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Fußball-Regionalliga

Drei Tore auf dem Silbertablett

08.05.2009 | 22:22 Uhr

Individuelle Fehler bringen den 1. FC Kleve bei RWE auf die Verliererstraße.

Georg Kreß stand heute noch lange nach Abpfiff auf dem Rasen des Georg-Melches-Stadions und diskutierte mit seinen Spielern. Die Regionalliga-Partie bei Rot-Weiß Essen war 0:3 (0:1) verloren gegangen. Und der Trainer des 1. FC Kleve wird seine Jungs nach dem Warum gefragt haben. Weil der Gegner so gut war? Eher nicht. Eher hatten die Blau-Roten bei diesem Fußballspiel an altehrwürdiger Stätte wieder zu viele kleine und große Fehler fabriziert.

„Unterm Strich kann ich meiner Mannschaft keinen großen Vorwurf machen”, meinte Kreß später. „Allerdings haben wir wieder zu viele individuelle Fehler gemacht. Ich dachte eigentlich, das hätten wir schon vor Wochen abgestellt.”

Bei RWE ticken für Klever Verhältnisse die Fußball-Uhren allerdings noch etwas anders. Vor dem Stadion verdienen Flaschensammler ihr Geld, weil es vor Heimspielen ziemlich viele Menschen gibt, die ziemlich viel Bier trinken. Auf dem Rasen laufen die Kicker mit den Rückennummern 35, 50 oder 77 herum und wollen den Gegner mit reichlich Körpereinsatz und verbalen Attacken einschüchtern. Die Gäste ließen sich davon auch irgendwie beeindrucken und agierten vor allem zu Beginn viel zu passiv.

Müller bärenstark, dann mit Luftloch

Gerade, als der FCK scheinbar in dieser Partie angekommen war, fiel das Tor für die Hausherren. Mario Schwarz, der gestern für Igor Jovanovic auf der rechten Abwehrseite ran durfte, kam im Strafraum gegen Mainka zu spät. Christoph Müller wehrte den fälligen Elfmeter von Mölders ab, was für den Klever Keeper eigentlich schon Normalität ist. Der Nachschuss von Dennis Bührer landete allerdings im Netz, und die Grünen schauten dabei leider nur zu.

Nach dem Wechsel kickten die Klever besser, doch das Tor fiel auf der anderen Seite. Und ausgerechnet der bis dahin bärenstarke Müller, der neben dem Elfer noch weitere RWE-Schüsse entschärfen konnte, spielte dabei eine erneut tragische Rolle: Eine Woche nach seinem schlimmen Patzer gegen Münster langte Müller schon wieder einmal schwer daneben, diesmal mit dem Fuß und ohne Papierkügelchen. Bei einem eigentlich viel zu langen Pass trat der Schlussmann ein Luftloch, Sascha Mölders lachte sich kaputt und schob den Ball ins leere Tor.

Das 3:0 besorgte Stefan Kühne. Sein Schuss aus 22 Metern wurde von Umut Akpinar entscheidend abgelenkt.

RWE-Interimstrainer Thomas Strunz meinte: „Es war ein Arbeitssieg, nichts anderes!”

So haben sie gespielt:

Rot-Weiß Essen: Himmelmann - Kotula (45. Kühne), M. Lorenz (18. S. Lorenz), Zinke, Bührer - Caspers - Neumayr, Wunderlich, Mainka - Mölders, Kurth (77. Aydin)

1. FC Kleve: Müller - Schwarz, Akpinar, Behrendt, Kempe - Özkaya (77. Lmcademali), Mahr - Urban (51. Schnier), Zeh, Klimczok - Podszus

Tore: 1:0 (23.) Bührer, 2:0 (75.) Mölders, 3:0 (82.) Kühne

Chancen: 12 – 5, Ecken: 3 – 5

Zuschauer: 5345

Schiedsrichter: Stefan Glasmacher (Alsdorf)

Gelbe Karten: Caspers – Schwarz

Bes. Vorkommnis: Müller hält Foulelfmeter von Mölders (23.)

Stephan WAPPNER

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