Immer noch in aller Munde
06.01.2008 | 19:42 Uhr 2008-01-06T19:42:00+0100Kevelaer. Beim 6. Kevelaerer Marathon ging's nicht ohne Honigkuchen. Gut gestärkt siegten Theo Aymanns und Maria Hendricks.
Milde vier Grad zeigt das Thermometer und laue Nebelschleier ziehen sich am Waldrand entlang. Idyllisch ist's in der ständig so ansehnlichen Schravelner Heide. Selbst die Sonne zeigt sich und so scheinen ihre Strahlen zusätzlich den Sportlerehrgeiz zu kitzeln. Für Sonntag, lud die Langlaufgemeinschaft (LLG) Kevelaer zum sechsten Mal zum Marathon. 42,195 lange Kilometer lagen vor den 300 gemeldeten Läufern. Und diese brauchten anständige Stärkungen.
Am Rande der Strecke warteten hier und da Versorgungsstände, die von fleißigen Helfern bewirtet wurden. Sie gaben insgesamt 100 Liter Cola, 600 Liter Wasser und Tee, zwei Kisten Bananen und – siehe da – rund 30 Kilogramm Honigkuchen über die Bierzeltgarnitur. Ohne den kohlenhydratreichen Süßkram geht es eben doch nicht ganz.
Auch Theo Aymanns, fast eine Läuferlegende im Kreis Kleve, langte an den Ständen kräftig zu. Etliche Strecken hat er bereits erkundet und dies mit hünenhaftem Erfolg. Es sollte sein erster Marathon sein und zum erneuten Male schrieb der als „schnellster Landwirt des Kreises” bezeichnete Rekorde. Er sicherte sich die goldene Mitte auf dem Siegerpodest.
Hoher Besuch in der Marienstadt
Da wurde nicht schlecht gestaunt: Als gestern die Startnummer 357 am Moderationshäuschen vorbeikam, erläuterte Laurenz Thissen, was es mit diesem älteren Herrn auf sich hatte. Zwar war er mit der Altersklasse M 70 nicht der Älteste, aber der erfahrenste Läufer – und das weltweit: Der Hamburger Horst Preislar nahm sich zum 1533 Mal die Marathonstrecke vor. Damit kann er sich mit großem Abstand als Weltmeister betiteln. Vom 100-Marathon-Club - Läufer, die mindestens 100 mal die 42,195 Kilometer bestritten - zog es zehn nach Kevelaer.
Nach 2:38:43 Stunden stand er am Fuße der Jugendherberge. Und dies zufrieden: „Es hat alles gut geklappt. Ich fühle mich gut und bin froh erstmalig außerhalb des Trainings den Marathon in Angriff genommen zu haben. Auch wenn ich mir die Konkurrenz schwächer erhofft hätte”, gibt er zu. Er vertrat die Altersklasse M40 und mit seinen Konkurrenten meint er gerade Andreas Schmeinck (2:43:51), der ihm – zumindest anfangs – sehr dicht auf den Fersen war. „Ich war recht schnell zu Fuß, da ich Schmeincks Form zuvor unterschätzte. Mir hätte eine Zeit, die bei rund zweidreiviertel Stunden liegt, bestens gereicht. Nun musste ich ziemlich kämpfen”, plaudert er. Zu Beginn wäre er zwar gut davon gekommen, aber ab dem 35. Kilometer habe er zu schwitzen begonnen. Auch das noch.
Bei den Herren blieb die große Überraschung aus, denn den dritten Rang sicherte sich Alexander Ockl (2:44:43). Die Damen wurden von Topathletin Maria Hendricks angeführt. Mit einer Endzeit von 3:16:28 Stunden rannte sie gar zur persönlichen Bestzeit: „Es war einfach nur spitze. Ich hatte großen Spaß und konnte natürlich auch meinen Heimvorteil nutzen”. Sie strahlte übers gesamte Gesicht. Nun hieß es auf den Rest zu warten, um dann mit dem Rad ins heimische Winnekendonk zu fahren. Warum auch nicht. Nach der W40-Dame fand die eigentliche Favoritin Sybille Möllensiep (3:28:17) ins Ziel. Und kurz darauf kreuzte die strahlende Issumerin Ute Claus die Ziellinie (3:32:32).
Organisatorisch gab es ebenfalls nichts, was nicht stimmte. Laurenz Thissen moderierte mit gewohnter Klasse, die Cafeteria versüßte den Läuferdamen die Zeit, in der sich der Göttergatte verausgabte und die musikalische Beschallung spornte sowohl Publikum als auch Sportler an. Wolfgang Fischöder, Vorstandsmitglied und Leiter der Verpflegungsstände, war stolz: „Es ist eine Riesenfreude, anderen Athleten einen Lauf zu ermöglichen. Auch wenn es in den Beinen kribbelt: Den Marathon aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, ist auch schön.”