Ein Läuferherz hat aufgehört zu schlagen

Uedem..  Es ist eine traurige Nachricht, die Laurenz Thissen, der zahlreichen Laufveranstaltungen zu Hause und in der Szene gut verdrahtet ist, vor wenigen Tagen weiterleitete. Helmut Jennen, der Vater und Spiritus Rector der Uedemer Laufveranstaltung, ist tot. Am Ostermontag hatte er seine Laufschuhe geschnürt, es sollte seine letzte Joggingrunde werden, wenige Stunden später hörte sein Herz auf zu schlagen – für immer.

Was bleibt sind die Erinnerungen, die sich noch kalt anfühlen. Die auch überhaupt nicht zu dem Verstorbenen passen wollen, der ein überaus warmherziger Mensch war. Jennen hat nie Aufhebens um seine Person gemacht. Immer bescheiden, immer zurückhaltend. Der mit dem blau-weißen Schalke-Virus hoffnungslos Infizierte hatte viele Freunde im Karnevalsclub Brejpott-Quaker Kellen, dem er 60 Jahre lang angehörte. Viele Jahre gehörte er dem Elferrat an. Auch bei den Langstrecklern war er beliebt. Stadtmarathons ist Jennen gelaufen, auch in Hawaii. Bei den Uedemer Radrennen war Jennen zu finden. Eine Selbstverständlichkeit für den Mann mit den wachen Augen, den man einfach gern haben musste.

Feste Institution

Das letzte Rad, das Jennen mit großer Leidenschaft bewegt hat, war der Uedemer Volkslauf,dem er ins Leben geholfen und anschließend zu einer festen Institution gemacht hat. Gründungsvorsitzender des Volkslaufes, ein eingetragener Verein, ist Jennen ein Jahrzehnt lang gewesen, später dessen Ehrenmitglied. Doch Helmut Jennen brauchte keine Posten, um den Aktiven nah zu sein. Er wusste um die Zutaten, die zu einer guten Laufveranstaltung gehören. Und deshalb steuerten die Läufer immer wieder gern das Schusterstädtchen an, wenn Jennen rief.

Dieser zrückhaltend auftretende Mann ist nicht mehr unter uns? Es wird noch eine Weile dauern, bis die unabwendbare Wahrheit angekommen ist. Helmut Jennen ist tot, das scheinbar unverwüstliche Herz des Uedemer Volkslaufes, den der Verstorbene wie kein Zweiter verkörperte, hat seine Arbeit eingestellt. Nach 76 Jahren, nach einer Joggingrunde. Die Nachricht bleibt selbst Tage danach noch schwer zu begreifen.