85 Jahre Mitglied, das gibt’s wirklich

Lennestadt..  Man schaut zweimal hin, so unglaublich ist die Zahl: Seit 85 Jahren ist Hermann Hoberg Mitglied der TSG Lennestadt. Auf der Generalversammlung ehrte ihn der Verein dafür gebührend.

Kaum ein Ehrungsbeauftragter im Kreis Olpe dürfte mit einer solchen Zeitspanne jemals konfrontiert worden sein. Es war auch nicht so, dass der Vorstand dem Jubilar die Urkunde zuhause übergeben musste. Der Mann stand rüstig dort vorn im Tagungslokal. Zwischen all’ den anderen Jubilaren.

Eigentlich ist Hermann Hoberg, der in diesem Monat noch seinen 95-jährigen Geburtstag feiert, schon mit neun Jahren in den Verein eingetreten. So gesehen hätte er im letzten Jahr geehrt werden müssen. Doch: „Ich wurde erst mit zehn Jahren im Verein registriert. Das sollte das Rechnen für mich in der Zukunft vereinfachen“, erzählte Hermann Hoberg lachend.

Halbe Stunde Sport täglich

Das war sehr vorausschauend geplant, damals im Jahr 1930. Denn es sollte noch viel zu rechnen geben im Zusammenhang mit Sportkamerad Hoberg, und das mit immer höheren Zahlen.

Bis zu seinem 85. Lebensjahr hat Hermann Hoberg aktiv am Turnen teilgenommen, heute hält er sich täglich mit einer halben Stunde Sport vor dem Frühstück fit. Auch wenn er zugeben muss, dass es ihm inzwischen etwas schwerer fällt: „Er schafft noch 15 Liegestütze. Ganz mit der Nasenspitze auf den Boden schafft er es aber nicht mehr,“ heißt es in der Pressemitteilung der TSG Lennestadt.

Gefürchteter Torjäger

Begonnen hat seine Geschichte zusammen mit Willi Rauchheld in der Turnabteilung des TV Meggen. Dort kam er dann auch mit dem Feldhandball in Berührung. Er spielte in der 1. Mannschaft des VfB Meggen als gefürchteter Torjäger. In den 60er Jahren übernahm er als Übungsleiter eine Turngruppe, die er von 13 auf 130 Kinder vergrößerte. Und fortan fuhr die Abordnung des Vereins nicht mehr nur mit zwei Pkw zum Bezirksturnfest nach Drolshagen - sondern mit zwei Bussen.

1962, mit 42 Jahren, legte Hermann Hoberg noch das Goldene Sportabzeichen ab. Weitsprung, Hochsprung, Laufen und Schwimmen gehörten zu den Anforderungen. Obendrauf noch eine Fahrradtour von Bilstein nach Bamenohl, dann zurück bis Grevenbrück. Macht 20 Kilometer.

Endlich ein vernünftiges Kissen

Außer einer Urkunde dankte der TSG-Vorstand dem XXL-Jubilar mit zwei Präsenten. Zum einen überreichten sie Hermann Hoberg ein Sitzkissen; ein Utensil, das er sich bei den Veranstaltungen der TSG oftmals gewünscht hatte. Das Kissen versahen sie ebenso mit einem Foto von ihm wie eine Bierflaschen-Sonderanfertigung aus der Krombacher Brauerei.

Die nächste Feierlichkeit lässt nicht mehr lange auf sich warten: Zu Hermann Hobergs 95-Jährigem Geburtstag wird ihm natürlich der TSG-Vorstand gratulieren, aber auch der Schützenverein Meggen und der Bürgermeister.