Georg Mewes sauer: „Ich sage heute nichts“

Kalkar..  Wer Georg Mewes kennt, weiß, dass er um flotte Sprüche und Worte nicht verlegen ist. Am gestrigen Sonntag um 16.45 Uhr machte er jedoch eine rühmliche Ausnahme. „Ich sage heute gar nichts“, stapfte er sauer in die Umkleidekabine seines SV Hönnepel-Niedermörmter, der sich gerade eine 0:3-Klatsche beim Oberliga-Absteiger SV Sonsbeck eingehandelt hatte. Die biederen Platzherren warteten auf Fehler des Gegners und schossen in der zweiten Halbzeit zur Überraschung ihrer eigenen Anhänger drei Tore. Hö.-Nie., spielerisch stärker, aber ohne Durchschlagskraft, verlor am Ende sogar verdient.

Die Mewes-Truppe, diesmal mit Marc Beckert auf der linken Aussenverteidigerposition, begann feldüberlegen und hatt die erste Chance nach drei Minuten. Ein Freistoß von Christian Mikolajczak landete aber in der dritten Etage. Kurz darauf hatte der SVS eine Riesenmöglichkeit. Jan Pimingstorfer suchte nach einem Solo in der Mitte einen eigenen Mitspieler, den er aber nicht fand. In dieser Situation hätte er selbst den Abschluss suchen sollen.

Bei leichter Feldüberlegenheit der Gäste konnte die Begegnung die Zuschauer nicht von den Sitzen reißen, das Geschehen spielte sich überwiegend zwischen beiden Strafräumen ab. Die erste Möglichkeit gab es erst wieder in Minute 21, Daniel Boldt schoss nach Vorlage von Benjamin Schüssler knapp am Kasten vorbei. Beim anschließenden Eckstoß kam Heinrich Losing zum Kopfball, doch Ahmet Taner konnte die Kugel mühelos aufnehmen. Losing und Andre Trienenjost kamen noch zu weiteren Kopfballchancen, die aber nichts einbrachten, so dass es beim für den SV Sonsbeck etwas glücklichen 0:0 bis zum Halbzeitpfiff blieb.

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs tat sich nicht viel an der Balberger Straße. Doch in der 57. Minute hieß es urplötzlich 1:0 für die Platzherren. Ein Pass aus dem Mittelfeld erreichte den völlig freistehenden Felix Terlinden, der den ansonsten beschäftigungslosen Philipp Gutkowski mit einem Flachschuss überwinden konnte.Mit dieser Führung hatten die Sonsbecker wohl selbst nicht gerechnet Außer einem Abseitstor (59.) und einem Schuss von Trienenjost, den Taner entschärfte (65.) hatte Hö.-Nie. im Offensivbereich nichts zu bieten.

13 Minuten vor dem Ende riss Daniel Boldt Pimingstorfer im Strafraum zu Boden, an der Elfmeterentscheidung gab es nichts zu deuteln. Der nach einer Stunde eingewechselte Jan-Paul Hahn nutzte die Gelegenheit und erhöhte mit einem unhaltbaren Flachschuss auf 2:0, womit eine Vorentscheidung gefallen war. Die Mannen von Georg Mewes blieben auch in den verbleibenden Minuten harmlos. Zwar gab es viel Ballbesitz im Mittelfeld, doch spätestens am gegnerischen Strafraum war der enttäuschende Tabellenvierte mit seinem Latein am Ende. Georg Mewes brachte mit Tim Seidel und Kevin Barra zwar noch zwei Offensivkräfte, doch auch sie konnten dem trostlosen Gekicke keine neuen Impulse verleihen. Die Sonsbecker beschränkten sich in erster Linie darauf, den kaum für möglich gehaltenen Vorsprung über die Zeit zu retten. Vier Minuten vor dem Ende konnte Terlinden ein weiteres Mal ungestört in Richtung Gutkowski marschieren und sogar noch den dritten Treffer für den SVS markieren.

Die Mannschaft von Georg Mewes ergab sich in ihr Schicksal. Nun geht es am kommenden Sonntag um einen versöhnlichen Abschluss gegen Meister Spielvereinigung Velbert. Mit der gestern gezeigten Leistung wird man gegen diesen starken Gegner aber kaum etwas erreichen können.

SV Sonsbeck: Taner, Keisers (60.. Hahn), Vengels, Terlinden, Pimingstorfer, Hitzek (71. Öczan), Müller, Grütter, Wenten (87. Gerke), Fuchs, Schoofs. SV Hö.-Nie. : Gutkowski, Seyfried, Dragovic, Losing, Beckert (24. Can/70. Seidel), Mikolajczak, Boldt, Heppke, Terwiel (76. Barra). Schüssler, Trienenjost. Tore: 1:0 (57.) Terlinden, 2:0 (77.) Hahn per Foulelfmeter, 3:0 (86.) Terlinden