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Ein Kasten für den elften Sieg

20.05.2012 | 23:00 Uhr
Ein Kasten für den elften Sieg
Trainer und Sportlicher Leiter in einer Person: Georg Mewes bleibt bis 2014 bei Hö./Nie. Foto: Johannes Kruck / WAZ FotoPool

Kapellen.   Der SV Hö./Nie. gewinnt mit 3:1 in Kapellen-Erft, verliert aber Bennies durch Rote Karte. Trainer Georg Mewes verlängert seinen Vertrag bis 2014.

Marija Kurtes hatte den 3:1 (2:0)-Sieg beim SC Kapellen-Erft gerade besiegelt, da wollte sich Björn Bennies noch einmal bei der Schiedsrichterin erkundigen. Nur sechs Minuten nach seiner Einwechslung hatte Kurtes den Mittelfeldspieler des SV Hönnepel/Niedermörmter mit Rot des Feldes verwiesen, nachdem dieser zum Kopfballduell mit Stefan Dresen hochgestiegen war und sein Gegenspieler laut aufschrie. Als Begründung wolle Kurtes „Ellbogen im Gesicht im Luftkampf“ eintragen, sagte Hö./Nie.-Co-Trainer Sven Schützek nach Rückfrage. Wenn Bennies Pech hat, ist die Saison für ihn mit diesem Kurzeinsatz gelaufen.

Das Duell Bennies gegen Dresen war eine von vielen Szenen, in denen eines der beiden Teams mit den Entscheidungen der Unparteiischen oder ihrer Assistenten haderten. Wenig später zeterten die Kapellener: Daniel Boldt ging mit gestrecktem Bein zu Werke, aber Kurtes ließ weiterspielen, so dass Pascal Hühner mit einem Sonntagsschuss in den Winkel das 3:1 für die Gelb-Schwarzen erzielen konnte (85.). Hö./Nie.-Coach Georg Mewes störte sich nicht an den Begleitumständen, sondern freute sich, dass er seinen Jungs einen Kasten Bier ausgeben muss: „Das war unser elfter Sieg in der Rückrunde, jetzt bin ich dran.“

Drei Neue in der Startelf

Mit Gordon Weniger, Andre Badur und Pierre Brauer in der Startformation für Bennies, Uwe Sokolowski und Benjamin Venekamp zeigte sich Hö./Nie. von der Pokalniederlage gegen Rot-Weiss Essen gut erholt. „Und Kapellen ist keine Laufkundschaft“, betonte der Trainer. Trotz hoher Temperaturen investierte Hö./Nie. viel, um die Kapellener in der Tabelle zu überholen. So brachte André Trienenjost die Seinen auf die Siegerstraße, als er in die Vorarbeit von Pierre Brauer nur noch den Fuß hinhalten musste (17.). Groß war dann der Schock, als Sükrü Ak nach einem Zweikampf mit Trienenjost nach Hilfe schreiend am Boden liegen blieb, ohne dass der Hö./Nie.-Knipser etwas zur Situation beigetragen hätte. Der Rechtsverteidiger verletzte sich schwer am Knie, musste vom Platz getragen und nach einer minutenlangen Unterbrechung mit dem Krankenwagen abtransportiert werden. Oliver Seibert steckte der Schrecken offenbar am längsten in den Knochen: Der SC-Keeper ließ sich auf ein Dribbling mit Daniel Boldt ein – und zog den Kürzeren, denn Boldt krallte sich den Ball und schob ihn zum 2:0-Pausenstand über die Linie (43.).

Nach dem Seitenwechsel übernahm Kapellen die Initiative. Hätte Brauer bei seinem Lattenschuss (49.) nicht zu genau gezielt – Hö./Nie. wäre vielleicht nicht in die Verlegenheit gekommen, um den Sieg zittern zu müssen. Nachdem Frederik Leufgen (53.) den Anschlusstreffer erzielt hatte, machten die Gastgeber weiter Druck. Ein Glück, dass der Assistent an der Seitenlinie auf Abseits entschied, als Sven Raddatz zum vermeintlichen Ausgleich getroffen hatte (72.). Nach Rot gegen Bennies und der Entscheidung durch Hühner war die Sache aber gegessen.

Zwei Tage vor dem Endspiel um den Niederrheinpokal fand Alexander Kehrmann lobende Worte für Georg Mewes. „Er ist hier nicht nur einfach Trainer“, sagte der 1. Vorsitzende des Noch-Niederrheinligisten und künftigen Oberligisten SV Hönnepel/Niedermörmter, „er ist ein Bestandteil des Vereins geworden.“ Was liegt da näher, als diesen Bestandteil länger an sich zu binden? Mewes’ Vertrag, der ohnehin noch bis zum Ende der kommenden Spielzeit gegolten hätte, haben die Schwarz-Gelben nun vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert.

Daran hat logischerweise auch der Ausgang des Pokalfinals nichts geändert. Genau wie seine Spieler hat der 63-Jährige großen Anteil daran, dass Hö./Nie. durch das 2:3 bei Rot-Weiss Essen nur hauchdünn an der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals vorbeigeschrammt ist und nach einer ernüchternden Hinrunde in der Niederrheinliga nun zweitbestes Rückrunden-Team ist. Mewes kann also weiter an einer erfolgreichen Zukunft von Hö./Nie. basteln: Er ist ja nicht nur Trainer, sondern auch Sportlicher Leiter.

Andreas Berten



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