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SSG Kevelaer ist Bundesligist

24.01.2011 | 18:06 Uhr

Kevelaer./Hannover. Schützen aus der Marienstadt landen in der Relegationsrunde auf Platz zwei und lösen Ticket für das Oberhaus. Sergy Rikhter glänzt mit zweimal 397 Ringen.

„Wahnsinn! Wir haben es zwar gehofft. Die Mannschaft hat riesig gekämpft. Am Ende haben wir zwar noch gezittert, aber aufgestiegen ist aufgestiegen.“ Mehr war von Rudi Joosten, Trainer und Vorsitzender der Schieß-Sport-Gemeinschaft (SSG) Kevelaer, aus Hannover per Handy zunächst nicht zu erfahren. Denn im Hintergrund überlagerten Jubelschreie und Applaus die Verbindung.

Die Gefühlsausbrüche galten der ersten Luftgewehrmannschaft der SSG. Denn im vierten Anlauf schafften die Marienstädter den Aufstieg in die 1. Bundesliga-Nord. In einer spannenden Relegation  setzen sie sich gegen den favorisierten Siebten der Bundesliga-Nord, BSV Buer-Bülse aus Gelsenkirchen, sowie vier weiteren Mannschaften aus den Regionalligen Nord und Ost durch. Mit einem Endergebnis von 3901 Ringen mussten die Schützen der SSG allein  stark eingeschätzte Mannschaft aus  Mengshausen ziehen lassen.

So sicherte sich die SSG eines von zwei Tickets für die Bundesliga. Überragend war abermals der israelische Weltklasseschütze Sergy Rikhter. Mit zwei Mal 397 Ringen war er ein wichtiger Bestandteil für den Aufstieg in die Bundesliga.

Dieses Ziel hatte sich die SSG als einzige Mannschaft vor Beginn der Regionalligasaison selbstbewusst gesetzt. „Projekt Bundesliga“ lautete  die Devise. Mit den Zugängen Sergy Rikhter und Alexander Thomas (5. der Jugendolympiade in Singapur) war der Aufstieg ein schweres, aber ein erreichbares Ziel. Dennoch ging die SSG als Außenseiter in die Relegation. Denn die überragenden Hessen aus Mengshausen waren in der Summe der besten fünf Schützen nicht viel, aber dennoch ein weinig besser als Kevelaer. Und Buer-Bülse konnte als dreimaliger Deutscher Meister eigentlich aus einem Pool von hochkarätigen Schützen schöpfen. Doch im Sport kann man eben wenig planen.

So setzten die Marienstädter im ersten von zwei Durchgängen mit jeweils 40 Schuss mit einem Mannschaftsergebnis von 1953 Ringen die Messlatte hoch. Bester Schützen war Sergy Rikhter mit 397 Ringen, gefolgt von Alexander Thomas mit 392, Amelie Kleinmanns 390, Nils Schumacher 388 und Josefine Dohmen 386. Damit belegte das Team ringgleich mit Mengshausen Platz ein. Acht Ringe betrug zu diesem Zeitpunkt der Abstand zu Buer-Bülse.

Doch darauf konnten  sich die Kevelaerer nicht ausruhen. Auch im zweiten Wettkampf musste die Konzentration beibehalten werden. So legten die Schützen nach: Sergy Rikhter erreichte wieder 397 Ringe, Nils Schumacher schaffte 394, Amelie Kleinmanns 393 und Josefine Dohmen 390 Ringe.

Zum tragischen Held wäre fast Alexander Thomas geworden. Nach starken 392 Ringen im ersten Durchgang klappte im zweiten Wettkampf gar nichts mehr – er schoss 374 Ringe. „Ich weiß auch nicht, was auf einmal los war“, sagte ein ratloser Thomas nach dem Wettkampf. „Wir gewinnen zusammen, und wir verlieren zusammen“, tröstete Rudi Joosten ihn. „Alexander hat in dieser Saison so manchen Punkt für die Mannschaft geholt. Jetzt haben die anderen eben für Alexander mitgeschossen“, beschrieb Joosten das Teamgefühl. Da auch bei Buer-Bülse eine Schützin patzte, galt für die SSG: Ende gut, alles gut.

„Jetzt werden wir mit der Mannschaft und den Vereinsmitgliedern kräftig feiern“, äußerte sich Rudi Joosten zu den weiteren Aussichten. Aber für die erste Bundesligasaison ab Oktober werden schon in Kürze die Vorbereitungen getroffen. Dabei wird für  den Neuling wohl die Losung heißen: „Projekt Bundesliga – Klassenerhalt sichern“. Zuzutrauen ist es den Kevelaerern.

DerWesten



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