Fußballschule begeistert Kellener Kinder

Was wir bereits wissen
Der ehemalige Prodi Ingo Anderbrügge gastierte mit seinem Camp beim BV DJK Kellen. Fast 50 Kinder nahmen teil.

Kellen. Begeistert steht Mario Coumans am Rand der Jugendarena des BV DJK Kellen. Sein Sohn nahm am Wochenende mit 48 anderen Kindern an einer Fußballschule mit dem ehemaligen Profi Ingo Anderbrügge teil. Coumans, der die F2-Jugend der Kellener coacht, war drei Tage lang als Beobachter dabei. „Die Kinder standen teilweise schon um 9 Uhr auf dem Platz, obwohl das Training offiziell erst um 10 Uhr begann. Aber es hat ihnen so viel Spaß gemacht, dass sie es kaum abwarten konnten“, berichtete Coumans. Besonders das professionelle Arbeiten mit den Nachwuchsfußballern gefiel ihm.

Drei Tage lang drehte sich für die 49 Kinder von acht bis 15 Jahren alles um Fußball. Um zehn Uhr morgens begannen sie mit Aufwärmübungen auf dem Platz der Jugendarena. Am Abschlusstag übernahm diese Einheit sogar Ingo Anderbrügge selbst, der den ganzen Tag auch vor Ort blieb. Das übrige Training übernahmen jedoch wieder seine Trainer. Die Kinder wurden dazu je nach Altersklasse verschiedenen Gruppen zugeteilt: Bayern München, Schalke 04, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen. In den Gruppen stand dann unter anderem Passspiel, Dribbling, Torschuss-Training und ein separates Torwarttraining für alle Torhüter auf dem Programm, das jeden Tag mit einem kleinen Turnier abgerundet wurde. Gesucht wurden dabei die Dribbel- oder Torschützenkönige. Das Ende des letzten Tages bildete ein weiteres kleines Turnier. Im Anschluss daran erhielt jeder Teilnehmer eine Urkunde, auf der die erfolgreiche Teilnahme an der Fußballschule bestätigt wurde.

Viele der fast 50 Kinder und Jugendliche hätten gerne aber noch weitergemacht. So berichtete der elfjährige Justin Michels, dass er viel gelernt habe. „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Vor allem das Schusstraining und der Elfmeter-Wettbewerb gefielen mir gut“, sagte auch der achtjährige René, der bereits an einem Fußball-Camp in Emmerich teilgenommen hat.

Die „Fußballfabrik nach Ingo Anderbrügge“, so der offizielle Name der Fußballschule auf der Kellener Sportanlage, hebt sich von den meisten anderen Camps ab. „Natürlich soll auch Freude und Spaß bei uns dabei sein. Aber mir und uns ist in erster Linie wichtig, dass wir ausbilden“, so Anderbrügge, der dabei auf erfahrene und qualifizierte Trainer setzt. „Sie unterrichten so, wie Fußball heutzutage trainiert wird. Jedes Kind soll in Bewegung sein und gezielt gefördert werden. Das geht nur mit ausgebildeten Trainern, die sich jeden Tag Gedanken über den Fußball machen“, erklärte der Uefa-Cup-Sieger von 1997 mit Schalke weiter.

Die Jugendtrainer des BV DJK Kellen durften bei den Coaches der Fußballfabrik hospitieren und setzten sich zudem am letzten Tag der dreitägigen Veranstaltung mehr als eine Stunde lang mit Anderbrügge zusammen, der ihnen seine Philosophie und Trainingsmethoden näher erläuterte. Kellens F2-Trainer Coumans gefiel vor allem die Disziplin im Training mit den Kindern und Jugendlichen. „Wenn sie einen Ball verloren haben oder in einen Bereich gelaufen sind, in den sie nicht rein durften, mussten sie drei Liegestütze machen. Das haben die Trainer am Anfang ihnen immer noch sagen müssen. Bereits am zweiten Tag haben sie die Liegestütze aber schon von ganz alleine gemacht, wenn sie gemerkt haben, dass etwas nicht funktioniert hat oder nicht richtig war“, sagte Coumans, der sich von dem Verhalten der jungen Fußballer beeindruckt zeigte. „Es geht dabei aber nicht um Strafe“, erklärte Anderbrügge, „wir wollen nur konsequent sein. Denn auf dem Platz regelt das der Schiedsrichter, und es gibt einen Freistoß.“ Auf dem Trainingsplatz sorgt eben der Trainer für die nötige Ordnung.

Die fast 50 Kinder und Jugendliche waren jedenfalls begeistert bei den Übungseinheiten dabei. „Normalerweise lässt bei Kindern die Konzentration nach zwei oder drei Stunden nach. Aber bei diesem Fußballcamp konnten sie kaum die einstündige Pause abwarten, um wieder auf den Platz zu können und weiter zu machen“, berichtete Wolfgang Klümpen vom BV DJK Kellen, der bei der Finanzierung des Fußballcamps unter anderem auch durch das Edeka-Center Brüggemeier unterstützt wurde. Klümpen könne sich durchaus vorstellen, die „Fußballfabrik nach Ingo Anderbrügge“ ein weiteres Mal in die Klever Unterstadt zu holen.