Gelungene Kooperation am Schachbrett

Alpen/Issum..  Als Christoph Monien vor acht Jahren an den Niederrhein zog, gab der 48-Jährige damit vorerst sein Hobby auf. Seit seinem zehnten Lebensjahr hatte der gebürtige Pole regelmäßig am Schachbrett gesessen. Zuerst mit seinem Vater im heimischen Katowice, dann mit seinem Studienkollegen als es ihn in den Norden Deutschlands verschlug. Schließlich verbesserte er sein strategisches Können im Schach, als er einem Verein in Niedersachsen beitrat. Dann folgte der berufsbedingte Umzug mit seiner Familie nach Menzelen-Ost.

Vor gut einem Jahr schlenderte der Qualitätsbeauftragte in der Elektrobranche dann an einem verkaufsoffenen Sonntag über den Alpener Markt und lief dort Wolfgang Buhren in die Arme. Der 52-jährige Schachspieler präsentierte dort das neue Kooperationskonzept zwischen der offenen Kinder- und Jugendarbeit der evangelischen Kirchengemeinde Issum und Viktoria Alpen. Seit vier Jahren arbeiten die Nachbargemeinden eng zusammen und hatten eine Schachabteilung bei der Viktoria etabliert. „Wir haben eine Plattform gesucht, um am regionalen Spielbetrieb teilnehmen zu können. Einen eigenen Verein hatten wir nie vor zu gründen, und in Issum fand sich kein Mehrspartenverein für uns. In Alpen sind wir dann mit offenen Armen empfangen worden und fühlen uns pudelwohl da“, erklärt Buhren, Abteilungsleiter und Jugendwart in Personalunion.

Somit war auch für Christoph Monien eine neue Möglichkeit gefunden, seine alte Liebe zum Logikspiel wieder aufleben zu lassen, da händeringend nach erwachsenen Spielern für die erste Mannschaft gesucht wurde.

Rosafarbene Schachfiguren

„Über den Umfang der Jugendarbeit war ich sehr überrascht. Normalerweise hat man Probleme mit dem Nachwuchs, aber hier gibt es wesentlich mehr Jugend als Erwachsene“, sagte Monien, der seit diesem Jahr auch Mannschaftsführer des in die Bezirksklasse aufgestiegenen Seniorenteams ist. Mit 30 Mitgliedern hat sich die eigenständige Abteilung der Alpener etabliert. Zwei Drittel davon macht allein der Teil an Kindern und Jugendlichen aus.

Zu den Trainingszeiten wird Buhren von seinen Söhnen Alexander (20) und Matthias (22) sowie vom Alpener Mitglied Sascha Voetee unterstützt. Auch Voetees Kinder Kevin und Zoé sitzen schon begeistert am Schachbrett. „Die Herausforderung besteht darin, immer wieder neue Impulse zu setzen, um die Konzentration der Kinder hochzuhalten“, so Buhren. „Kurz vor Weihnachten haben wir ein Würfelschachturnier ausgerichtet. Für die Mädchen gibt es auch rosafarbene Schachfiguren. Man muss da kreativ werden“, bemerkt Buhren schmunzelnd.

Über mangelnde Resonanz kann sich der Issumer nicht beschweren. Im Gegenteil: Der Beitritt zur Alpener Viktoria kommt an. Und wundern würde es Christoph Monien nicht, wenn noch mehr Neugierige zur Schach-Abteilung dazustoßen.