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Eruption der Gefühle

13.09.2009 | 23:00 Uhr

Der 1. FC Kleve hat nach dem 2:0-Erfolg bei der SSVg. Velbert allen Grund zum Jubeln.

Sascha Horsmann ballt die Fäuste, Umut Akpinar und Tobias Klemt drücken den Torwart so feste sie können. Anschließend bildet die komplette Kader des 1. FC Kleve einen Kreis. Die Spieler hüpfen, singen und lachen. Die La Ola mit den Zuschauern gibt es obendrauf. Es ist eine Eruption der Gefühle, die sich im Stadion Sonnenblume – Heimstätte der Sport- und Spielvereinigung Velbert – abspielt.

Die kleine Siegesfeier hatten sich die Blau-Roten redlich verdient. Mit Leidenschaft und taktischer Disziplin holten sie im Bergischen Land einen 2:0 (1:0)-Erfolg.

Andreas Gensler trifft den Außenpfosten

„Ich bin absolut stolz auf meine Mannschaft”, sagte FCK-Trainer Georg Kreß nach Spielschluss. In der Anfangsphase gab es für die Gäste eine Schrecksekunde, als Andreas Gensler mit einem Kopfball den Außenpfosten traf (12.). Doch diese Aktion brachte die Klever nicht aus dem Konzept. Sie beackerten jeden Grashalm des Rasenplatzes und machten den Velbertern das Leben schwer. Marek Klimczok sorgte dann für das erste Ausrufezeichen in der Offensive. Der Pole verfügt über eine ausgezeichnete Schusstechnik, was er in der 34. Minute unter Beweis stellte. Klimczok trat einen Eckball, kam wieder ans Spielgerät und überwand Velberts Torwart Hikmet Öztürk mit einem trockenen Flachschuss. 60 Sekunden vor dem Pausenpfiff hatten die Klever Glück, weil SSVg.Kapitän Erdal Eraslan aus kurzer Distanz nur den Pfosten traf. „Glück haben aber nur die Tüchtigen”, erklärte Uwe Dönisch-Seidel, erster Vorsitzender der Klever, in der Halbzeitpause. Wie Recht er damit doch hatte.

Nach der Pause zeigte Klimczok erneut, wie viel Gefühl er im linken Fuß hat. Seinen präzisen Eckball wuchtete Benedikt Koep mit dem Kopf in die Maschen (59.). Seinen dritten Saisontreffer zelebrierte der Stürmer gebührend.

Sascha Horsmann zeigt

starke Paraden

In der Schlussviertelstunde erhöhte Velbert noch mal die Schlagzahl. Dass allerdings kein Treffer mehr fiel, lag zum einen an Tobias Winterpacht, der den Ball aus drei Metern in die Wolken jagte (75.). Es lag aber auch an Horsmann. In der Schlussphase wuchs der FCK-Schlussmann über sich hinaus. Mit tollen Paraden gegen Andre Badur (82., 83) und Denis Levering (85.) sorgte der 23-Jährige dafür, dass zum ersten Mal in dieser Saison die Null stand. Kleve hätte sogar noch erhöhen können: In der 89. Minute bediente Marius Sowislo mit einem klugen Pass Sebastian Sommer, doch der eingewechselte Spieler schloss zu überhastet ab. Diese vergebenene Chance verhagelte seine Feierlaune aber nicht, zumal Passgeber Sowislo noch ein paar aufmunternde Worte parat hatte.

Bei den Ansichten zum Spiel lagen die Meinungen der Trainer auseinander. Kreß sprach von einem „verdienten Sieg”, Marek Lesniak konnte sich dieser Meinung jedoch nicht anschließen. „Kleve hat aus zwei Chancen zwei Tore gemacht. Wir hatten deutlich mehr Möglichkeiten”, erklärte Velberts Trainer, der gestern das dritte Spiel ohne eigenen Treffer in Serie sah. Die Torflaute sorgte für grummelde Zuschauer im Stadion. Fußballfreunde mit blau-roten Schals traten hingegen die Heimfahrt mit einem Lächeln im Gesicht an.

Denis de Haas

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