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Fußball-Bezirksliga

Nachspiel vor Gericht

11.03.2010 | 09:00 Uhr

Kevelaer. Wer mit den Bezirksliga-Fußballern des Kevelaerer SV hält, macht gerade eine schwere Zeit durch. Als Tabellenletzter sieht es sportlich nicht rosig aus. Und auch abseits des Platzes hat der KSV derzeit eine unerfreuliche Partie zu spielen – gegen den ehemaligen Coach Hans-Gerd Brouwers.

Es stimmt, wir sind uns uneins”, sagt der im April 2009 beurlaubte Trainer. Eine vorsichtige Formulierung. Denn Brouwers hat den KSV vor dem Arbeitsgericht in Wesel verklagt. Ein Jahresgehalt stehe ihm noch zu, das er jetzt auf juristischem Wege beansprucht.

Kurze Rückblende: Im Sommer 2007 kommt Brouwers vom A-Ligisten SV Issum zu seinem Heimatverein. Die erste Mannschaft hält Brouwers gut eineinhalb Jahre im Mittelfeld der Bezirksliga.

Bis es nach der Winterpause 2008/09 bergab geht. Nachdem der Verein in der Osterzeit in Abstiegsnot geraten ist, wird Brouwers im April  beurlaubt. „Weil er die Mannschaft nicht mehr erreicht”, sagen die KSV-Verantwortlichen damals. Das Traineramt übernimmt Brouwers’ Vorgänger, der ehemalige Bundesliga-Profi Horst „Pille” Gecks, der auch jetzt wieder den KSV vor dem Abstieg retten soll. Brouwers Vertrag lief zum 30. Juni 2009 aus, solange erhielt er auch noch sein Gehalt.

Klingt nach sauberer Trennung. Doch die ist es nicht, denn Brouwers klagt: „Vor meiner Entlassung wurde mein Vertrag per Handschlag um eine Saison verlängert.” Namen und Details will er keine nennen. „Alles wird im April gerichtlich geklärt. Dann sehen wir weiter.”

Stillschweigen über die Höhe

Es geht also um ein Jahresgehalt. Und auch wenn beide Seiten Stillschweigen über die Höhe wahren, dürfte sich die Summe nach NRZ-Informationen im mittleren vierstelligen Bereich bewegen. Pikantes Detail: Im Vorfeld wurde Brouwers wohl seitens des KSV eine Stange Geld (rund ein Viertel des Streitwerts) angeboten, wenn er die Klage fallen ließe. Klingt  nach einem Schuldeingeständnis.

„Nein, das ist es nicht!”, erklärt Christian Schick, erster Vorsitzender des Sportvereins. Vielmehr sei das Angebot ein Vorschlag zur Güte gewesen. „Der KSV will keinen Streit mit  Urgestein Hans-Gerd Brouwers”, sagt Schick. „Das Geld hatte ein Sponsor aufgerufen, um die Sache außergerichtlich zu regeln.” Denn schließlich habe Brouwers  seine Verdienste um den Verein und das Umfeld.

Doch weil der Ex-Trainer das Angebot abgelehnt hat, treffen sich beide Seiten nun vor Gericht wieder. Schick ist überzeugt, dass der KSV Recht bekommt: Es sei klar geregelt, dass nur der erste Vorsitzende des Gesamtvorstands den Vertrag mit dem Trainer abschließen darf. Das dürfe weder Abteilungsvorstand noch Obmann. „Und ich habe mit Brouwers nicht verlängert – weder per Handschlag noch schriftlich.” Es steht also Aussage gegen Aussage. Man darf gespannt sein, wie das Gericht entscheiden wird.

Benedikt Giesbers

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