Frustbewältigung mit „Rot“ geahndet

Kalkar..  Der SV Hönnepel-Niedermörmter konnte ein weiteres Testspiel beim Landesliga-Tabellendritten ESC Rellinghausen mit 3:1 für sich entscheiden, doch die Freude darüber hielt sich bei Trainer Georg Mewes in Grenzen. Denn die Schwarz-Gelben hatten einen herben Verlust zu beklagen. In der 75. Minute sah ausgerechnet Kapitän Christian Mikolajczak nach einem Frustfoul die rote Karte. Mewes ärgerte sich über das Fehlverhalten seines Mittelfeldregisseurs maßlos: „Für so eine Aktion gibt es keine Entschuldigung. Er hat nicht im Sinne der Mannschaft gehandelt. Jetzt wird er wahrscheinlich vier Spiele ausfallen, so dass er auch bei der ersten Rückrundenpartie nicht mitwirken kann. Dabei haben wir ohnehin schon genug personelle Probleme.“

Deutliche Worte

Zufrieden war Mewes diesmal allerdings mit der Vorstellung seiner Mannschaft, die zuletzt beim 1:2 gegen den SV Zweckel noch arg enttäuscht hatte: „Wir haben uns gesteigert. Ich hatte den Jungs aber auch einige deutliche Worte gesagt.“ Bereits nach zwei Minuten durften die Gäste, die auf Markus Heppke (Zahn-OP) verzichten mussten, ihren ersten Treffer bejubeln. Der aufgerückte Rechtsverteidiger Marcel Seyfried schlug eine schöne Flanke vor das Rellinghausener Tor. Der Keeper kam beim Herauslaufen an den hoch hereingebrachten Ball nicht heran. Davon profitierte der mitgelaufene Mike Wezendonk, der die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie drücken konnte. Hö.-Nie. zeigte sich auch weiter tonangebend und konnte den Vorsprung umgehend ausbauen. In Minute zwölf hieß es bereits 0:2. Bei einem Freistoß an der Strafraumkante legte Michael Mikolajczak auf für Nico Frömmgen, der knallhart und unhaltbar zur beruhigenden Führung .

Nach einer halben Stunde kam der ESC dann aber nach einem schönen Spielzug auf 1:2 heran. Dennis Terwiel und Yusuf Allouche ließen dann noch zwei gute Gelegenheiten ungenutzt verstreichen. Kurz vor der Pause besorgte Terwiel mit einem schönen 20m-Schuss den 3:1-Pausenstand, der vollkommen verdient war. Eigentlich hätte die Mewes-Mannschaft sogar deutlicher führen müssen. Im zweiten Durchgang – der lange verletzte Benjamin Schüssler durfte weitere Spielpraxis sammeln – beschränkte sich der Oberligist darauf, das Spiel zu kontrollieren, hätte aber bei zwei Situationen von Andre Trienenjost und Daniel Boldt noch erhöhen können. Doch beide Male wollte der Unparteiische eine Abseitsstellung ausgemacht haben. Für Mewes waren dies aber Fehlentscheidungen.

Den negativen Höhepunkt gab es dann in der 75. Spielminute, als die Begegnung zu Gunsten des SV Hönnepel-Niedermörmter längst schon eingetütet war.

Als Mikolajczak mit einer Schiri-Entscheidung nicht einverstanden war, lud er anschließend seinen ganzen Frust in einem groben Foul ab. Dem Mann in Schwarz blieb nichts anderes übrig, als dem Spielführer der Gelb-Schwarzen die rote Karte vor die Nase zu halten. „Schorsch“ Mewes war stinksauer: „So etwas darf einem so routinierten Spieler nicht passieren. Wir sind personell ohnehin nicht sehr gut aufgestellt.“