Siegfried droht der Fall in die B-Liga

Kreis Kleve..  Das wird ein packendes Frühjahr für alle Fußballfreunde im Kreis 8 Kleve-Geldern. An der Spitze der Kreisliga A hat sich ein Quartett festgesetzt, das in schöner Regelmäßigkeit die Plätze tauscht. Die Entscheidung, wer am Ende den Aufstieg in die Bezirksliga feiern darf, wird wahrscheinlich erst am letzten Spieltag fallen. Auch der Kampf um den Klassenerhalt lässt in Sachen Spannung keine Wünsche offen.

Den ersten Paukenschlag gab es schon vor dem ersten Spieltag. Rheinwacht Erfgen zog seine Mannschaft mangels Masse aus der Kreisliga A zurück. Zu viele Spieler hatten die Rheinwacht verlassen. Mit dem Rest dieser Truppe hat Trainer Norman Lousée soeben die Herbstmeisterschaft in der Kreisliga C feiern können – mit der Maximalpunktzahl von 42. Dem Trend folgend wurde am 2. November auch Viktoria Goch III aus der Kreisliga A verabschiedet. Auch diesem Team ging das Personal aus, nachdem es in der zweiten Mannschaft einen Trainerwechsel gegeben hatte.

Herbstmeister SV Walbeck hat sich als einer von insgesamt vier Absteigern aus der Bezirksliga am besten in der Kreisliga A zurecht gefunden. Zwar sind der FC Aldekerk als Tabellenzweiter oder Grün-Weiß Vernum als -vierter kaum schlechter, aber den Walbeckern muss man zugutehalten, dass sie die A-Liga von allen Absteigern am wenigsten kannten und sich doch schnell an das ungewohnte Terrain gewöhnten. Vierter im Bundes der Aufstiegsaspiranten ist GSV Geldern.

So schnitten die Teams aus dem Nordkreis Kleve in der Hinrunde ab:

SV Donsbrüggen

„Wenn wir die Hinrunde bestätigen, bin ich zufrieden.“ Frank Bleisteiner, Trainer des SVD, ist einverstanden, was seine Mannen im ersten Teil der Serie geleistet haben. Zwar trauere man immer ein oder zwei Spielen hinterher, aber insgesamt seien die Blau-Weißen als Tabellenfünfter mit 21 Zählern im Soll, berichtet Bleisteiner. „Es ist schön zu sehen, dass wir gegen die Mannschaften von oben mitspielen können. Nur müssen wir gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellenberich mal regelmäßig punkten“, fordert der Donsbrügger Coach. Dieses Problem haben die Mannen vom Nössling aus der Vorsaison mit in diese Spielzeit geschleppt. Das vor Saisonstart ausgegebene Ziel, hinten stabil zu stehen, habe man erreicht. Dies gilt es zu bestätigen. Sven Heek und Jan Hendricks stehen im Gegensatz zur Hinrunde nun regelmäßiger zur Verfügung. Dafür bereitet eine Knieverletzung bei Lars Nakotte Sorgen.

Concordia Goch

Fulminant sind die Grünen in diese Spielzeit gestartet. Alles war sich ihnen in den Weg stellte, wurde förmlich vom Platz gefegt und mit deutlichen Niederlagen bestraft. Nach sechs Auftaktsiegen in Folge gab es mit einem 2:2-Remis gegen Kevelaer den ersten Dämpfer. 33 Einschläge standen nach sieben Begegnungen zu Buche. Nach einem spielfreien Wochenende war der Faden allerdings gerissen. Vier Spiele hintereinander wurden verloren. Danach gab es eine Punkteteilung, den siebten Saisonsieg und zum Abschluss der Hinserie erneut eine Niederlage. Spielertrainer Stephan Gregor war zwischenzeitlich ratlos, erfreute sich abschließend jedoch annähernd ähnlicher Leistungen wie in den ersten Spielen. Die Krise scheint überwunden, machte den Concorden aber deutlich, dass die A-Liga sehr gut besetzt ist und ein Durchmarsch nicht so ohne Weiteres möglich ist. Mit Kai Esser stellen die Gocher den Toptorjäger. Er traf 13 Mal ins Schwarze, obwohl er einige Wochen gesperrt zum Zuschauen verurteilt war.

SV Rindern

Dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen, musste der Aufsteiger von der Wasserburg erfahren. „Mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, blickt Trainer Joris Ernst auf den ersten Teil der Serie, den die „Zebras“ auf dem achten Rang im Mittelfeld der Tabelle abschließen konnten, zurück. „Wir hatten Spiele dabei, in denen wir gezeigt haben, dass wir in der A-Liga mithalten können. Wir hatten aber auch Katastrophenspiele dabei“, bemängelt Ernst, der gemeinsam mit Christian Roeskens auch im kommenden Jahr das sportliche Sagen in Rindern haben wird, die fehlende Konstanz in der Truppe. „Das Potenzial ist vorhanden. Es muss aber Woche für Woche abgerufen werden“, fordert er auch die nötige Vorbereitung bei den Akteuren ein. Joris Ernst hofft, dass das Verletzungspech den Rindernern den Rücken zuwendet und die Punkteausbeute der Hinrunde im zweiten Saisonabschnitt verbessert werden kann. „Wir wollen am Saisonende beste Mannschaft aus dem Stadtgebiet sein“, wirft er einen augenzwinkernden Blick auf den Nachbarn aus Donsbrüggen.

BV Wissel

Mit der Vorbereitung auf diese Saison war Mario Wessler, Neu-Trainer beim BV Wissel, aufgrund einer Verletztenmisere alles andere als zufrieden. So kündigte er an, dass die Spieler erst im Laufe der Saison zur nötigen Fitness finden würden. Das Ergebnis des Vorjahresvierten fällt denn auch entsprechend durchwachsen aus. Mit 17 Zählern blieb die Dünenelf weit hinter den Resultaten der beiden Spielzeiten zuvor zurück und liegt auf dem zehnten Rang und damit im unteren Teil des Mittelfelds der Tabelle. Eine Konstanz war in der Hinrunde nicht zu erkennen. Überraschende Erfolge und nicht erwartete Niederlagen wechselten sich in schöner Regelmäßigkeit ab, so dass das Fazit beim BV Sturm nach der Hinrunde „nicht zufriedenstellend“ ausfällt. Mario Wessler hofft in der Vorbereitung auf den zweiten Abschnitt auf mehr Personal als vor dem Saisonstart, um die konditionelle Grundlage für eine stärkere Rückrunde schaffen zu können.

DJK Appeldorn

Denkbar schlecht aus den Startlöchern gekommen ist die DJK Appeldorn, die die ersten fünf Spiele allesamt verlor. Danach rappelten sich die Mannen um Spielertrainer Jens Hoffmann auf und holten mit einer Erfolgsserie aus den letzten sieben Spielen stolze 16 Zähler, so dass der Abstand zu den Abstiegsrängen zur Saison-Halbzeit sieben Punkte beträgt. Der bange Blick geht dennoch weiter nach unten, zumal mit Marvin Tenhaft (SV Hö./Nie. II) und Dirk Koppers (SV Grieth) zwei Stammspieler der DJK den Rücken zukehren. „Das ist natürlich schade für uns und bei unserem ohnehin schon kleinen Kader denkbar schlecht“, sagt Jens Hoffmann zu den Abgängen. „Wir wollen früher und vor allem mehr Punkte holen als in der Hinrunde“, formuliert Hoffmann die Ziele für den zweiten Teil der Serie. Wenn man diese Ziele erreiche, habe man mit dem Abstiegsgeschehen nichts zu tun. Die Grün-Weißen stehen in Gesprächen mit zuletzt vereinslosen Spielern, die den Kader auffüllen sollen. Ob sie denn auch die nötige Qualität mitbringen, muss freilich abgewartet werden.

Viktoria Goch II

Turbulent ging es bei der Viktoria zu, die zunächst gleich zwei Mannschaften ins A-Liga-Rennen schickte. Nach acht Spieltagen und teils deftigen Niederlagen war Schluss für die Dritte, die vom Spielbetrieb zurückgezogen wurde. Einige Spieler hielten dem Verein die Treue und wurden zum Kader der Zweiten hinzugezogen. „Wir hatten natürlich andere Erwartungen. Diese Unruhe hat uns einige Punkte gekostet. Wir dürften eigentlich nicht dort unten stehen, haben uns aber noch nicht gefunden“, bilanziert Kato Sürün, der von der Dritten ebenfalls in die Zweite aufgerückt ist. Mit nur zwei Siegen und drei Unentschieden wurden nur acht Punkte eingefahren.

Ebenso groß ist der Abstand zum rettenden Ufer, das trotz einiger Abgänge, aber auch angesichts einiger Neuen erreicht werden soll. Katip Sürün und Manuel van Brackel zieht es zum lokalen Rivalen Concordia, Daniel Timmer zum SV Nütterden und Denis Wasilewski nach Schottheide/Frasselt. Aus der Ersten stoßen Ernes Tiganj und Fatih Onur zur Reserve.

Neu im schwarz-roten Dress sind Kasim Özkazar (Union Kervenheim), Adrien El Sayed (VfR Warbeyen) und Henry Omuvire Arighwrode (Siegfried Materborn II) sowie ein Spieler aus der vierten tschechischen Liga. Hinzu kommt auch Rückkehrer Peter Meta. Die Hauptaufgabe von Kato Sürün wird also wohl daraus bestehen, aus den zur Verfügung stehenden Akteuren eine Einheit zu formen.

Siegfried Materborn

Dem Bezirksliga-Absteiger aus Materborn droht der Fall in die B-Liga. Den mit der Bürde einer großen Personalfluktuation in die Saison gestarteten Materbornern gelangen nur zwei Siege (3:2 gegen Donsbrüggen am dritten und 1:0 in Kevelaer am fünften Spieltag). Damit zieren die Schwarz-Gelben das Tabellenende der noch aktiven Mannschaften in der A-Liga. Nach drei derben Schlappen mit 21 Gegentoren und dem folgenden 0:7-Zwischenstand in der 76. Minute beim abgebrochenen Pokalspiel in Rindern warf Trainer Jörg Janßen das Handtuch.

Er wurde kurzerhand von Ottmar Döllekes abgelöst. Seither halten sich die Niederlagen zwar in Grenzen, aber ein Erfolgserlebnis ist bislang ausgeblieben. So ist das rettende Ufer mit zehn Zählern schon ziemlich weit entfernt. Aus den Augen verloren haben es die Siegfriedler indes noch nicht. Dafür sorgt allein schon der mit stetigem Optimismus ausgestattete Coach Döllekes. Ob es ihm und seinen Akteuren gelingt, den Schalter noch entscheidend umzulegen, ist eine weitere spannende Frage vor dem Rückrundenstart in der A-Liga.