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Fußball-Niederheinliga

Rustikal statt mit Hüftschwung

09.08.2009 | 22:16 Uhr

Der Düsseldorfer Miguel Lopez-Torres schnürt schmucklosen Doppelpack gegen den SV Hönnepel/Niedermörmter

Die Stimmbänder des Stadionsprechers tanzen Salsa. „Tor für Düsseldorf durch die Nummer zehn: Jose Miguel Lopez-Torres”, schallt es aus den Lautsprechern. Der Mann mit dem klangvollen Namen schoss schon in der vergangenen Saison Tore wie am Fließband - damals für Union Solingen. Auch nach seinem Wechsel zu TuRU Düsseldorf hat Lopez-Torres nichts von seiner Treffsicherheit eingebüßt. Zum Auftakt der Niederrheinliga-Saison schnürte er einen Doppelpack und machte den 2:0 (1:0)-Erfolg über den SV Hönnepel/Niedermörmter im Alleingang perfekt.

Jan Kilkens bescheinigt Team eine gute Leistung

Die Laune des unterlegenen Trainers konnte der Stürmer jedoch nicht verderben. „Wir haben eine gute Leistung gezeigt, ich kann meiner Mannschaft absolut keinen Vorwurf machen”, sagte Jan Kilkens. Allein die Unordnung zu Beginn missfiel dem Niederländer. Dem Düsseldorfer Marc Sesterhenn bot sich in der gegnerischen Orientierungsphase eine Doppelchance (9.). Ohne Erfolgserlebnis! Dieses feierten die Gastgeber, nachdem sich Hö./Nie. eigentlich sortiert hatte. Kapitän Engin Kizilaslan bediente Lopez-Torres, und der köpfte den Ball aus kurzer Distanz in die Maschen (21.). Für das Tor brauchte er keinen elegantem Hüftschwung, die rustikale Variante reichte aus.

Die Schwarz-Gelben, die beim Gegentreffer ein Foulspiel moniert hatten, zeigten sich keineswegs geschockt, spielten couragiert nach vorne. Allein an der Präzision mangelte es: So brachte Jens Hoffmann einen Steilpass von Stephan Schneider nicht unter Kontrolle (40.). Und Dalibor Cvetkovic' Schuss aus der Distanz verfehlte sein Ziel nur knapp (44.). Zwischendurch küsste Kizilaslans Schlenzer die Latte (42.).

Nach dem Wechsel erhöhte Hö./Nie. noch mal die Schlagzahl, kam durch Tim Sanders (56.) und Hoffmann (60.) zu weiteren Möglichkeiten. „Der Gegner hatte schon ein Übergewicht im Mittelfeld", gestand Frank Zilles, Coach der Düsseldorfer.

Dieses hätte nach einer Roten Karte gegen sein Team größer werden können. Für ein Allerweltsfoul an Cihan Yalcin schickte Schiedsrichterin Isabel Herrmann TuRU-Spielmacher Domenico Cozza unter die Dusche (69.). In Unterzahl bekam Düsseldorf wieder Oberwasser. Der eingewechselte Sebastian Schweers scheiterte mit einem Freistoß an der Latte (81.), zwei Minuten später trat er in aussichtsreicher Position ein Luftloch. Also musste Lopez-Torres erneut den Vollstrecker mimen. Fatih Durans mustergültige Vorlage drosch der Angreifer humorlos in den Kasten (88.).

Glockengeläut und weißer Rauch

Nach dem Tor läuten die Glocken einer benachbarten Kirche. Am Grill steigt weißer Rauch auf. „Habemus Torjäger!”, werden sich die TuRU-Fans gedacht haben. Und Jan Kilkens hegte sicherlich Sehnsüchte nach einem Stürmer wie Lopez-Torres.

Das Spiel konnte den Niederländer erheitern, dafür brachten ihn auf der Pressekonferenz einige Störenfriede auf die Palme. Als seine Anaylse im Stimmengewirr untergeht, blafft Kilkens ins Mikrofon: „Wenn ihr von mir nichts hören wollt, dann kann ich auch aufstehen und gehen.” Sofort war es im Vereinsheim mucksmäuschenstill, der Trainer blieb und sagte zum Abschluss: „Ich finde, dass für uns heute mindestens ein Punkt drin war.”

Denis de Haas

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