Gorgs erlöst Kleve kurz vor Schluss

Kleve..  Gegen den 1. FC Viersen nahm FC-Coach Thomas von Kuczkowski in der 63. Spielminute den bis dahin glücklosen Stürmer Otman Maehouat raus und brachte für ihn Tobias Gorgs, dem viele Fans hinter der Bande allerdings nicht allzu viel zutrauten. Hatte er doch in den vergangenen Spielen sämtliche Großchancen versemmelt. Fünf Minuten vor dem Spielende erzielte jener Gorgs aber den 2:1 (0:1)-Siegtreffer in einer zur Halbzeit fast verloren geglaubten Partie.

Gorgs’ Jubel war nicht nur deswegen umso ausgelassener. „Ich habe in den vergangenen drei Wochen so viel trainiert. Mit dem Tor ist jetzt eine große Last von mir abgefallen“, erzählte der Stürmer, der zuletzt im November traf. Dabei hatte ihn sein Trainer gar nicht als Goalgetter aufs Feld geschickt. „Er sagte mir vor der Einwechslung, dass ich den Ball halten und Freistöße rausholen solle“, so Gorgs, der aber lieber auf jemand anderen hörte: „Mein Physiotherapeut Ulrich van Baal sagte mir, dass ich doch lieber ein Tor schießen solle.“ Und das tat er schließlich. Wenn auch für viele überraschend. „Tobias Gorgs! Ich werd’ bekloppt. Das glaub ich nicht“, raunte ein Klever Anhänger am Spielfeldrand nach Gorgs’ Erfolg. In den vergangenen Spielen hatte er die besten Möglichkeiten liegengelassen. „Zum Glück blieb das immer ohne Folgen“, erklärte Gorgs. Sein Treffer gestern war dafür umso wichtiger.

Die sonst so spielstarken Rot-Blauen taten sich auf einem holprigen Geläuf sehr schwer. „Wir konnten hier unser sonst so gutes Kurzpassspiel gar nicht anwenden. Dafür war der Platz zu schlecht“, meinte von Kuczkowski nach den 90 Minuten, in denen er auch eingestehen musste, dass die angekündigte neue Idee nur bedingt im Spiel fruchtete. Mit der ersten Möglichkeiten in der Partie ging Viersen durch Hachan Sayicir in Front (33.). Kurz vor der Pause hatte auf der anderen Seite Pascal Hühner den Ausgleich auf dem Fuß, doch im eins-gegen-eins-Duell mit 1. FCV-Keeper Thomas Gerdes behielt der Schlussmann die Oberhand und parierte.

In den zweiten 45 Minuten gab dagegen nur noch der 1. FC Kleve den Ton an, ohne jedoch weitestgehend gefährlich zu werden. Mit Ausnahme von Minute 55, als Tim Haals Kopfball auf der Linie geklärt wurde, der Ball aber zu Fabio Forster kam, der durch alle Mann hindurch ins Tor traf. Acht Minuten vor dem Schlusspfiff hatte Fabian Buttgereit eine weitere gute Gelegenheit auf rot-blauer Seite, den Kucze gestern als „besten Mann auf dem Platz“ und „richtiger Leader“ adelte, scheiterte jedoch an Pfosten und Torhüter. Drei Minuten später traf aber schon Gorgs nach Pass von Niklas Klein-Wiele ins gegnerische Tor.

„Tobias hat in dieser Woche unheimlich gut gearbeitet. Für die nächste Woche könnte er wieder eine Option für die Startelf sein“, so von Kuczkowski, der gestern bestgelaunt die Heimreise antrat. Konkurrent 1. FC Mönchengladbach holte beim GSV Moers nämlich nur einen Punkt (1:1). Die Klever haben dadurch den Vorsprung auf Platz zwei auf drei Zähler ausbauen können und haben die Meisterschaft und den Aufstieg nun wieder in den eigenen Händen.