4878 Stimmen für den Bestattungswald
30.01.2011 | 18:23 Uhr 2011-01-30T18:23:00+0100
Olpe. Jubel am Sonntag gegen 18 Uhr im Rathaus. Die Interessengemeinschaft hat einen klaren Erfolg eingefahren. 4878 Bürger haben sich für einen Bestattungswald in Sondern ausgesprochen, 1376 dagegen.
Zusammen mit 22 ungültigen Stimmen haben 31,20 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Abstimmungsrecht Gebrauch gemacht - allen Unkenrufen im Vorfeld, das Verfahren sei zu kompliziert, zum Trotz. Peter Kühn machte deutlich, dass die Betreiber des Bürgerentscheids nun auch konkretes Handeln erwarten. Aber: „Wir vertrauen der CDU, dass sie den Bürgerentscheid auch umsetzt.“
Klapheck lag richtig
Das sagte Klaus Klapheck, Vorsitzender der CDU-Fraktion, gestern im Rathaus zu. „Ich nehme an, dass der Entscheid noch dieses Jahr umgesetzt wird.“ Er habe keinen Zweifel am Erfolg des Bürgerentscheids gehabt und auf etwa 75 Prozent Ja-Stimmen getippt.
Auch Bürgermeister Horst Müller war nicht überrascht: „Es war seit einigen Wochen zu erkennen, was kommen würde.“ Jetzt müsse man „diese 5000 Quadratmeter so herrichten, dass man dort einen Bestattungswald einrichten kann.“ Er kenne das Waldgebiet, seit er mit Verantwortlichen von Ruheforst und Friedwald dort gewesen sei. Alle hätten abgewunken: zu klein, zu laut, zu nah am Friedhof.
Alternative zum Friedhof
Vielleicht, so der Bürgermeister, sei es vielen eher um einen Bestattungswald als Alternative zum Friedhof an sich gegangen und nicht konkret um genau dieses Waldstück. Sicher gebe es aber auch einige, die aus Unzufriedenheit mit einzelnen Ratsentscheidungen mit Ja gestimmt hätten.
Er gehe jetzt davon aus, dass man bei den Gebühren eine Zusammenlegung mit dem Kommunalfriedhof vornehmen müsse, auch um allzu hohe Kosten für die Bestattung im Wald zu vermeiden.
Klaus-Peter Langner, SPD-Politiker im Olper Rat, hatte eine Flasche Sekt mitgebracht. Kurz nach der Bekanntgabe des Ergebnisses, das nach sechs Briefwahlbezirken im Rathaus ausgezählt worden war, stießen die Befürworter des Bestattungswaldes damit an. Für Peter Kühn, Karl Caumanns und Wolf Heller hat sich „der Einsatz gelohnt“, wie Kühn zufrieden betonte. Seit Juni haben sie sich - zuerst im Bürgerbegehren und später beim Bürgerentscheid - eingebracht. Jetzt gehe es noch darum, abzurechnen, sagte Kühn, und meinte die Spenden, die von der Interessengemeinschaft u.a. für Flyer . ausgegeben worden waren.
Zweiter Bürgerentscheid in zehn Jahren
Dieser Bürgerentscheid war der zweite in zehn Jahren. Im August 2001 war es um den Erhalt des Freibades gegangen. Auch damals gab es eine Mehrheit für den Bürgerentscheid. Allerdings lautete der Auftrag der Bürger seinerzeit, nichts zu unternehmen - sprich, das Freibad so zu erhalten wie es war. Diesmal geht es um eine konkrete Handlungsvorgabe: Einrichtung eines Bestattungswaldes. Jetzt hat der Rat das Wort.
16:20
15 % Grundsteuererhöhung sind ebenfalls ein Hohn. Wieder taugt die schwarze Mehrheit nicht. Olpe und Lennestadt sind die Abzocker des Kreises. Wo sollen die Bürger das Geld noch herholen??? Attendorn ist das einzigste positive Beispiel.
19:53
Ach ne. Kaum zu glauben. Aber keine Angst. Die Olper Mehrheit wird schon noch einen Weg finden, den Bürgerwillen zu umgehen. Alternativ kann das ganze jetzt natürlich auch so aufgzogen werden, dass es auf jeden Fall ein Flop wird, den man dann der Opposition anlasten kann.
Olper Politik vom Feinsten.
20:20
Die Mehrheit der CDU muss generell gebrochen werden. Die Bürger sollten das ändern. Mehr Parteien in der Verantwortung bringen bessere Kompromisse. Hoffentlich haben die Bürger gelernt.
19:56
gab es da in der Stadt am Schlamm nicht auch mal ein Bürgerbegehren - pro Freibad - ?
...und was wurde daraus ?