Daumen drücken für die „Glorreichen Sieben“

Ganz oben auf dem Podest: Sven Daub, Tim Arne Sidenstein und Alexander Henne holten die Deutsche Crossmeisterschaft für die SG Wenden.
Ganz oben auf dem Podest: Sven Daub, Tim Arne Sidenstein und Alexander Henne holten die Deutsche Crossmeisterschaft für die SG Wenden.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Countdown läuft nicht nur für die SG Wenden, sondern auch für zwanzig weitere europäische Spitzenvereine, die auf den Crossstrecken zu Hause sind. Daumen drücken heißt es nun für den siebenköpfigen Kader von Trainer Egon Bröcher, der einen Athleten aber abseits der Startlinie postieren muss.

Wenden/Guadalajara..  Es ist die erste NRW-Mannschaft in der Champions League der Crosselite seit 20 Jahren. Wer sind diese Ausnahmeläufer, und wer hat den Grundstein für die Qualifikation gelegt?

Die Basis legte das Trio Tim Arne Sidenstein, Alexander Henne und Sven Daub, das im Vorjahr ganz überraschend Deutscher Mannschaftsmeister im Crosslauf wurde.

Dabei muss auch Christian Biele erwähnt werden, dessen Platzziffer auch noch für den DM-Titel ausgereicht hätte. Alle namhaften Vereine hatten sie im nationalen Vergleich in Löningen (Niedersachsen) hinter sich gelassen. Von Löningen nach Guadalajara (Spanien) - nur ein „kleiner“ Schritt.

Doch von dem offiziellen Meister-Trio wird Alexander Henne fehlen:„Ich habe im Herbst eine Auszeit von drei Monaten genommen. Wir haben ein Haus gekauft. Das musste auf Vordermann gebracht werden.“ Allerdings machte er unmissverständlich klar, dass er wieder einsteigen will: „Die Form ist noch ganz unten. Aber ich komme wieder, alles nur eine Frage der Zeit.“ Da will einer wieder angreifen, nach dem Motto „Konkurrenz belebt das Geschäft“.

Für Christian Biele dagegen sind es massive gesundheitliche Beeinträchtigungen, die ein Leistungstraining schon vor einem Jahr nicht mehr erlaubt hatten: „Ich konnte schon in Löningen nur dank Schmerztabletten teilnehmen. Für Egon Bröcher und die Mannschaft habe ich es aber getan. Ich war schon bei vielen Ärzten, bei fünfzehn habe ich aufgehört zu zählen. Ich weiß nicht, wo ich dran bin.“

Tim-Arne Sidenstein (25)

Der SG-Leitwolf: „Das hat schon einen ganz besonderen Stellenwert.“ Und der Ausnahmeathlet ist schon etwas herumgekommen. Vor Jahresfrist erst hatte er eine Einladung zu einem international glänzend besetzten Crosslauf in Marokko erhalten. „Persönlich kenne ich keinen der Gegner, vom Namen her schon“, erzählt der aus Wilnsdorf stammende Athlet.

Sven Christian Sidenstein (27)

„Das ist für mich ein Riesensprung. Ich habe ja erst im Dezember 2013 richtig mit dem Laufen begonnen, nachdem mich zuvor Rückenprobleme plagten. Aber dank viel Krafttraining habe ich das in den Griff bekommen. In Spanien will ich einfach nur mein Potenzial abrufen.“

Simon Huckestein (29)

„Ich fühle mich einfach nur gut. Wir haben bis letzte Woche sehr gut trainiert, jetzt kommt die Erholungsphase und in Spanien wollen wir nur noch Spaß haben. Wir wollen uns nicht verstecken, wir wissen, was wir können, aber wir wissen auch, was die anderen können. Ich selbst werde offensiv laufen, muss aber aufpassen, dass ich nicht überziehe. Ich bin auf diesen langen Strecken noch nicht zu Hause.“

Niklas Bühner (25)

Nach vier Jahren USA (Studium) wieder zurück: „Ich denke, dass der Kurs in Spanien schwerer ist als ich es aus den USA gewohnt bin. In Europa sind die Crossstrecken oft verwinkelt, eckig, dazu auch matschiger. Das wird sicher sehr schwer. In den USA waren wir bei Wettkämpfen oft unter uns, aber das hier wird meinerster Wettkampf mit Teilnehmern aus so vielen Ländern.“

Nils Schäfer (24)

Seit 2013 Läufer bei der SG Wenden. Er sagt über die Vorbereitung: „Ja, der Trainingsaufbau war schon etwas anders als normal. Es wurde auch viel Tempo gemacht, eher atypisch für den Winter. Aber ich fühle mich so gut wie noch nie. Mein persönliches Ziel ist es, als Vierter in unsere Mannschaftswertung zu kommen.“

Sven Daub (34)

„Das ist natürlich für mich das absolute Highlight meiner bisherigen Laufbahn, und die wird ja zumindest mit der bisherigen Intensität auch nicht mehr so lange andauern. Ich habe eine große Vorfreude und der Adrenalinspiegel steigt von Tag zu Tag. Das wird bei meinen Kollegen nicht anders sein.“

Marco Giese (22)

„Vor einem Jahr war ich eigentlich nur der Mittelstreckler, habe aber im vergangenen Sommer meine Ausdauerfähigkeit ziemlich verbessert. Daher bin ich nicht komplett überrascht, für Spanien nominiert worden zu sein, wenn auch nur als Ersatzmann. Natürlich wünsche ich niemandem, dass er kurzfristig ausfällt. Für mich wird das auch so super interessant und von bleibendem Wert sein.“