Viktoria-Coach Andreas Voss liegt im Koma

Andreas Voss ist schwer erkrankt.
Andreas Voss ist schwer erkrankt.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Beim Gocher Landesligisten sollte der 35-jährige Ex-Profi ab Freitag als Trainer auf dem Platz stehen. Sein Vorgänger Manfred Tebeck hat sich bereit erklärt, das Team erstmal weiter zu betreuen.

Goch.. Der SV Viktoria Goch steht unter Schock! Nach einer eigentlich harmlosen Routine-Operation liegt der neue Coach der Rot-Schwarzen, Andreas Voss, der am kommenden Freitag das erste Training der Weberstädter leiten sollte, im Koma.

Dass der 35-jährige jemals an der Seitenlinie der Rot-Schwarzen stehen wird, ist derzeit fraglich.

Viktorias Pressesprecher Bernd Willich fühlt zurzeit aber vor allem mit Voss’ Familie mit. „Für seine Frau und seine zwei kleinen Kinder im Kindergartenalter ist das einfach furchtbar. Uns tut es schrecklich leid“, erklärte Willich.

Allerdings habe man noch keinen direkten Kontakt zur Familie gehabt und die Frau auch noch nicht kennengelernt. Schließlich konnte Andreas Voss noch kein Spiel der Gocher betreuen.

Da dies in absehbarer Zeit auch schier unmöglich scheint, musste sich die Viktoria einen neuen Trainer suchen. „Das tägliche Geschäft muss ja weiterlaufen“, sagte Willich schweren Herzens und ergänzte: „Wir drücken Andreas Voss alle Daumen, die wir haben, damit er wieder fit wird. Unsere Gedanken sind jetzt bei seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern.“

Die Gocher haben sich bei der Trainerfrage für einen Voss-Freund und alten Bekannten entschieden: Manfred Tebeck. Der Ex-MSV-Profi hat die Weberstädter erst am Ende der vergangenen Saison verlassen, weil er selbst an einer Knie-Verletzung, die operativ behandelt werden muss, leidet. Da er seinen eigentlichen Nachfolger aber aus seiner Zeit bei den Duisburger Zebras kennt und schätzt, wird er die Arbeit seines Freundes bei den Gochern übernehmen.

„Sollte Andreas Voss aber doch wieder genesen und das Amt übernehmen wollen, wird ihm Tebeck nicht im Weg stehen und ihm dies ermöglichen“, erklärte Willich.

Zudem stehe Tebeck auch in Kontakt zur Familie. Er war es auch, der die Viktoria informierte und weiterhin in der Hoffnung auf positive Neuigkeiten auf dem Laufenden hält.

14-maliger U21-Nationalspieler

Andreas Voss begann seine Profikarriere bei Bayer 04 Leverkusen. 1999 wechselte er zunächst auf Leihbasis zum MSV Duisburg. Weil die Zebras in die Zweite Bundesliga abstiegen, endete sein Engagement an der Wedau und Voss wurde daraufhin für ein Jahr an den VfL Wolfsburg ausgeliehen. 2001 kehrte er auf Leihbasis zum MSV zurück. Als Bayer 2003 die Option auf eine Weiterbeschäftigung verstreichen ließ, gab Duisburg dem Mittelfeldspieler einen festen Vertrag.

In seiner Karriere bestritt Voss 13 Bundesligaspiele, bei denen er ein Tor erzielte, sowie 96 Zweitligaspiele (elf Tore) für den MSV Duisburg. Zudem bestritt er neun Spiele in der Bundesliga für den VfL Wolfsburg. Für die U-21-Nationalmannschaft kam Andreas Voss zwischen 1998 und 2000 auf 14 Länderspiele, in denen er sechs Tore schoss.

Im April 2008 gab Voss bekannt, dass er seine aktive Laufbahn als Profifußballer endgültig beendet. Aufgrund einer anhaltenden Knieverletzung beantragte er die Sportinvalidität und begann eine zweijährige Trainerausbildung beim MSV. Er machte seine Trainer-A-Lizenz und war in dieser Zeit Co-Trainer der Duisburger U23-Mannschaft.

Zur Rückrunde 2011/12 schloss sich Andreas Voss wieder als aktiver Spieler dem Landesligisten GSV Moers an und war dort ab Saison beginn 2013/14 gemeinsam mit Erdem Onat als (Spieler-)Trainer aktiv. Kurz nachdem sein geplanter Wechsel zum Ligakonkurrenten Goch bekannt wurde, trennte sich der GSV von Voss, der zu diesem Zeitpunkt aber schon nicht mehr als Spieler in Moers tätig war.

Der 44-Jährige Manfred Tebeck war gemeinsam mit Andreas Voss in der Traditionself der Zebras am Ball. „Mucki“ hatte 2011 das Traineramt bei der Gocher Viktoria übernommen. Sein Co-Trainer Andreas Bergmann blieb sowieso am Hubert-Houben-Stadion.

Mike Theissens Lob für Tebeck

Voll des Lobes war Clubchef Mike Theissen bei seiner Abschiedsrede für Tebeck: „Er hat voll und ganz im Sinne des Vereins gearbeitet. Es waren gute, erfolgreiche, ja sogar hervorragende Jahre – Mucki war ein Trainer ganz nach unserem Geschmack.“

Man müsse Tebeck schweren Herzens ziehen lassen, erklärte Theissen im Mai und hielt sich die Option einer nochmaligen Übernahme des Traineramtes offen. Die ist nun aus tragischen Gründen viel eher eingetreten, als irgendjemand es hätte ahnen können.