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Uedemer Volkslauf

Im Eiltempo über den Asphalt

22.06.2008 | 19:45 Uhr

Bei der 6. Auflage der Leichtathletik-Veranstaltung ging's nicht nur zu Fuß durch die Schustergemeinde.

Henning Ludwig (Nr. 193), Stephanie Külkens (166) und Huub Hagen (91) rannten während des Jedermannlaufs ebenfalls durch Uedem. (Foto: Heinz Holzbach)

Lange hat er sich im Windschatten des Führenden versteckt, nach einem Sprint über die Zielgeraden holt Dave Mölders auf Theo Aymanns dann aber einen Vorsprung von vier Sekunden heraus – und siegt. Wie schon vor einer Woche in Goch muss der vermutlich schnellste Landwirt vom Niederrhein dem Sportler des LV Marathon Kleve auch während des Fünf-Kilometer-Rennens beim 6. Uedemer Volkslauf den Vortritt lassen.

Nicht schlimm. Etwas mehr als zwei Stunden vergehen, bis Aymanns sich einen weiteren Platz auf dem Siegertreppchen sichert. Nun aber darf der Mann von Alemannia Pfalzdorf ganz nach oben klettern. Ohne Verfolger in seinem Windschatten hat Aymanns souverän den Hauptlauf über zehn Kilometer gewonnen, Klubkamerad Roland Schmitz folgt 46 Sekunden hinter ihm.

Während sich die insgesamt 433 Teilnehmer phasenweise mit den hohen Temperaturen über den Asphalt plagen, hat Hans-Willi de Haan am Streckenrand weniger Sorgen. Vor zwei Jahren noch hatte der Vorsitzende des Uedemer Volkslauf-Vereins die Veranstaltung mangels Teilnehmern vor dem Aus gesehen. „Sorgen müssen wir uns nicht mehr machen”, atmet de Haan auf. „Das Interesse an unserem Lauf wird von Jahr zu Jahr größer.”

Für Zuschauer besonders attraktiv

In der Teilnehmerliste von 2008 sind einmal mehr die Namen der lokalen Lauf-Größen zu finden, Bürgermeister Rainer Weber heftet sich beim Jedermannlauf die Startnummer 321 ans Dress. Und de Haan hat unterdessen ein Team von 80 Helfern ins Rennen geschickt, während Feuerwehr, Polizei und Rotes Kreuz die Sicherheit gewährleisten. „Für diese Unterstützung sind wir dankbar”, sagt de Haan. Nicht nur die fleißigen Hände tragen zum Gelingen des Laufes bei.

In der Schustergemeinde geht's nämlich nicht nur zu Fuß im Eiltempo durch die Straßen, sondern auch auf acht Rollen. „Der Lauf der Inline-Skater ist für die Zuschauer eine besondere Attraktion”, weiß de Haan. Wohl wahr. Mit rasantem Tempo, teilweise nur wenige Zentimeter voneinander getrennt jagen die Athleten über den Asphalt. Die Spitzengruppe schafft Rundenzeiten um die vier Minuten. Und auch die Starterliste liest sich nicht schlecht. Daniel Hönigl etwa ist Dritter der Deutschen Marathon-Meisterschaften, Barbara Lauber ist Deutsche Halbmarathon-Meisterin, und ein Trio vom EC Grefrath nutzt das Uedemer Rennen zur Vorbereitung auf die kommende Eisschnelllauf-Saison. „Im Kreis Kleve gibt's keinen vergleichbaren Skaterlauf”, berichtet de Haan, der Teilnehmer aus Kleve, Goch, Krefeld, Köln oder Dürwiß begrüßen und später Hönigl zum Gesamtsieg gratulieren kann. Da allerdings hat der Mann mit der Startnummer 111 schon mächtig in die Bremsen getreten.

Björn Mende

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