Straelen verhindert Klever Rekord

Geldern..  Der 1. FC Kleve ist entzaubert. Nichts wurde es gestern Abend mit dem dritten Titel in Folge bei der Hallenfußball-Kreismeisterschaft in Geldern. Überglücklicher Sieger ist in diesem Jahr der SV Straelen. Mit einem knappen aber verdienten 3:2-Erfolg gewann das Team von Coach Sandro Scuderi im Finale gegen die U23-Auswahl des Oberligisten SV Hönnepel-Niedermörmter.

Angespannt verfolgte Scuderi die letzten 60 Sekunden auf der Bank. Sein Team führte zwar, Hö./Nie. hatte sich aber noch längst nicht aufgegeben. Nun bekam auch der letzte Fußball-Fan ein Gefühl dafür, wie es sich beispielsweise für Handballer oder Basketballer anfühlt, wenn einem die Zeit sekundengenau im Nacken sitzt. 3 – 2 – 1 – und aus. Scuderi und seine Mannen rissen die Arme jubelnd in die Höhe und gaben ihrer Freude auch akustische Formen.

Andre Laarmanns war der erste, der seinem Trainer um den Hals fiel. „Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute diszipliniert gearbeitet. Und man hat gesehen, dass die Jungs Spaß hatten. Deshalb hat sich die Mannschaft den Titel auch verdient“, sagte Scuderi, der schon vor Beginn des zweiten Turniertages optimistisch war, etwas holen zu können. Auch von Hö./Nie-Chefcoach „Schorsch“ Mewes kam anerkennender Respekt für den Sieger: „Wir haben uns gut verkauft, aber Straelen war eben einen Tick besser.“ Und dieser eine Tick drückte sich auch in Zahlen aus. Straelen gewann genau ein Spiel mehr als Hö./Nie. – das Finale.

Verdienter Sieger

Zuvor hatte sich der Vorjahressieger 1. FC Kleve im Halbfinale am Scuderi-Team abgearbeitet. Die Straelener Mannschaft war bereits früh mit zwei Toren in Führung gegangen und legte auch nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Kleve noch einen dritten Treffer nach. Am Ende gelang den Rot-Blauen zwar noch der Anschluss, dann lief ihnen aber die Zeit davon. Die Enttäuschung hielt sich jedoch in Grenzen – zumindest bei Kleves Co-Trainer Dieter Oldenburg. „Es wäre schon schön gewesen, wenn wir den dritten Titel in Folge geholt hätten, zumal wir auch nicht mit einer fußkranken Truppe angetreten sind“, sagte er. „Wir waren die Gejagten. Im Halbfinale gegen Straelen haben wir aber die ersten Minuten verpennt. Straelen ist dennoch der verdiente Turniersieger.“ Trotz seiner Gelassenheit muss Oldenburg seinen in Fachkreisen auserkorenen Spitznamen „Titel-Dieter“ nun für ein Jahr ablegen – zumindest wenn er in Geldern ist.

Im zweiten Halbfinale ließ der spätere Finalist SV Hö./Nie. gegen Kleves Zweite nichts anbrennen, konnte schalten und walten, wie es ihm gefiel, und siegte mit 8:1. Im Spiel um Platz drei traten dann beide Klever Mannschaften gegeneinander an, was man auch dem Spielverlauf anmerkte. Relativ emotionslos und ohne besondere Brisanz siegte Kleves Landesliga-Team mit 7:2. „Mit dem dritten Platz haben wir die Sache dann wenigstens wieder etwas geradegerückt“, sagte Co-Trainer Oldenburg.

Mitfavorit Sporfreunde Broekhuysen war bereits in der Vorrunde gescheitert, konnte sich aber gestern im Spiel um Platz fünf gegen den Bezirksligisten TSV Wachtendonk/Wankum durchsetzen. TSV-Coach Wilfried Steeger hatte zuvor noch gesagt, „dass das ein besonders schönes Spiel werden könnte.“ Wie sich dann herausstellte allerdings nicht für sein Team. Die ersten Minuten verschlief es total. Das gab Broekhuysens Mark Schmalz die Gelegenheit, sein momentanes Formhoch in der Halle erneut unter Beweis zu stellen. Innerhalb weniger Minuten netzte er dreimal ein. Holger Jansen legte noch einen weiteren Treffer nach – und schon lag die Steeger-Mannschaft deutlich hinten, kam dank des jungen Carlos Martinez und des Ex-Straeleners Alexander Rasch aber immerhin noch heran.

Einen weniger überzeugenden Auftritt legte Straelens Zweite hin. Zwar hatte das Team von Interimscoach Marcel Peters in der Zwischenrunde nur knapp gegen Broekhuysen verloren, im Spiel um Platz sieben gegen Viktoria Goch aber nicht den Hauch einer Chance. Neunmal musste Keeper Daniel Hanßen hinter sich fassen. Somit blieb nur der letzte Platz übrig.

Dennoch konnten die Zuschauer an beiden Turniertagen Hallenfußball vom Feinsten erleben. Insgesamt 105 Mal trafen die Spieler ins Schwarze. Hallensprecher Hartmut Könner schätzte, dass etwa 500 Zuschauer an beiden Tagen den Weg in die Gelderner Bollwerk-Halle gefunden hatten. .