Adiller hält und verwandelt: SV Rothemühle holt Kreispokal

Kopf zu tief- und das aber richtig: Der Rothemühler Sebastian Kraft (links) klärt unkonventionell gegen den Olper David Ohm. Die Szene wurde abgepfiffen.
Kopf zu tief- und das aber richtig: Der Rothemühler Sebastian Kraft (links) klärt unkonventionell gegen den Olper David Ohm. Die Szene wurde abgepfiffen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Sedat Adiller war der Mann des Abends. Der Torwart des SV Rothemühle hielt beim Elfmeterschießen im DFB-Kreispokal-Endspiel gegen den klaren Favoriten SpVg Olpe den Ball von David Ohm und verwandelte danach für seine Mannschaft den entscheidenden Elfer zum 6:5 (2:2, 2:0)-Endstand.

Rothemühle..  Damit geht der Krombacher Pokal nach 2007 und 2008 erneut an den SV Rothemühle. Und Trainer Maik Wolf verabschiedet sich zum Saisonende nach zwölf Jahren mit einem Titel vom Rothenborn.

Über die Saison gesehen war dieser Erfolg nicht einmal unverdient. Denn nach Finnentrop/Bamenohl (2:1), RW Hünsborn (2:0) und SV 04 Attendorn (3:1) war die SpVg Olpe der vierte Landesligist, den der SVR in diesem Wettbewerb bezwang.

„Ein Traum! Unbeschreiblich. Mit 40 Jahren noch einmal den Pott zu holen,“ jubelte Adiller nachher.

Mit Riesenapplaus wurde der SV Rothemühle von denen unter den 350 Zuschauern, die es mit der Heimelf hielten, in die Pause verabschiedet. Der erste Durchgang ging an den vermeintlichen Außenseiter; es schien, als seien die Rollen vertauscht: Die Elf in Rot sei die Klassenhöhere und nicht die in weiß.

Folgerichtig lag der SVR auch in Führung, und das durch einen Doppelschlag in der 20. und 22. Minute. Sehenswert war das 1:0. Da hatte Daniel Morillo Rigau eine weite Flanke von halbrechts in den Strafraum gezogen, Ömer Sönmez nahm das Leder mit vollem Risiko volley und drosch es unhaltbar für Christian Bölker in die Maschen.

Kurios war da schon eher das zweite Rothemühler Tor. Ein Missverständnis zwischen Keeper Bölker und Denis Huckestein durchschaute Eike Pfeiffer, eroberte den Ball mit Leichtigkeit und stand vor dem leeren Tor. Das ließ er sich nicht entgehen und erhöhte.

Griffels früher Doppelwechsel

Wie verhagelt der Olper Start war, lässt sich daran ablesen, dass SpVg-Trainer Ottmar Griffel nach nur einer halben Stunde zwei Wechsel vornahm: Er nahm Alexander Tomm und Lennart Arens vom Platz und brachte Alexander Ochs und Christian Griffel, die zuletzt in Hünsborn begonnen hatten.

Ein umgekehrtes Bild bot die zweite Halbzeit. Da drängte der Favorit vehement auf die Wende, die Olper machten den Dampf, es entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor, auf das von Sedat Adiller. Der Anschlusstreffer lag schon in der 55. Minute in der Luft, doch Karimu rettete vor Jannik Buchen.

Dann aber war es doch soweit, der Kapitän besorgte das 1:2. Denis Huckestein köpfte einen Eckball in der 68. Minute ins Tor. Amir Tahiri rettete die SpVg Olpe schließlich in die Verlängerung. Einen Schuss von Jannik Buchen, der in der 88. Minute noch die Latte traf, konnte Sedat Adiller nur zur Seite abwehren, und aus dem Gewühl heraus, aus fünf Metern staubte Tahiri ab. In der Verlängerung hatten die Olpe nochmals eine Riesenchance durch Ohm, doch Moritz Schweitzer rettete für seinen geschlagenen Torwart auf der Linie.