Zacharias blickt auf ein bewegtes Leben

Hans-Jürgen Zacharias erinnert sich gerne an seine ausgefüllte Zeit als aktiver Turner und Funktionär.
Hans-Jürgen Zacharias erinnert sich gerne an seine ausgefüllte Zeit als aktiver Turner und Funktionär.
Foto: Stade
Was wir bereits wissen
Als ehemaliger Turner machte der Kalkarer Hans-Jürgen Zacharias vor allem als Wettkampfrichter und päterer stellvertretender Vorsitzender des nationalen und internationalen Turnerbundes Karriere

Kreis Kleve..  Zum TV Kalkar, vor allem aber zum Turnsport, gehört Hans-Jürgen Zacharias wie kein Zweiter im Kleverland. Dabei ist der gebürtige Berliner, der im November des vergangenen Jahres seinen 80. Geburtstag feierte, nur durch Zufall in die Region gekommen. Im Jahre 1975 wurde der damalige Polizeirat als Leiter in die durch die Kreisreform neuformierte Kreispolizeibehörde Kleve versetzt. Dank Zacharias, damals schon ein bekannter Turner und späterer Sportfunktionär, wurde der Polizei-Sport dienstlich wieder gefördert. Zahlreiche Sportveranstaltungen der Polizei belegen das.

Das Herz Zacharias’ gehörte seit frühester Jugend dem Turnen. „Es war mein Leben“, sagt der langjährige Geschäftsführer des TV Kalkar. Dabei ist er erst durch einen eher unglücklichen Zufall zur Sportart gekommen. „Mit 13 bin ich vom Baum gefallen und habe mir den rechten Unterarm sehr kompliziert gebrochen“, berichtet Zacharias. Seine damalige Turnlehrerin am Gymnasium riet ihm, danach mit dem Turnsport anzufangen.

Schnell fand er daran gefallen. „Ich habe immer fleißig trainiert und war fast jeden Tag in der Halle“, sagt der 80-jährige. Natürlich sei das Training aber nicht so zielorientiert und qualitativ gewesen, wie man es heute kennt. „Wir hatten nicht die entsprechenden Geräte und wir waren jeden Tag in einer anderen Halle“, nennt Zacharias die Gründe. Dafür hatte er aber Spaß am Sport. Als Jugendlicher durfte der Turner sogar unter seinem damaligen Vorbild trainieren: Alfred Schwarzmann, der in den Jahren 1936 und 1956 sogar Olympiasieger wurde. Das war eine Zeit, an die sich der Reck- und Bodenturn-Spezialist noch heute gerne zurückerinnert und die er selbst mit Teilnahmen an der deutschen Juniorenmeisterschaft krönte.

„Nur für die Senioren hat es nie gereicht“, sagt der Senior heute mit einem Lachen im Gesicht.Seine zweite Karriere begann Zacharias dagegen als Sportfunktionär. Drei Jahrzehnte lang war er Mitglied des Präsidiums des Deutschen Turnerbundes, den er von 1990 bis 2004 sogar als Vizepräsident beiwohnte.

Auch in New York und Sidneyim Einsatz

Zacharias sorgte jedoch auch international für Furore. Von 1996 bis 2000 war er Vizepräsident des internationalen Turnerbundes und sorgte als solcher bei vielen nationalen und internationalen Veranstaltungen, etwa den Welt- und Europameisterschaften, für den richtigen Organisationsablauf.

Auch die Olympischen Spiele etwa in New York und Sydney gestaltete Zacharias aktiv mit. „Dein Geschick bei der Vorbereitung und Durchführung war bekannt“, lobte Hans Geurts, ehemaliger Bürgermeister Bedburg-Haus, in seiner Rede anlässlich Zacharias’ 80. Geburtstages.

Seine Anfänge als Sportfunktionär machte Zacharias als Wettkampfrichter. Aus Liebe zum Turnen absolvierte er nach und nach alle nötigen Lehrgänge zum nationalen und internationalen Wettkampfrichter. „Alles andere ergab sich dann von selbst“, erläutert Zacharias, der von 1984 bis 1992 sogar Vorsitzender der Wettkampfmission des Internationalen Turnerbundes war.

Folglich erhielt er im Jahre 2000 sogar den Titel des Ehrenvorsitzenden vom internationalen Turnerbund für seine außerordentlichen Verdienste und sein über Jahrzehnte hinweg fast beispielloses Engagement.

Heute ist es im Leben von Hans-Jürgen Zacharias etwas ruhiger geworden. „Ich gehe aber noch zwei Mal die Woche ins Fitnessstudio und spiele immer noch Faustball beim TV Kalkar“, sagt der in Bedburg-Hau lebende Pensionär. Bald wird Zacharias jedoch auch seinen letzten Posten im Sport aufgeben: Den des Geschäftsführers des TV Kalkar. Seinen Nachfolger arbeitet er bereits ein. Was Besseres könnte diesem wohl nicht passieren. Wohl von kaum einen kann man so viel lernen wie von Hans-Jürgen Zacharias.