ belegt wurde.
„Für den Fußballkreis Olpe war das eine herausragende Veranstaltung. Für Dr. Theo Zwanziger war das eine der leichteren Aufgaben in 2011. Die schwereren kamen erst noch“, blickt der FLVW-Kreisvorsitzende, Joachim Schlüter auf den Besuch des DFB-Präsidenten in Kirchveischede zurück.
Für Thorben Siewer war dies nicht nur eine Genugtuung, sondern der Auftakt in ein sehr erfolgreiches Jahr 2011. Im Sommer folgte der Aufstieg als Schiedsrichter in die 3. Liga und als Assistent in die 2. Bundesliga.
„Das war auch ohne die Zwangspause durch den DFB eine folgerichtige Entwicklung, bestätigt durch gute Leistungen“, freut sich Schlüter.
2500 Zuschauer sehen FC Lennestadt gegen Preußen Münster
Ein weiterer absoluter Höhepunkt fand am 16. November im Hensel-Stadion in Lennestadt statt. Vor rund 2500 Zuschauern zwang Bezirksligist Westfalenpokal den fünf Klassen höher spielenden Drittligisten SC Preußen Münster mit 1:1 in die Verlängerung . Dort musste sich der FC Lennestadt dann aber mit 1:4 beugen.
„Leider gab es kein Weiterkommen im Pokal für den FC Lennestadt, aber es war eine tolle Kulisse und eine Super-Organisation“, spart Joachim Schlüter nicht mit Lob in Richtung des FC Lennestadt, der schon in den ersten beiden Runden mit Siegen über Westfalenligist FSV Werdohl (3:1) und NRW-Ligist TuS Erndtebrück (3:2) für großes Aufsehen sorgte.
Finnentroper Siegesserie mit Aufstieg in die Landesliga belohnt
Klasse schlug sich auch die SG Finnentrop/Bamenohl im Westfalenpokal. In der ersten Runde brachte der Kreispokalsieger Regionalligist SC Verl mit 0:2 in Schwierigkeiten.
Apropos SG Finnentrop/Bamenohl. Die SG gewann zwischen September 2009 und Mai 2010 rund 30 Spiele in Folge (Meisterschaft und Pokal). Logische Konsequenz war die Meisterschaft in der Bezirksliga 7 und der Aufstieg in die Landesliga, wo der Neuling zum Jahreswechsel 2011/12 den hervorragenden vierten Platz belegt.
Auch Kreisvorsitzender Joachim Schlüter zieht vor dieser Leistung den Hut: „Die SG Finnentrop/Bamenohl zeigt in der laufenden Saison, dass sie zu Recht aufgestiegen ist. Sie behauptet sich souverän in der neuen Liga.“
Jubeln durften unter anderem auch die SF Möllmicke für die souveräne Meisterschaft in der Kreisliga A und der TV Oberhundem für die Meisterschaft in der Kreisliga B und die damit verbundene Rückkehr ins Oberhaus des heimischen Fußballs.
SV Ottfingen stolpert auf der Ziellinie
Doch wo Jubel ist, ist auch Enttäuschung. Die gab es am letzten Spieltag am Ottfinger Siepen.
Alles war vorbereitet für die Meister- und Aufstiegsfeier beim SV Ottfingen.
Vor rund 800 Zuschauern kam der SV Otfingen im „Finale“ gegen Niederschelden aber über ein 1:1 nicht hinaus und stürzte damit auf der Ziellinie vom ersten Platz, den die Griffel-Elf seit Herbst 2010 fast ununterbrochen belegt hatte. Da war auch der Aufstieg der 2. Mannschaft am selben Tag in die Kreisliga A nur ein kleines Trostpflaster.
Inzwischen schnuppern die Ottfinger wieder am Platz an der Sonne. Nur vier Punkte beträgt zur Jahreswende 2011/12 der Rückstand auf den Herbstmeister und Lokalrivalen VSV Wenden.
„Nach dem schon tragischen Nicht-Aufstieg hat sich die Mannschaft gefangen, Sie gehört wieder zur Bezirksliga-Spitze“, lobt Joachim Schlüter den SV Ottfingen.
Tränen der Enttäuschung flossen auch im Repetal. Nach 24 Jahren im überkreislichen Fußball stiegen die Sportfreunde Dünschede in die Kreisliga A ab.
Und auch für Ex-Bezirksligist FSV Helden, der in den letzten zehn Jahren - von den Bezirksliga-Jahren ganz abgesehen - immer ganz vorne in der Kreisliga A mitspielte, ging es eine Etage tiefer in die Kreisliga B.
SpVg Olpe mischt 2011die Westfalenliga auf
Für Furore sorgte 2011 auch wieder die klassenhöchste OE-Mannschaft: Westfalenligist SpVg Olpe. Zu Weihnachten 2010 lag die Buz-Elf mit zwölf Punkten ganz unten. Aber in der Restsaison holte sie 32 Punkte. Dabei zwang sie sogar den späteren Meister TuS Erndtebrück in einem klasse Spiel mit 3:0 in die Knie.
So ging es trotz Anlaufschwierigkeiten und Personalproblemen (Weggang von Stürmer Steve Meißner in der Vorbereitung) in der neuen Saison weiter. Mit 24 Punkten liegt Olpe auf Platz 8.
Die junge Buz-Elf holte im Jahr 2011 in 35 Spielen insgesamt 56 Punkte. Vor allem auf dem heimischen Kreuzberg ist die SpVg Olpe eine Macht. So konnten die letzten sechs Heimspiele des Jahres 2011 alle gewonnen werden.
Aber dunkle Wolken brauten sich auf einer anderen Ebene über dem Olper Kreuzberg zusammen: Bei den Finanzen.
„Dieser Weg führt in die Insolvenz“ , warnte das damalige Vorstandsmitglied Dieter Hochstein auf der Mitgliederversammlung am 21. Oktober ob der der klammen Vereinskasse. Das schockte nicht nur die anwesenden Mitglieder im Kolpinghaus.
Inzwischen sind die gröbsten finanziellen Probleme ausgeräumt . Joachim Schlüter freut sich darüber: „Die Entwicklung der SpVg Olpe ist doppelt positiv. Die erste Mannschaft spielt in der Westfalenliga bisher eine sehr gute Saison, die Offiziellen haben die strukturellen Probleme erkannt und arbeiten daran. Erste Erfolge machen Hoffnung.“
Kreis Olpe bleibt von Gewalt auf Fußballplatz verschont
Natürlich darf bei einem Resümee auf das vergangene auch ein Ausblick auf das kommenden Jahr nicht fehlen. Durch die Spielklassen-Strukturreform nach dieser Serie kann man auf viele spannende Spiele bis zum Schluss der Serie Mitte Juni hoffen.
Das sieht auch Joachim Schlüter so: „Für die Mannschaften wird es noch eine spannende Rückrunde. Aufstieg und Abstieg werden wohl durch die neue Spielklassenstrukturreform erst spät entschieden.“
Und was waren für den FLVW-Kreisvorsitzenden die bedeutendsten Fußball-Ereignisse außerhalb des Kreises Olpe? Joachim Schlüter: „Da war eine spannende Bundesliga mit einem verdienten Deutschen Meister Borussia Dortmund. Dann die tollen Auftritte der Männer-Nationalmannschaft. Die gute Organisation mit dem leider etwas enttäuschenden Abschluss der Damen-Weltmeisterschaft in Deutschland. Die zunehmenden Gewalt-Probleme, zum Glück aber nicht im Kreis Olpe. Und zum Schluss der Umbruch beim DFB mit dem im März bevorstehenden Wechsel im Präsidentenamt von Dr. Theo Zwanziger auf Wolfgang Niersbach.“
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