Fast 1000 Athleten waren am Start

Auf geht’s: Im künstlich angelegten Schwimmbassin in der Klever Unterstadt wurde um eine gute Ausgangsposition gekämpft.
Auf geht’s: Im künstlich angelegten Schwimmbassin in der Klever Unterstadt wurde um eine gute Ausgangsposition gekämpft.
Foto: Evers, Gottfried
Was wir bereits wissen
Der fünfte Klever Sparkassen Triathlon bot einiges. In zahlreichen Disziplinen gingen Sportler von jung bis alt, vom Anfänger bis zum Profi an den Start

Kleve..  Der Kleine Fratz saß gestern beim fünften Klever Sparkassen Triathlon ganz nah am dem Beckenrand, zu dem die Schwimmer geschwommen kamen. „Mama, du macht das super“, rief er seiner Mutter zu. die gerade 750 Meter im kühlen Nass zurücklegen musste. So eine süße Anfeuerung bekamen gestern zwar nicht alle der fast 1000 Athleten, die beim Sparkassen Triathlon dabei waren, und doch war es wieder eine Veranstaltung der besonderen Art. „Hier schwimmt der Profi mit dem Anfänger“, betonte das Moderatoren-Duo Laurenz Thissen und Ferdy van Heukelum mehrfach. Die mehreren hundert Zuschauer an der Strecke und vor allem auf dem Parkplatz an der Hochschule Rhein-Waal gaben dazu ihr Übrigstes, um dem Triathlon wiedermal einen besonderen Flair zu verleihen.

Viele Zuschauer am Becken

Detlev Ingenwerth von Veranstalter Tryathlon hob am Nachmittag besonders den atmosphärischen Aspekt hervor. „So viele Zuschauer haben Triathleten nur ganz selten. Das ist für sie etwas sehr Besonderes“, so Ingenwerth. Im Mittelpunkt der Zuschauer stand auch dieses Mal wieder das acht Bahnen umfassende und 1,30 Meter tiefe Wasserbecken, um das sich ein Teil der Zuschauer versammelte. Freunde, Verwandte und Sportinteressierte zückten davor stehend Handys oder Fotoapparate, um den Liebsten im Becken auch bildlich festzuhalten oder den besten Blick aufs Geschehen im Wasser zu haben. Zwischenstände und Anfeuerungsrufe wie die des kleinen Jungen sorgten zudem entlang der Rad- und Laufstrecke für die nötige Motivation.

Nach einem Jahr, in dem der Triathlon wegen zahlreicher Baustellen auf den Parkplatz am Tichelpark umziehen musste, konnte er in dieses Mal wieder im „Herzen der Stadt“, wie Ludgar Braam von der Sparkasse Kleve den Parkplatz an der Hochschule Rhein-Waal einst nannte, ausgetragen werden.

Das kam sowohl bei den Zuschauern als auch bei den Sportlern gut an. Vor der Kulisse der HSRW gaben die Schwimmer ihr Bestes, links neben dem Becken konnten die schnellen Radfahrer bewundert werden und auf der rechten Seite des Wassers stürmten neben der Tribüne und unter Beifall die Läufer ins Ziel hinein. Der Zuschauer und das Moderatoren-Duo um Thissen und Van Heukelum hatten so auf dem Kirmesplatz immer den perfekten Überblick.

Schöne Radstrecke

Die Sportler fanden vor allem Gefallen an der schönen Radstrecke, die alle über die Landwehr bis nach Düffelward und wieder zurück führte. Als die meisten Triathleten schon sichtlich abgekämpft die Laufstrecke noch absolvieren mussten, hatten einige mit dieser mehr Probleme. „In der Stadt ging es stückchenweise einen kleinen Berg hoch. Das war schon anstrengend“, gab Theo Rappers vom TV Goch zu. Mit den allerletzten Kraftreserven sei es aber doch noch gegangen, sagte Rappers, der bereits bei allen fünf Klever Triathlons an den Start ging und wiedermal besonders die Organisation und die Stimmung auf dem Kirmesplatz lobte.

Ihre Teilnahme vom vergangenen Jahr wiederholte auch Mareen Hufe, Triathlon-Weltmeisterin in ihrer Altersklasse. Sie ging bereits morgens um 10 Uhr als Favoriten der olympischen Distanz ins Rennen, und tat sich gleich in der ersten Disziplin, dem Schwimmen, überraschend schwer. Zwar ist die Sportart im Wasser sowieso ihre Schwächste der drei Disziplinen, doch mit einer Zeit von 16:17,90 musste die Athletin des Triminators TV Voerde mit Andrea Osterkamp (Dülkener SV) und Nicole Klein (TSV Bayer Dormagen), welche mit fast einer Minute Abstand die stärkste Schwimmerin in der olympischen Disziplin des gestrigen Tages war, den Vortritt lassen. „Ich brauchte die gesamte Radstrecke, um Nicole Klein auf Platz eins wieder einzufangen“, berichtete Hufe. Doch da sie schnell den für sie passenden Rhythmus im Radfahren und Laufen fand, stand die vorab als Favoritin gehandelte Triathlon-Weltmeisterin doch noch zum zweiten Mal in Folge beim Klever Sparkassen Triathlon auf dem obersten Platz des Treppchens.

Start in die Sommersaison

Wie die allermeisten weiteren Sportler läutete auch Hufe die Triathlon-Sommersaison in Kleve ein. „Es ist mein erster Wettkampf in diesem Jahr gewesen“, sagte die Weselerin. Gleichzeitig war es für sie auch die Generalprobe für den IronMan in Brasilien, bei dem sie in zwei Wochen an den Start gehen wird. „Deswegen war ich nach dem Schwimmen etwas vorsichtiger und hab mir noch was übergezogen“, erklärte Hufe, die gestern keine Erkältung riskieren wollte und sehr zufrieden nach Hause fuhr.

Bei den meisten anderen Teilnehmern, gerade des Volks- und Schnuppertriathlons, stand der olympische Gedanke „dabei sein ist alles“ im Vordergrund. Trotzdem schauten beinahe alle direkt nach dem Zieleinlauf zuerst auf ihre Zeit, um diese dann mit einem kühlen Bier bei warmen Temperaturen gebührend zu feiern.