„Alle zufrieden im Veischedetal“

Kirchveischede/Bonzel..  Nein, das Wort „Bezirksliga“ war ihm nicht zu entlocken. Aber Christopher Bröcher, Sportlicher Leiter der SG Kirchveischede/Bonzel, hatte es in diesem Falle auch leicht, diesen Ball abzuwehren. Er hatte die Statuten auf seiner Seite. „Wir dürfen als SG noch gar nicht aufsteigen. Erst nach zwei Jahren.“

In der Tat ist die Spielgemeinschaft gerade einmal ein gutes Jahr alt und stieg erst 2016 in die Kreisliga A auf. Dort belegt sie einen hervorragenden 4. Platz, nur zwei Punkte hinter dem Ersten. „Damit sind wir alle im Veischedetal sehr zufrieden,“ stellte Christopher Bröcher klar, dass das Streben nach Höherem (noch) kein Thema ist.

Dennoch: Nach einem Drittel der Saison kann man nicht mehr von einer Momentaufnahme sprechen. Woher kommt dieser starke Start? In der starken Liga? Bröcher: „Volker March trainiert uns seit diesem Sommer. Wir wollten zur Abwechslung wieder einen Trainer, der draußen ist. Er hat die Spieler in recht kurzer Zeit weitergebracht und dazu zwei, drei Jugendspieler eingefügt.“

Der Sportliche Leiter hat bisher nahezu alle Spiele der SG gesehen. Sein Urteil: „Wir waren nie wirklich schlechter als der Gegner.“ Gegen den VfR Rüblinghausen hatte die March-Elf geführt und verloren. Glück hatte sie im Spiel beim Mitaufsteiger Rot-Weiß Hünsborn II am 2. Oktober, das räumt Bröcher ein: „Bis kurz vor Schluss stand es 0:0, dann haben wir noch zwei Tore gemacht.“

Das erste davon ging auf das Konto von Michael Kirchhoff. Der führt mit 10 Treffern die Torjägerliste der Kreisliga A an. „Er ist im Moment super in Form,“ lobt Bröcher den Stürmer, übrigens Sohn des DJK Bonzel-Vorsitzenden Heinz Kirchhoff. Ein Eigengewächs wie alle im Kader. „Die Spieler kommen nur aus Bonzel, Bilstein und Kirchveischede,“ informiert Christopher Bröcher.

Wie auch die Dominik Allebrodt und Sebastian Kaufmann, die beim FC Lennestadt reichlich Landesliga-Erfahrung sammelten und 2015 zurückkehrten. Die beiden spielen auf den Sechserpositionen. „Dadurch haben wir in der Zentrale ein sehr starkes Duo,“ weiß Bröcher, „Sebastian Kaufmann ist der Chef auf dem Platz.“ Und wer weiß, wie stark die Mannschaft wäre, wenn Timo Günnemann nicht seit Wochen verletzt ausfiele. „Auch er ist herausragend,“ sagt Bröcher und hofft, dass Günnemann bald zurückkommt.

Christopher Bröcher verhehlt nicht, dass die Gründung der SG Kirchveischede/Bonzel zunächst mit Argwohn begleitet wurde. „Die gab’s natürlich, die Skepsis, ob die Vereine ihre Eigenständigkeit nicht verlieren. Kritische Stimmen gab es schon.“ Die seien aber „anderthalb Jahre später komplett verstummt,“ versichert er. Aus seiner Sicht sei das Verhältnis zwischen Bonzel und Kirchveischede ohnehin nicht problematisch gewesen. 30 Jahre lang gab es schon eine gemeinsame Jugendarbeit: „In der Mannschaft habe ich selbst gespielt,“ erinnert sich Bröcher.

Ob ein Aufstieg mal möglich ist oder angestrebt wird, ist zurzeit zweitrangig bei der SG. Sowohl die DJK Bonzel als auch der SSV Kirchveischede haben schon Bezirksliga gespielt. Aktuell aber fühlt die SG sich in der A-Liga wohl. „Hier sind Derbys, auf die wir uns freuen,“ sagt Bröcher. Wie zuletzt das mit 3:0 gewonnene Stadtduell beim SSV Elspe. Oder in zwei Wochen das bei RW Lennestadt.