Basketball: Spielabbruch nach Tumult

Goch..  38 Minuten und 9 Sekunden lieferten sich die Landesliga-Basketballer des VfL Merkur Kleve und des TV Goch in der Halle des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums ein intensives, physisches, kampfbetontes und doch sportlich faires Duell, das kurz vor Schluss auf des Messers Schneide stand. 71:69 führten die Gastgeber, als die Zuschauer nicht mehr mitspielten. Es gab einen Tumult, hitzige Wortgefechte, und dann gingen auch noch Spieler dazwischen, in erster Linie, um die Kontrahenten zu trennen.

Doch für die Schiedsrichter war damit eine Grenze überschritten – sie brachen die Partie ab, so dass deren Ausgang jetzt in den Händen der Verantwortlichen des Westdeutschen Basketballverbandes liegt. „Es ist sehr schade, dass die Partie dieses Ende genommen hat“, erklärte Ralf Daute, Trainer der Merkur-Basketballer. „Der Abstiegskampf sollte auf sportliche Weise entschieden werden.“

Sportlich sah es zunächst danach aus, als würden die Gocher das bessere Ende für sich behalten. Sie gewannen das erste Viertel mit 20:11. Im zweiten Abschnitt hielten die Gastgeber endlich dagegen und konnten den Rückstand leicht verkürzen. Beim Stande von 39:31 für die Gäste wurde gewechselt.

Federici musste pausieren

Mit zunehmender Spieldauer kam Kleve besser ins Spiel, auch weil der Gocher Center Federici wegen Foul-Trouble größere Pausen einlegen musste. Vor Beginn des Schlussabschnitts war Kleve auf drei Punkte herangekommen (53:56). In den letzten Minuten der Partie schieden dann nach und nach wichtige Spieler aus, weil sie fünf Fouls hatten – erst auf Gocher Seite Federici, dann bei den Gastgebern Willemsen und Pitzner, schließlich bei den Gochern Navel. Doch das war ein Vorteil für die Merkur-Riesen, die zwölf Spieler aufbieten konnten und am Ende an den Brettern mit Kurth, Jazmati und Kacar dominierten.

Doch das sportliche Happy End blieb der Begegnung versagt. Soweit das zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu rekonstruieren ist, war es zunächst ein Anhänger der Gocher, der sich in Drohgebärde vor einer Klever Zuschauerin aufgebaut hatte, was dann zu einer Abwehrreaktion führte, die dann – ohne dass es zu körperlicher Gewalt kam – eskalierte.

Bei den Spielern beider Teams herrschte während und auch schon vor dem Spiel ein anderer Geist: Zu Beginn der zweiten Halbzeit reparierten sie noch gemeinsam ein Netz, das sich verhakt hatte.

VfLMerkur Kleve: TV Goch: