Reserve muss Feier verschieben

Verständliche Enttäuschung machte sich nach dem Schlusspfiff bei den Spielern des Tabellenführers SV Hönnepel-Niedermörmter breit.
Verständliche Enttäuschung machte sich nach dem Schlusspfiff bei den Spielern des Tabellenführers SV Hönnepel-Niedermörmter breit.
Foto: Seybert, Gerhard (seyb)

Kalkar..  Der Zweitvertretung des SV Hönnepel-Niedermörmter tut sich schwer damit, den Bezirksliga-Sack zuzumachen. Am vergangenen Wochenende bestand dazu bereits die Gelegenheit mit einem Sieg im Heimspiel gegen den SV Spellen. Nur hätte da Verfolger Friedrichsfeld mitspielen und verlieren müssen. Daraus wurde nichts. Hö.-Nie. spielte unentschieden, Friedrichsfeld gewann und rückte dem Tabellenersten zwei Punkte näher auf den Pelz.

Was vor einer Woche nicht funktionierte, wollten die „Jungbullen“ nun gestern unter Dach und Fach bringen. Die Voraussetzungen schienen gut, ging die Reise doch zu Viktoria Winnekendonk, die momentan ihr Dasein in der Abstiegszone fristen. Wie unangenehm die nie aufsteckende Mannschaft von Trainer Sven Kleuskens ist, bekamen gestern Nachmittag Spieler und Verantwortlichen des SV Hö.-Nie. II zu spüren.

Am Ende des Tages auf der neuen Winnekendonker Sportanlage hatte die Heimelf mit 3:2 (2:0) gewonnen. So bleibt der Mannschaft von Hö.-Nie.-Trainer Sven Schützek nun nichts weiter übrig, als die Aufstiegsfeier um noch eine weitere Woche auf den nächsten Sonntag zu verschieben. Dann gastiert der SV Krechting an der Düffelsmühle.

Doch wie nun verlief der gestrige Nachmittag für den SV Hönnepel-Niedermörmter? Die Gäste starteten ungewohnt nervös in die Partie. In den ersten 25 Minuten machten sie einige Fehler und wirkten nicht so richtig anwesend. „Warum wir zu Beginn so schwach gespielt haben, weiß ich auch nicht. In dieser Zeit machen wir so viele Fehler wie in der restlichen Saison zusammen“, sagte Trainer Schützek. Winnekendonk wusste diese Nachlässigkeiten zu nutzen und ging nach einer Viertelstunde durch Daniel Lamers mit 1:0 in Führung. Nach 25 Minuten konnte die Heimelf durch etwas gegnerische Beihilfe sogar auf 2:0 erhöhen: Hö.-Nie.-Verteidiger Stefan Osmann-Reinkens traf bei einer Rettungsaktion unglücklich ins eigene Tor.

Nach einer halben Stunde fing sich der Tabellenführer dann aber und kam in den nachfolgenden Minuten immer besser ins Spiel. In der 67. Minute belohnte er sich für die Leistungssteigerung mit dem Anschlusstreffer: Tim Konrad war es, der seinen Farben mit dem 1:2 wieder Hoffnung machen konnte. Zehn Minuten später fiel dann der Ausgleich, dieses Mal mit Hilfe von Winnekendonk. Das zweite Eigentor des Tages brachte das 2:2 für Hö./Nie., unglücklicher Torschütze war Alexander Tebart.

In den Schlussminuten wurde die Partie noch einmal richtig hektisch. Es hagelte gelbe Karten, die das Spiel nicht beruhigen konnten. Tim Huewels wurde mit Gelb-Rot (90.+3) ebenso wie in der zweiten Minute der Nachspielzeit der Winnekendonker Björn Schaap vom Platz gestellt. Nach einer Situation, die stark nach Abseits aussah, konnte Winnekendonk schließlich den Siegtreffer zum 3:2-Endstand erzielen. Torschütze des Siegtreffers war Andreas Elbers (80.).

„Wir fühlen uns betrogen. Wir haben zu Beginn sicher nicht gut gespielt, später aber noch einen 0:2-Rückstand aufgeholt und das Remis verdient gehabt. Und dann fällt in den Schlussminuten ein klares Abseitstor. Das hat die Mannschaft nicht verdient“, sagte Schützek und haderte mit der Entscheidung des Schiedsrichters. Auch wenn der einst komfortable Vorsprung auf Verfolger Friedrichsfeld auf aktuell vier Punkte zusammengeschmolzen ist. Für Trainer Schützek besteht jedoch kein Grund zur Besorgnis. „Wir werden uns den Mund abputzen und weiter machen. Mit einem Dreier aus den verbleibenden beiden Spielen sind wir Meister.“