Carmen Otto beherrscht den Biggesee-Marathon

Carmen Otto gewinnt den Biggesee-Marathon souverän.
Carmen Otto gewinnt den Biggesee-Marathon souverän.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Bedrohlich schob sich eine schwarze Regenwolke nach der anderen von Westen her in die Waldenburger Bucht. Doch was Wunder: Es fiel nicht ein einziger Tropfen während des insgesamt fünfstündigen und fünften Biggesee-Marathons. Ausrichter TV Attendorn hatte Wetterglück.

Attendorn..  Zwar fehlte dadurch das hochsommerliche Flair, auch verlor sich kein Badegast an der ohnehin schmalbrüstigen, weil abgelassenen Biggetalsperre. Doch den gut 200 Aktiven des Marathons dürften die kühlen Temperaturen ganz recht gewesen sein.

Kühl war auch die Jubelpose des Siegers. Peter Haarmann von den Sportfreunden Ennepetal holte sich den Titel über die 42-Kilometer in 3:19,19 Stunden. Damit lag er im Ziel 1:25 Minuten vor Jan Prochaska von der LG Nord Berlin.

40 von 42 Kilometern vorn

Im Ziel reckte Haarmann den rechten Zeigefinger in die Luft. Es war nicht der Überschwang eines Läufers, der um Haaresbreite triumphiert. Dazu hatte Haarmann das Rennen auch zu klar dominiert. Über 40 Kilometer hatte er die Führung ununterbrochen innegehabt.

Dennoch: „Ich bin nicht klug gelaufen,“ übte der 49-Jährige nachher Selbstkritik, „vom Kopf her ist das anstrengend.“ Da sei es schon angenehmer, bei 40 Kilometern noch Sechster zu sein und dann noch vier Leute zu überholen. So wie vor drei Wochen in Menden, wo er Zweiter wurde.

Von Haus aus ist Haarmann Ultraläufer, hat schon gut 100 Marathons auf dem Buckel. Dennoch hatte er Respekt vor dem in Attendorn. „Ich habe ein Jahr lang wegen einer Verletzung gar nichts gemacht,“ verriet Haarmann, der seit dem Jahr 2000 läuft. Ab Januar hat er sich wieder herangearbeitet und durfte sich in Attendorn über den Sieg freuen. Den hatte er übrigens einkalkuliert: „Ich habe mit meiner Frau verabredet, nachher noch in die Sauna zu gehen und habe ihr gesagt: Kann sein, dass ich gewinne, dann wird’s später.“

Wie Peter Haarmann lobten alle Beteiligten die wunderschöne Strecke. „Ein sehr schöner Lauf,“ sagte Jan Prochaska, ebenso Ultraläufer wie Sieger Haarmann. Zuletzt hat er noch die 234 Kilometer von Berlin nach Usedom bewältigt. Da ist ein Marathon an der Bigge eher ein Ausflug ins Grüne.

Jetzt zu den 4Trails

Auch Carmen Otto genoss beides: Das Ambiente des Marathons durch die Natur - und ihren Sieg über die 42 Kilometer. „Eine richtig schöne Strecke. Da waren ein paar knackige Aufstiege dabei,“ sagte die Läuferin aus Kirchhundem. Sie startete für das Sport Schneider Trail Team - und der Team-Name sagt es schon: Was Steigungen angeht, ist Carmen Otto einiges gewohnt. Noch vor Wochenfrist hatte sie den Trail-Run in Sundern gewonnen.

Im Juli nimmt sie sich dann die „4Trails“ vor, ein Vier-Etappen-Rennen durch Stationen mit respekteinflößenden Namen wie Berchtesgaden, Ruhpolding und Bad Reichenhall über insgesamt 162,4 Kilometer.

Am Samstag in Attendorn legte Carmen Otto einen Start-Ziel-Sieg hin. „Auf den ersten zehn Kilometern habe ich gebummelt,“ berichtete sie. Aber dann hatte sie ihre Verfolgerinnen aus den Augen verloren. 3:34,46 Stunden war ihre Zeit nach 42 Kilometern, fast eine halbe Stunde ihr Vorsprung auf die Zweiplatzierte Judith Scheifler aus Bad Soden (Hessen).

Den Halbmarathon gewann Alexander Dackiw (Spiridon Frankfurt) bei den Männern in 1:23,20 Stunden und Maria Hesse vom Lauftreff Decksteiner Weiher in 1:47,09 Stunden. Der Viertelmarathon ging an Constantin Pantel vom FSV Helden, er siegte vor Lothar Fischer vom TV Attendorn Tri Time.

Hennes Fabel-Rekord unangetastet

Erwartungsgemäß hielt der Streckenrekord. Die sagenhaften 2:53,16 Stunden von Alexander Henne, Läufer der SG Wenden, sind wohl auch so bald nicht zu knacken. Auch die Marke von Krisina Tille von 3:47,53 Stunden hatte Bestand. Die Attendornerin hatte mit dieser Zeit das Rennen 2014 gewonnen. Diesmal war die Titelverteidigerin nicht mit von der Partie.