Waldfreibad ist der „Stern des Westens“

Der Verein Waldfreibad Walbeck in Berlin bei der Abschlussveranstaltung Sterne des Sports im Gebäude der DZ-Bank am Pariser Platz. Wilfried Bosch von der Volksbank an der Niers mit Friedhelm Lange vom Bäderverein Walbeck.
Der Verein Waldfreibad Walbeck in Berlin bei der Abschlussveranstaltung Sterne des Sports im Gebäude der DZ-Bank am Pariser Platz. Wilfried Bosch von der Volksbank an der Niers mit Friedhelm Lange vom Bäderverein Walbeck.
Foto: Thomas Binn (BINN)
Was wir bereits wissen
1000 Euro, ein Lob vom Bundespräsidenten und ein Sonderpreis: Für den Bäderverein Geldern war Berlin eine Reise wert. Auch wenn es bei der Gala „Sterne des Sports“ nicht zum ganz großen Wurf reichte

Berlin/Geldern..  „Gewonnen hat der Bäderverein Waldfreibad Geldern.“ Die Gala „Sterne des Sports“ war gestern morgen wenige Minuten alt, als Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein bereits den ersten Sieger verkündete. Zwei Karten für das „Aktuelle Sportstudio“ am 14. Februar inklusive Übernachtung und Frühstück in einem Mainzer Hotel – dieser Sonderpreis ging schon einmal an den Niederrhein. Weil der Bäderverein im sozialen Medium „Facebook“ die meisten „Gefällt mir“-Clicks aller 17 Sterne-Aspiranten auf sich vereint hatte. Vorsitzender Friedhelm Lange nahm’s mit Humor: „Jetzt müssen wir erst einmal zwei Mitglieder finden, die bereit sind, auf den Karneval im Gelderland zu verzichten.“

Delegation in Berlin

Der Bäderverein Waldfreibad hatte sich im Oktober als Landessieger des Wettbewerbs der Volks- und Raiffeisenbanken für das gestrige Finale in Berlin qualifiziert. Bereits am Dienstag hatten sich 20 Mitglieder, eine Delegation der Volksbank an der Niers sowie Lutz Stermann, Vorsitzender des Kreissportbundes Kleve, auf den Weg in die Bundeshauptstadt gemacht. Dort verlieh Bundespräsident Joachim Gauck gestern den „Großen Stern des Sports“, gerne auch als „Oscar des Breitensports“ bezeichnet.

Während das Staatsoberhaupt und Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, in ihren Reden die gesellschaftliche Bedeutung des Sports hervorhoben, machte der Gelderner Volksbank-Chef Wilfried Bosch schon einmal mit dem Smartphone Erinnerungsfotos fürs Familienalbum.

Allmählich wurde es spannend. Müller-Hohenstein lud die Gäste zum virtuellen „Sternenflug“ ein – tief im Westen Bundesrepublik flackerte der Kandidat aus Geldern auf. Dann erläuterte die bekannte ZDF-Moderatorin das Prozedere: „Es gibt 14 Viertplatzierte, die wir nacheinander zuerst aufrufen. Zum Schluss sind dann die drei Sieger an der Reihe.“ Zunächst waren die Freie Turnerschaft Groß-Midlum (Weser-Ems) und „Spaß mit Sport“ Plauen (Sachsen) an der Reihe. Sekunden später war der Traum der Gäste aus dem Gelderland vom Gesamtsieg geplatzt. „Sie haben ein modernes Familienbad in idyllischer Lage aufgebaut. Ich bitte Friedhelm Lange und Wilfried Bosch auf die Bühne“, meinte Müller-Hohenstein. Neben einem Händedruck vom Bundespräsidenten gab’s auch noch einen Scheck in Höhe von 1000 Euro und einen goldenen Stern im Kleinformat.

Von Enttäuschung über Platz vier konnte allerdings keine Rede sein. „Selbstverständlich hofft man als Sportler immer, ganz vorne zu landen. Doch für uns war schon die Qualifikation für das Finale ein Riesenerfolg. Hier sind wir sehr gut betreut worden und nehmen tolle Eindrücke mit nach Hause“, sagte Lange. Der geplante Besuch der Reichstagskuppel, den Barbara Hendricks für die Besucher vom Niederrhein organisiert hatte, fiel gestern allerdings ins Wasser. Ausgerechnet die SPD-Bundestagsfraktion hatte den populären Ort kurzfristig in Beschlag genommen. Da wird die aus Kleve stammende Bundesumweltministerin nach der Rückkehr aus Indien noch einmal ein Wörtchen mit den Genossen reden müssen.