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Tobias Balthesen lief allen davon

01.01.2013 | 16:05 Uhr
Tobias Balthesen lief allen davon
Der 25. Pfalzdorfer Sylvesterlauf lockte 920 Athleten auf die 10-km-Distanz.Foto: Heinz Holzbach

Pfalzdorf.   Bereits zum 25. Mal hatte die Pfalzdorfer Alemannia zu ihrem traditionellen Sylvesterlauf geladen. Und 2651 Athleten waren der Einladung gefolgt und ließen das Silber-Jubiläum zu einem großen Erfolg werden.

Wie lässt sich ein Flair beschreiben, das sich über 25 Jahre entwickelt hat? Welche Worte beschreiben den Zusammenhalt von Helfern und einer ganzen Dorfgemeinschaft? Es heißt „Emotionen beginnen dort, wo Worte enden“; wenn man am letzten Tag des vergangenen Jahres in Pfalzdorf unterwegs war, dann wusste man, was gemeint ist.

Die Alemannia Pfalzdorf feierte die 25. Auflage des legendären Sylvesterlaufs. Ein Vierteljahrhundert voller Euphorie, Lauffreude mit vielen Höhen und nur wenigen Tiefen war ins Land gezogen.

Hauptorganisatorin Renate Verwayen war überwältigt: „Kurz vor Beginn hatte ich überall Gänsehaut. Doch jetzt während des Trubels bin ich einfach nur erleichtert. Die Stimmung ist so toll“, und Recht hatte sie. Tausende von Menschen hatten den Weg auf den Kirchplatz und den Schulhof gefunden – alleine 2651 von ihnen aktive Athleten.

Großer Pluspunkt Dorfgemeinschaft

Doch ein Grund für Stress war das für das bewährte Organisationsteam noch lange nicht: „Wir haben das Privileg, dass wir neben 150 Helfern auch eine komplette Dorfgemeinschaft hinter uns haben und immer hatten! Wenn irgendwo Not am Mann ist – da wird sofort geholfen. Danke dafür“, war Verwayen gerührt.

Und nicht nur die Pfalzdorfer meinten es gut mit dem Sylvesterlauf, auch Petrus war überraschend gütig. In den vergangenen Jahren war stets nass-kaltes Wetter, Regen oder Eis – 2010 war es sogar so schlimm, dass der Lauf abgesagt werden musste. Doch am Silvestertag war es mit milden acht Grad, dafür böigem Wind – der sich glücklicherweise auf dem Großteil der Strecke als Rückenwind entpuppte – für Sportler und Zuschauer recht angenehm.

Trotz des großen Jubiläums, blieben große Veränderungen aus: Zwar wurde erstmalig die Netto-Zeit – also die Zeit, die man tatsächlich ab überschreiten der Startlinie benötigt – gemessen, und auf die Startnummern wurden erstmals die Vornamen aufgedruckt, doch das war es aus technischer Sicht. Einen großen Wandel gab es dafür am Mikrofon. Nachdem sich Laurenz Thissen im vergangenen Jahr die Moderation teilte, reichte er nun das Zepter gänzlich weiter. Nachfolger Ferdi van Heukelum kommentierte und moderierte, als ob er nie etwas anderes gemacht hätte.

Thissen hingegen war von seiner neuen Rolle als Zuschauer ganz begeistert. Zumal er es sich nicht hatte nehmen lassen, zum ersten Mal selbst auf die fünf Kilometer lange Strecke zu gehen. Vermummt und verkleidet bis unter die Augen und mit der selbst erstellten Startnummer 999, schummelte er sich unter die 1461 Läufer. „Das war total toll und ich bin froh, dass ich das das erste Mal miterleben durfte. Wenn ich vermummt an den Leuten vorbei lief und plötzlich Namen meiner Mitstreiter rief, guckten die schon nicht schlecht“, amüsierte er sich über seinen Streich.

Als Erster ging er zwar nicht ins Ziel – schließlich nahm er ohnehin außer Konkurrenz teil -, dafür war der Sieger Armin Gero Beus (SV Sonsbeck) mit seinen 15:45 Minuten aber auch viel zu schnell unterwegs.

Mit Rasseln und Radau

Als dann zum Zehn-Kilometer-Lauf aufgerufen wurde, kamen die 920 Athleten auf ihre Kosten. Nach dem Startschuss schoben sich die Sportler durch die von Zuschauern gesäumten Gassen. Die Schaulustigen machten mit Rasseln, Applaus oder sonstigen Hilfsmitteln Radau, sodass die Stimmung ihren Höhepunkt erreichte.

Jedoch eiferten nicht alle dem Titel „Jubiläumssieger“ hinterher. So hatte sich das Starterfeld schnell in die Länge gezogen. Auch wenn die erste Runde noch voller Elan gelaufen wurde, in der zweiten wurden dann beispielsweise von einer als Weihnachtsmann verkleideten Läuferin Geschenke an die Zuschauer verteilt.

Auch Schneefrauen, Pinguine und Weihnachtselfen hatten sich auf die Strecke verirrt. Ebenso wie ein fest umschlungenes Fläschchen Sekt – aber wo, wenn nicht in der Jubiläumsausgabe darf angestoßen werden? Doch natürlich steht bei solch einem Lauf der Sport ganz oben.

Tagesschnellster war Tobias Balthesen vom TSG Heidelberg. Der gebürtige Wisseler war schon häufiger beim Sylvesterlauf dabei und freute sich über den Jubiläumssieg: „Es ist immer schön nach Pfalzdorf zu kommen. Ich freue mich, gewonnen zu haben. Jedoch wäre mir eine schnellere Zeit lieber gewesen“, so Balthesen. Aber welche Siegerzeit könnte am Silvestertag zum 25. Jubiläum besser passen als seine Schnapszahl von genau 33:00 Minuten?

Judith Kerkhoff

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2013-01-01 16:05
Kleve und Region