Keeper Tim Weichelt kassiert die rote Karte

Kalkar..  Das hatte sich der SV Hönnepel-Niedermörmter aber ganz anders vorgestellt. Eine Woche nach dem überzeugend herausgespielten 4:1-Erfolg beim 1. FC Bocholt sollte auch die Heimpartie gegen den TuS Bösinghoven 64 drei Punkte bringen. Doch daraus wurde nichts. An der Düffelsmühle kassierten die Mannen von Trainer Georg Mewes eine 1:2-Schlappe, die sie sich einer ganz schwachen ersten Halbzeit zuzuschreiben hatten.

Mewes ging mit seinen Schützlingen aber nicht allzu hart ins Gericht: „Nach der Pause haben wir es in Unterzahl gut gemacht. Fast hätten wir noch den Ausgleich geschafft. Man merkt aber deutlich, dass sich die Saison dem Ende zuneigt. Insgesamt dürfen wir aber mit der erreichten Platzierung zufrieden sein.“

Die Schwarz-Gelben dominierten die Anfangsphase und wollten eine frühe Führung erzwingen. Doch bereits in der 6. Minute ging der Schuss nach hinten los. Torhüter Tim Weichelt rannte unmotiviert aus seinem Kasten und am steil geschlagenen Ball vorbei. Durch diesen dicken Patzer kam der aufgerückte Verteidiger Enes Öz an die Kugel, die er aus 20 Metern ins verwaiste Gehäuse befördern konnte. Dieser Gegentreffer ging ganz allein auf das Konto von Weichelt.

Zwei Minuten später hatte der Hausherr Glück, dass Schiri Waldemar Kowollik nach einem Foul auf der Strafraumlinie an Kevin Dauser nicht auf Elfmeter entschied, sondern weiterspielen ließ. Tanju Acikgöz mit einem Schuss knapp über den Querbalken (11.) und Takehiro Kubo mit einem gefährlichen Kopfball (13.) hätten leicht erhöhen können. Von der Mewes-Truppe war in dieser Phase gar nichts zu sehen.

Nach 26 Minuten wurden die Zuschauer zu einem schallenden Gelächter gezwungen. Einen von Weichelt abprallenden Ball schoss Stefan Galster aus einem Meter Torentfernung über die Latte. So etwas schafft man auch nicht jeden Tag.

Böses Foul

Die Hönnepeler, mit diesem knappen Rückstand noch sehr gut bedient, kamen zu ihrer ersten Möglichkeit in Minute 38. An eine scharfe Hereingabe von Daniel Boldt von der rechten Seite kam keiner heran. 60 Sekunden später durfte Weichelt duschen gehen. Er leistete sich knapp ausserhalb des Strafraums ein böses Foul an Acikgöz. Der Schiri zögerte keine Sekunde und zückte die rote Karte. Philipp Gutkowski stellte sich zwischen die Pfosten, Kevin Barra musste das Spielfeld verlassen. Drei Minuten darauf sorgte Dauser mit einem 16m-Schuss für das mehr als verdiente 2:0 des TuS.

Die Gäste kontrollierten auch zu Beginn des zweiten Durchgangs das Geschehen, bei Hö.-Nie. war von einem Aufbäumen wenig zu spüren. Nach einer knappen Stunde hätte der Anschlusstreffer fallen müssen. Marc Beckert legte mustergültig auf für Andre Trienenjost. Das Gehäuse war nahezu leer, doch der Torjäger schaffte es tatsächlich, das Spielgerät an den Pfosten zu setzen.

Und dann sollte doch noch das 1:2 gelingen. Harun Can spielte schön auf den durchstartenden Trienenjost, der Torhüter Georgios Kalomoiris überwinden konnte. Die heimische Elf wollte nun zumindest noch einen Zähler retten, doch die besseren Chancen hatte die Mannschaft von Olivier Caillas. Gutkowski parierte bei Kontern zweimal gegen Kubo und Dauser (86./89.).

In der Nachspielzeit gab es noch einmal einen weiten Steilpass auf den eingewechselten Dennis Terwiel. Der aber konnte den Ball nicht kontrollieren, so dass dieser ins Toraus lief. Damit war die verdiente Niederlage der Schwarz-Gelben, die einen rabenschwarzen Tag erwischten, endgültig besiegelt.