Beim SV 04 Attendorn schrillen Alarmglocken

Kreis Olpe..  Ein großer Trainer, ein großer Geburtstag: Am Karsamstag feierte Dettmar Cramer, Europapokalsieger mit Bayern München 1975 und 1976, seinen Neunzigsten.

Einer, der sogar einmal unter Dettmar Cramer trainiert hat, sah sich am Ostermontag das Spiel Hüsten 09 gegen die SpVg Olpe an: Harald Adloff aus Olpe. Der spielte Anfang der 60er Jahre im Tor der Sportfreunde Lüdenscheid 98 und gehörte auch der Westfalenauswahl an, die von Dettmar Cramer betreut wurde. Und wie war der Trainer, der sich später in Napoleon-Uniform ablichten ließ, so? Adloff: „Ein strenger Hund. Total konsequent.“ Theoretisch habe er richtig was drauf gehabt. Das können Cramers spätere Spieler, die die stundenlangen Analysen Cramers genossen, bestätigen.

Prominenten Besuch hatte das Attendorner Hansastadion am Ostermontag. Und das in doppelter Hinsicht. Auf der vereinseigenen Tribüne des SV 04 verfolgte Hans-Joachim Watzke den 1:0-Sieg von RW Erlinghausen. „Ich bin hier, weil mein Sohn Andre spielt“, betonte „Aki“ Watzke in der Halbzeitpause. Der 1. Vorsitzende von RW Erlinghausen und Geschäftsführer von Borussia Dortmund in Personalunion nutzte die kurze Pause zwischen den BVB-Heimspielen gegen Bayern München am Samstag und im DFB-Pokal gegen Hoffenheim zu einem Abstecher in die Hansestadt.

Wenige Meter vor dem obersten Borussen lief Oliver Ruhnert die Seitenlinie rauf und runter. Der Schiedsrichter-Assistent ist normalerweise in der Oberliga zu Hause. Aber was noch wichtiger ist: Ruhnert ist Direktor Nachwuchs beim FC Schalke 04. „Das ist schon eine besondere Konstellation“, schmunzelte der Chef der „Knappenschmiede“ in der Pause. Zuvor hielt der 42-Jährige noch ein kurzes Schwätzchen mit seinem Kollegen vom BVB.

In einem Punkt sollte Watzke am Ostermontag Unrecht haben. „Wenn beide Mannschaften so weiter spielen, fällt in den 90 Minuten kein Tor mehr“, hatte er nach einer ereignisarmen ersten Halbzeit gemutmaßt. Über das Tor des Tages von Pascal Raulf in der 51. Minute hat sich Watzke bestimmt nicht geärgert. Nachher nutzte Vater Watzke die Gelegenheit zum Gespräch mit seinem Sohn Andre, der bei Erlinghausen zu den Leistungsträgern gehörte.

Nach fünf Niederlagen in Serie schrillen beim SV 04 alle Alarmglocken. „Wir müssen noch drei Siege einfahren“, lautet die Rechnung des sportlichen Leiters Bernd Klein. Schon vor Wochen hatte Trainer Lars Mebus die Parole ausgegeben, „so schnell wie möglich zehn Punkte zu holen“. Zu den 19 Zählern der Hinserie ist noch kein weiterer Punkt dazugekommen.

Und jetzt geht es zum souveränen Spitzenreiter SpVg Olpe. Nach zwei roten Karten und einer gelb-roten Karte in den letzten beiden Spielen gegen Hakan Firat, Raffael Klein und Robin Entrup und einigen Verletzungs-Ausfällen stellt sich die Mannschaft des SV 04 im Kreuzbergstadion wohl von selbst auf.

Alle Achtung, SV Rothemühle! Trotz großer Personalnot ist der Bezirksligist seit sechs Spielen ungeschlagen. Am Montag fehlte der Wolf-Elf eine Minute zum Sieg gegen den souveränen Tabellenführer Kiersper SC. Rothemühle liegt auf Platz 7 und hat nur drei Punkte Rückstand auf den Zweiten Freudenberg. Und dabei hat Rothemühle wegen des Spielabbruchs gegen Ottfingen am 15. März noch ein Spiel weniger als die Konkurrenten - außer natürlich der ein Punkt besser stehende SV Ottfingen - bestritten.

Super-Joker Yannick Rüthing: Der Spieler des FC Lennestadt II wurde am Mittwoch im Kreisliga-Spiel beim SC LWL in der 84. Minute eingewechselt. Sechs Minuten später erzielte er den 1:1-Ausgleich. Mit diesem Tor stürzte der SC LWL vom ersten Platz der Kreisliga A. Auch am Saisonende könnte dieser Treffer große Bedeutung im Kampf um den Bezirksliga-Aufstieg zwischen LWL und dem Spitzenreiter VfR Rüblinghausen haben.