Dämpfer für den Tabellenführer

Kreis Kleve..  Der Kampf um die Meisterschaft in der Volleyball-Oberliga ist wieder völlig offen. Tabellenführer VC Eintracht Geldern hatte am Samstag glatt das Nachsehen und hat damit vier Spiele vor Saisonende nur noch einen Zähler Vorsprung auf die beiden punktgleichen Verfolger aus Aachen und Bonn. „Um unter diesen misslichen Umständen Bonn schlagen zu können, war der Tabellendritte als Gegner für uns einfach zu gut“, lautete die Erklärung von Eintracht-Trainer Thomas Cöhnen für die unerwartet hohe Niederlage.

Hiobsbotschaften

Bereits einen Tag vor dem Spitzenspiel war der Coach mit einer Reihe von Hiobsbotschaften konfrontiert worden. Zuspielerin Alina Verheyen, Hauptangreiferin Lisa Harmsen, Libera Nicole Gey und Angreiferin Laura Kanders plagten sich mit Fieber und Erkältung herum. Außerdem musste Mittelblockerin Laura Höing wegen ihres Studiums passen. „Wir hatten erhebliche Probleme, weil unsere beiden Leistungsträgerinnen in der Annahme fehlten“, erklärte Cöhnen.

Auch im Angriff fehlte den Gästen das nötige Durchsetzungsvermögen. Die erkrankte Lisa Harmsen war nur ein Schatten ihrer selbst. Gleiches traf auf die angeschlagene Alina Verheyen zu, deren Sprungaufschläge leichten Einwürfen glichen. Hinzu kam, dass Leonie Schepers im zweiten Durchgang unter starker Übelkeit litt und ausgewechselt werden musste.

So musste Cöhnen zwangsläufig improvisieren, damit der gesunde Teil des Teams noch das Beste aus der misslichen Situation herausholen konnte. Die in der Netzmitte für Höing eingesetzte Rebekka Nerger machte ihre Sache gut. Das galt auch auch auf Außen für das Duo Maren Herbe und Anna Valentin aus Gelderns Bezirksliga-Sechs. „Anna hat uns sehr gut geholfen. Und Maren hat ganz toll gespielt. Sie war unsere beste Punktesammlerin“, befand Cöhnen, der dem ganzen Team ein Lob aussprach. „Die Mädchen haben alles versucht, buchstäblich bis zum Umfallen gekämpft.“ Das unterstreichen auch die knappen Ergebnisse in den ersten beiden Sätzen.

60 Prozent

Mehr war für die Eintracht nicht zu machen. Cöhnens Analyse: „Mit nur 60 Prozent unseres eigentlichen Leistungsvermögens war es unmöglich, dieses Spiel zu gewinnen. Selbst wenn wir im zweiten Durchgang den Satzball zum 1:1-Ausgleich genutzt hätten, wären wir vermutlich in Satz vier dann völlig platt gewesen und richtig untergegangen.“ Am kommenden Samstag steht die Eintracht vor der nächsten hohen Hürde. Dann gibt der TSV Bayer Leverkusen II seine Visitenkarte in der Gelderner Halle „Am Bollwerk“ ab.

VC Eintracht: Gastens, M. Verheyen, Backus, Nerger, Harmsen, Herbe, Valentin, A. Verheyen, Schepers.