Rührt euch!
24.07.2009 | 19:00 Uhr 2009-07-24T19:00:00+0200Die Spieler von Viktoria Goch 2 bereiten sich in der Seydlitz-Kaserne auf die kommende Saison vor.
Der frühe Vogel fängt den Wurm. Besonders wenn er zu fußballerischen Höhenflügen ansetzen will. Also wecken Guido Sonntag und Torsten Vöckel, das Trainergespann bei Viktoria Goch 2, ihre Kicker am Samstag schon um sechs Uhr in der Früh.
Um diese Zeit erholen sich die meisten Kreisliga-Fußballer noch vom freitäglichen Diskobesuch. Oder kommen gerade erst nach Hause. Doch die Gocher schlüpfen in ihre Klamotten und schlurfen zum Frühstück. Das zeugt von eiserner Disziplin.
Sonntag knüpft die Kontakte
Vielleicht liegt's auch daran, dass der A-Ligist sein Trainingslager in der Kalkarer Von-Seydlitz-Kaserne aufgeschlagen hat. Und ein Soldat verkrümelt sich nicht bis zur Mittagszeit unter der Bettdecke. Die Taktik- und Fitnessschulung am ungewöhnlichen Ort haben die Spieler ihrem Coach Sonntag zu verdanken. Der verdient seine Brötchen am NATO-Stützpunkt und knüpfte die Kontakte zur Kaserne. „Wir finden hier optimale Bedingungen vor”, sagt Sonntag.
Um den Rasenplatz, auf dem sich die Spieler tummeln, verläuft eine Tartanbahn. Beachvolleyballer kommen in der Kaserne genauso auf ihre Kosten, wie Freunde des kleinen Fußballplatzes. Mit Vergnügen hat die anstehende Einheit jedoch nichts gemeinsam. Der Shuttle-Run führt die Fußballer an ihre Grenze.
Mit Hütchen markiert Sonntag eine 20-Meter-Strecke. Auf dem Feld steht ein Laptop, aus dem in regelmäßigen Abständen ein Piepen ertönt. Er dient als Schrittmacher, denn beim nächsten Ton müssen die Spieler auf der anderen Seite sein. „Am Anfang geht es mit sieben Töne pro Minute noch gemütlich los. Doch die Abstände werden kürzer, so dass man schneller laufen muss”, erklärt Sonntag.
„Kommt Männer! Gebt nochmal Gas!”, brüllt Vöckel im Stile eines Bundeswehrausbilders. Martin Dicks gehorcht seinem Coach und hält 15 Minuten durch.
Zur Belohnung dürfen die Fußballer dann auch schießen. Mit scharfer Munition stellen sie ihre Torhüter auf die Probe. Und die Taktik darf nicht zu kurz kommen. „Wir üben mit Positionsspielen das Verschieben auf dem Fußballfeld ein”, sagt Vöckel.
Abends haben die verkappten Soldaten ihre Freizeit. Und die verbringen die Gocher Spieler auf der Kegelbahn. Zwei, drei Bier gibt's dabei – mehr bestellen die geschlauchten Kicker nicht. Denn der Wecker kennt am nächsten Tag erneut keine Gnade. „Um sechs Uhr müssen wir wieder aufstehen”, sagt Sonntag.
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