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Hefte raus, Klassenarbeit!

15.02.2010 | 22:30 Uhr

Goch. Nach den ersten Testspielen erweckten die Kicker des SV Viktoria Goch den Eindruck, als befänden sie sich noch im Winterschlaf. Im NRZ-Interview versucht Trainer Thomas von Kuczkowski (37) die schwache Vorbereitung seiner Mannschaft zu analysieren.

Miserable Leistungen in den Testspielen, ein kleiner Kader und schon drei Nachholspiele im Gepäck: Fühlen Sie sich nicht unwohl, wenn Sie an die vielen englischen Wochen im April und Mai denken?

Von Kuczkowski: Wenn eine Mannschaft mit dieser Situation vertraut ist, dann wir. Schon in der vergangenen Saison standen wir zum Schluss fast jeden Mittwoch auf dem Platz. So ein Rhythmus kann auch Vorteile haben. Hat man zu Beginn Erfolg, schwebt man wie auf einer Wolke von Spiel zu Spiel. Stellen sich aber prompt Niederlagen ein, werden die vielen Partien zur Belastung.

Nach den schwachen Auftritte in den Testspielen fällt es derzeit aber schwer, an eine Gocher Erfolgsserie zu glauben. Kann es nicht sein, dass die Pleiten weiter in den Köpfen der Spieler herumspuken?

Von Kuczkowski: Ich kann mein Gefühl zwar nicht begründen, glaube aber, dass wir in der Meisterschaft ein anderes Gesicht zeigen. Das kann man mit der Schule vergleichen. Für einen Test übt ein Schüler nicht so viel, weil die Note unwichtig ist. Für eine Klassenarbeit strengt er sich umso mehr an.

Trotzdem suchen Sie nach Gründen für die schwache Vorbereitung. Bereits fündig geworden?

Von Kuczkowski: Das Defensivverhalten ist schlecht, obwohl alle Spieler eigentlich gut gegen den Ball arbeiten können. Zudem schaffen wir es nicht, neunzig Minuten die Konzentration zu halten. Die Spieler unterliegen dabei großen Formschwankungen. Torwart Poli Minas ist da die Ausnahme.

Hatte die Vorbereitung für Sie auch positive Momente?

Von Kuczkowski: Die Tatsache, dass wir sechs Testspiele absolvieren konnten, stimmt mich zufrieden. Weil wir nur Gegner, die über Kunstrasen verfügen, im Programm hatten, haben wir mehr Spielpraxis als unsere Konkurrenten im Abstiegskampf gesammelt. Ich fand es auch klasse, wie unkompliziert die Absprachen mit vermeindliche Lokalrivalen wie Kleve oder Warbeyen verliefen. Ein kurzer Anruf, und das Testspiel stand.

Sie haben in der Winterpause nicht nur getestet, sondern auch ihren Vertrag um eine weitere Saison verlängert. Was waren die Gründe dafür?

Von Kuczkowski: In Goch kann man in Ruhe arbeiten. Auch nach den schlechten Ergebnissen hat mir keiner reingeredet. Zwar müssen wir jetzt auch wieder finanzielle Einschnitte in Kauf nehmen, doch das sehe ich nicht nur negativ. Als Trainer kann ich beweisen, dass ich auch mit einem kleineren Etat eine schlagkräftige Truppe auf den Platz schicken kann.

Und dafür investieren Sie scheinbar sehr viel Zeit...

Von Kuczkowski: Wenn ich nicht mit der Mannschaft trainiert habe, standen Gespräche mit meinen Spielern oder potenziellen Verpflichtungen an. In den vergangenen Wochen war ich demnach täglich in Sachen Fußball unterwegs. Bei meinem Co-Trainer Andreas Bergmann sieht das nicht anders aus. Für uns ist der Verein mehr als nur ein Hobby.

Denis de Haas

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